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OÖ/ENNS/SIERNING. 643 an Covid-19 erkrankte Patienten werden im Moment in den OÖ Krankenhäusern versorgt – Tendenz steigend. Das Land Oberösterreich wird erneut, nach einer ähnlichen Maßnahme im letzten Spätherbst, vorerst zwei medizinische Versorgungseinheiten in Betrieb zu nehmen, um die Spitäler zu entlasten: die Rehaklinik Enns und das Krankenhaus der Kreuzschwestern Sierning.

Covid-Intensivstation (Foto: Volker Weihbold)
Covid-Intensivstation (Foto: Volker Weihbold)

Neben der Behandlung der Covid-Patienten muss die medizinische Versorgung für Akuterkrankungen, medizinische Notfälle und dringend nötige Behandlungen aufrechterhalten werden. Um diesen Spagat in der Versorgung bewältigen zu können, hat das Land Oberösterreich beschlossen, vorerst zwei medizinische Versorgungseinheiten (MVE) in Betrieb zu nehmen.

Mit 29. November wird die Rehaklinik Enns, die bereits seit vielen Jahren auf die Rehabilitation von neurologischen und pneumologischen Patienten spezialisiert ist, mit 30 Betten ihren Betrieb als MVE der Stufe 1 aufnehmen.

Am 1. Dezember wird das Krankenhaus der Kreuzschwestern Sierning, eine allgemeine öffentliche Sonderkrankenanstalt, die im Eigentum des Ordens der Barmherzigen Schwestern vom Hl. Kreuz steht, in einem ersten Schritt mit 38 Betten, ab 6. Dezember mit weiteren 15 Betten, ebenfalls zur MVE der Stufe I.

Versorgungspyramide

Für eine nochmalige, falls nötige Ausweitung werden bereits weitere Gespräche geführt. Um die Versorgung von an Covid-19 erkrankten Patienten sicherzustellen, wurde eine Versorgungspyramide entwickelt, die die Akutversorgung im Spital und in Medizinischen Versorgungseinheiten in zwei Versorgungsstufen vorsieht.

  • Absonderungsquartiere: reine Wohnanlagen
  • MVE Versorgungsstufe 2: leicht betreuungsbedürftige Personen, die (noch) nicht zu Hause sein können; können im Bedarfsfall durch Großquartiere (zb Turnhallen) erweitert werden
  • MVE Versorgungsstufe 1: Personen mit O2-Versorgung, leicht erkrankte Personen ohne O2-Versorgung
  • akut KA: beatmungspflichtige Patienten, intensivpflichtige Patienten, schwerst kranke Patienten

Konzept erprobt

Das Konzept der MVE's ist bereits erprobt, da es fast taggleich vor einem Jahr ebenfalls zum Einsatz kam. Diesem Konzept folgend werden beatmungspflichtige, intensivpflichtige und schwer kranke Patienten wie bisher in den Akutspitälern versorgt. Die Medizinische Versorgungseinrichtung der Stufe 1 (MVE 1) dient primär zur stationären Betreuung von leicht bis mittelschwer an Covid-19 erkrankten Patienten, deren Betreuung zu Hause oder in einer sonstigen Einrichtung aufgrund ihrer persönlichen Lebensumstände und ihres Gesundheitszustandes nicht (mehr) möglich ist, die aber keine medizinische Versorgung in einem Akutspital benötigen. In den MVE's besteht die Möglichkeit zur Versorgung mit Sauerstoff sowie zur Durchführung pflegerischer Maßnahmen und medizinischer Basismaßnahmen.

Die trägerübergreifende Bettenkoordination bzw. Zuteilung zu den MVE's wird seitens Oberösterreichische Gesundheitsholding GmbH koordiniert.

„Die letzten eineinhalb Jahre, aber speziell auch wieder die vergangenen Wochen stellten eine enorme Belastung für die Mitarbeiter in den OÖ Spitälern dar. Wir bedanken uns beim Krankenhaus der Kreuzschwestern in Sierning und bei der VAMED als Betreiberin der Rehaklinik in Enns sehr für die Unterstützung und Solidarität in dieser sehr herausfordernden Phase“, betont LH-Stellvertreterin, Gesundheits-Landesrätin Christine Haberlander.


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