Haderer im Schlossmuseum: Jetzt mischen sich die Clowns unter Linz
LINZ/STEINBACH. Scharfe Pointen, neue Zeichnungen und ein großer Auftritt. Gerhard Haderer zeigt in Linz, wie komisch unsere Gegenwart wirklich ist.

Gerhard Haderer ist zurück im Schlossmuseum Linz – und er hat mehr im Gepäck als spitze Pointen. Zum 75. Geburtstag des großen Zeichners zeigt die neue Ausstellung „Gerhard Haderer“ aktuelle Karikaturen, leise Absurditäten und bisher unveröffentlichte Arbeiten.
Mit Oberösterreich ist der Künstler seit Jahrzehnten eng verbunden. Besonders seine zweite Wahlheimat Steinbach am Attersee spielt dabei eine wichtige Rolle. Dort entstehen viele seiner Werke, dort findet Haderer Ruhe und Inspiration – und dort gilt er längst als gern gesehener Gast, der das kulturelle Leben der Region mitprägt.
Satire mit scharfem Blick
Ob Teuerung im Supermarkt, Touristenmassen in Venedig oder Jäger, die plötzlich selbst zu Gejagten werden: Haderer trifft dort, wo es weh tut – und wo man trotzdem lachen muss. Seine Zeichnungen entlarven Politik, Konsum und Alltag mit feiner Linie und großer Wucht. Im ersten Teil der Schau stehen aktuelle Karikaturen aus Printmedien im Mittelpunkt, von österreichischer Innenpolitik bis zu den Mächtigen der Welt.
Neue Bilder erstmals zu sehen
Ein besonderer Höhepunkt sind die „Neuen Bilder“, die exklusiv in Linz präsentiert werden. Die Tusche- und Bleistiftzeichnungen zeigen einen stilleren Haderer: weniger laut, aber genauso präzise. Clowns, Ritter und Figuren aus gegensätzlichen Lebenswelten begegnen einander in Szenen voller feiner Komik und nachdenklicher Poesie.
Zur Eröffnung am 28. Mai 2026 sorgen „Die Staatskünstler“ für einen besonderen Beitrag. Außerdem überreichen Landeshauptmann Thomas Stelzer und Vizekanzler Andreas Babler dem Künstler das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse. So wird der Abend selbst zur Haderer-Szene: politisch, witzig, würdevoll – und garantiert nicht harmlos.

