Keine Schaltsekunden mehr: Weltzeit wird umgestellt
WELT. Die Generalkonferenz für Maß und Gewicht hat beschlossen, die Schaltsekunde zum 20. Mai 2027 abzuschaffen. Künftig soll erst eine Abweichung von einer Stunde zwischen der koordinierten Weltzeit und der Erdrotation eine Korrektur auslösen. Das soll technische Systeme entlasten.

Wie heise online berichtet, wird bis zum vorgesehenen Ende der Regelung keine weitere Schaltsekunde eingefügt. Eine Schaltstunde dürfte nach Einschätzung von Experten frühestens in mehr als 1.000 Jahren nötig werden.
Seit 1972 gleichen Schaltsekunden Unterschiede zwischen zwei Zeitmaßstäben aus: Atomuhren bestimmen die koordinierte Weltzeit UTC, während sich die Zeit UT1 an der Erdrotation orientiert. Insgesamt wurde dafür 27 Mal eine zusätzliche Sekunde eingefügt, zuletzt Ende 2016.
Schnellere Erdrotation schafft neue Risiken
Die Erde dreht sich nicht gleichmäßig. Seit ungefähr dem Beginn dieses Jahrzehnts benötigt sie für eine Umdrehung im Durchschnitt weniger als die üblichen 86.400 Atomsekunden.
Dadurch könnte künftig erstmals eine Sekunde gestrichen werden müssen. Auf eine solche negative Schaltsekunde sind technische Systeme nicht vorbereitet, was ein wesentlicher Grund für die Abschaffung ist.
Korrekturen werden deutlich seltener
Die neue Regelung soll eine Abweichung von bis zu 3.600 Sekunden zulassen. Erst bei dieser Schwelle soll eine Schaltstunde die beiden Zeitmaßstäbe wieder angleichen.
Bisher behandeln technische Systeme Schaltsekunden unterschiedlich. GPS berücksichtigt sie etwa nicht, das russische Satellitensystem GLONASS dagegen schon. Ohne die zusätzlichen Sekunden sollen solche Unterschiede künftig leichter zu handhaben sein.








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