Verborgene Tierwelt: Warum auf Friedhöfen das Leben blüht
ÖSTERREICH. Friedhöfe sind weit mehr als Orte der letzten Ruhe. Zwischen alten Grabsteinen, Bäumen und Blumen finden zahlreiche Tiere und Pflanzen einen geschützten Lebensraum. Der Naturschutzbund gibt dazu Tipps.

Wenn rund um Allerheiligen wieder zahlreiche Menschen die Gräber ihrer Angehörigen besuchen, bleibt eines oft unbemerkt: Friedhöfe sind wertvolle Rückzugsorte für die heimische Tier- und Pflanzenwelt. Zwischen Grabsteinen, Hecken und alten Bäumen herrscht eine erstaunliche Artenvielfalt. Besonders in Städten und dicht besiedelten Gebieten können diese grünen Oasen eine wichtige Rolle für den Naturschutz spielen.
Zwischen Grabsteinen blüht das Leben
Alte Bäume bieten Vögeln, Fledermäusen und Insekten Unterschlupf. Hecken dienen als Nistplätze, während blühende Wiesen Wildbienen und Schmetterlinge mit Nahrung versorgen. Selbst Mauern und Grabsteine werden zu kleinen Lebensräumen: Moose, Flechten und Wildpflanzen finden dort geeignete Bedingungen.
Ein weiterer Vorteil ist die Ruhe. Viele Bereiche werden kaum betreten oder über längere Zeit nicht verändert. Dadurch entstehen wertvolle Rückzugsorte für Tierarten, die in intensiv genutzten Siedlungsgebieten immer weniger Platz finden.
So wird auch das Grab zum Naturparadies
Der Naturschutzbund empfiehlt, bei der Grabgestaltung verstärkt auf heimische und nektarreiche Pflanzen zu setzen. Sie bieten Insekten Nahrung und sorgen gleichzeitig für eine abwechslungsreiche Bepflanzung.
Auch kleine offene Bodenstellen und stehen gelassene Pflanzenteile können hilfreich sein. Auf torfhaltige Erde und Pestizide sollte möglichst verzichtet werden. Eine saisonale Bepflanzung ist für die Artenvielfalt wertvoller als vollständig versiegelte Grabflächen.
Jeder kann bei der Forschung mithelfen
Wie viele Tier- und Pflanzenarten tatsächlich auf österreichischen Friedhöfen leben, untersucht derzeit ein gemeinsames Forschungsprojekt des Naturschutzbundes und der BOKU University.
Dabei ist auch die Bevölkerung gefragt: Wer auf einem Friedhof Vögel, Schmetterlinge, Wildbienen oder besondere Pflanzen entdeckt, kann diese fotografieren und seine Beobachtungen auf Naturbeobachtung.at oder über die gleichnamige App melden.
Auch häufig vorkommende Arten sind für die Forschung interessant. Die gesammelten Daten sollen helfen, Friedhöfe künftig so zu pflegen, dass sie sowohl Orte des Gedenkens als auch wertvolle Lebensräume bleiben.








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