Pensionist erhält 374€ Strafe wegen vier Minuten Parken
WÖLLERSDORF. Ein 84-jähriger Motorradfahrer soll nach einem Halt auf dem Areal einer geschlossenen Tankstelle 374 Euro bezahlen. Der Pensionist aus dem Bezirk Mödling hielt dort Ende August für ein Telefonat an.

Wie Kosmo berichtet, wollte der Mann einen Anruf seiner Frau entgegennehmen. Nach seiner Schilderung blieb er nur vier Minuten auf dem Grundstück und saß währenddessen auf seinem Motorrad.
Einige Tage danach erhielt er Post von einem Anwalt, der wegen des unerlaubten Befahrens eine Zahlung verlangte. Das Schreiben kündigte andernfalls eine Unterlassungs- und Leistungsklage an. Die 374 Euro sind keine behördliche Geldstrafe, sondern eine private Forderung.
Einigungsversuch mit 70 Euro scheiterte
Der Pensionist suchte Unterstützung bei der Rechtsberatung des ÖAMTC. Seinen Angaben zufolge riet man ihm davon ab, die verlangte Summe zu zahlen.
Trotzdem versuchte er, den Streit beizulegen: Er entschuldigte sich handschriftlich und überwies dem Anwalt 70 Euro. Wenig später kam das Geld zurück, kurz darauf folgten eine weitere Mahnung und ein Inkassoschreiben.
Anwalt verweist auf Beschilderung
Der Anwalt des Eigentümers hält am Vorgehen fest. Seiner Darstellung nach befahren täglich 30 bis 60 Fahrzeuge das Gelände ohne Erlaubnis, obwohl mehrere Schilder auf den Privatgrund hinweisen.
Die Summe versteht der Anwalt als Angebot für eine Einigung ohne Gerichtsverfahren. Eine Absperrung sei wegen der Kosten, des Wartungsaufwands und möglicher Schäden bisher nicht errichtet worden. Ob die Forderung im konkreten Fall berechtigt ist, bleibt ohne Prüfung der Unterlagen offen.








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