Besonders Frauen von Armut in Oberösterreich betroffen
LINZ/OÖ. Steigende Lebenshaltungskosten, fehlende Kinderbetreuung und unsichere Einkommen – die Armut im Land sei zunehmend weiblich, so die Caritas. Jede fünfte Familie mit Kindern ist mittlerweile eine Ein-Eltern-Familie.

Im Jahr 2025 unterstützte die Caritas-Sozialberatung allein in Linz 1.087 Frauen und 813 Männer. Das entspricht einem Anstieg von insgesamt 18 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Zusätzlich wurden 1.263 Kinder mitversorgt.
Großteil für Miete und Strom
Ein Beispiel dafür ist Doris W.*: Die alleinerziehende Mutter von zwei Kindern arbeitet 30 Stunden pro Woche. Mehr ist aufgrund der Betreuungszeiten nicht möglich.
Trotzdem reicht das Einkommen kaum aus. Rund 1.970 Euro stehen der Familie monatlich zur Verfügung, mehr als 900 Euro werden allein für Miete und Strom ausgegeben. Für den Alltag bleiben weniger als neun Euro pro Person und Tag.
Hilfe durch die Caritas
Zusätzliche Belastungen entstanden durch Schulden nach der Karenz, als weder ein Kinderbetreuungsplatz noch ein Anspruch auf Arbeitslosengeld bestand. Auch Sozialhilfe und Wohnbeihilfe wurden in dieser Zeit nicht gewährt.
Erst durch die Unterstützung der Caritas konnte die Situation stabilisiert werden – etwa mit Lebensmittelgutscheinen, Beratung und Hilfe bei offenen Rechnungen.
Alleinerziehende besonders betroffen
„Dieser Fall zeigt, wie schnell Frauen trotz Arbeit in existenzielle Not geraten können“, betont Cornelia Birklbauer von der Caritas. Besonders betroffen seien Alleinerziehende – sie machen mehr als die Hälfte der unterstützten Frauen aus.
In ganz Oberösterreich half die Caritas im Jahr 2025 insgesamt 12.719 Menschen in Not in 15 Sozialberatungsstellen. Jede fünfte Familie mit Kindern ist mittlerweile eine Ein-Eltern-Familie.
*Name geändert


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden