1000. Melkroboter in Betrieb - Milchland Oberösterreich wird digitaler
OBERÖSTERREICH/WEITERSFELDEN. Ein Meilenstein für die oberösterreichische Landwirtschaft wurde am Biohof von Susanne und Werner Aistleithner vulgo Hofböck in Weitersfelden gesetzt: Die Inbetriebnahme des 1000. Melkroboters macht die Milchviehhaltung in unserem Bundesland noch digitaler. Für die Familie soll die moderne Technik vor allem den Arbeitsalltag erleichtern und mehr Flexibilität bringen.

Der Betrieb der Familie Aistleithner auf 886 Metern Seehöhe wird biologisch geführt, die Milch wird unter der Marke „Zurück zum Ursprung“ vermarktet. Auf rund 80 Hektar bewirtschafteter Fläche, davon 30 Hektar Grünland, halten Susanne und Werner Aistleithner 30 Milchkühe in einem Laufstall. Seit Oktober kommt ein Melkroboter der Marke GEA zum Einsatz. Die monatliche Milchmenge beträgt 2026 rund 11.500 Kilogramm.
Flexibler und familienfreundlicher
„Unsere Betriebsphilosophie ist, dass wir unsere Tiere durch unsere Eigenflächen gut versorgen und ernähren können. Dürre und Hitze haben das heuer leider unmöglich gemacht“, so der 36-jährige Betriebsführer Werner Aistleithner. Wichtig ist es ihm und seiner Frau Susanne, ihren Biobetrieb gemeinsam mit der Elterngeneration und dem Nachwuchs - Söhnchen Alexander ist drei Jahre alt - in die Zukunft zu führen. Die Eltern hatten vor Jahren in einen Melkstand investiert, der Roboter ist nun der nächste Modernisierungsschritt. „Durch den Kauf des Melkroboters wollen wir unseren Hof durch das flexiblere Zeitmanagement noch familienfreundlicher gestalten“, betont das Paar. „Diese Investition bedeutet, den Betrieb für die Zukunft, für die kommenden Generationen, fit zu machen“, betont auch Agrarlandesrätin Michaela Langer-Weninger (ÖVP).
Oberösterreich Milch- und Rinderland Nummer eins
Zugleich steht die Investition für einen Wandel, der auf vielen oberösterreichischen Höfen stattfindet. Mit rund 550.000 Rindern und knapp 30 Prozent des österreichweiten Bestands ist Oberösterreich das rinderstärkste Bundesland. Rund 164.000 Milchkühe werden hier gemolken. Jährlich liefern die Betriebe rund 1,2 Millionen Tonnen Milch an Molkereien. Das entspricht knapp einem Drittel der österreichischen Milchproduktion.
Gleichzeitig verändert sich die Struktur der Branche. Die Zahl der milchliefernden Betriebe sinkt. 2025 waren es in Oberösterreich noch 5.269, österreichweit rund 21.000.
Roboter entlasten, Daten unterstützen
Die Milchviehhaltung ist einer der arbeitsintensivsten Bereiche der Landwirtschaft, die weder an Wochenenden noch an Feiertagen pausieren kann. Melkroboter übernehmen zeitintensive Routinearbeiten und ermöglichen den Kühen, innerhalb des betrieblichen Managements selbstständig zum Melken zu gehen. Die Technik liefert außerdem Daten, die für das Herdenmanagement und die Tiergesundheit genutzt werden können. „Entwicklungen lassen sich damit früher erkennen und einzelne Tiere gezielter betreuen“, sagt Thomas Hartl, Obmann des Landesverbands für Leistungsprüfung und Qualitätssicherung in OÖ (LfL).
Roboter melken 56.000 Kühe
In Oberösterreich setzen mittlerweile 1.000 der vom LfL betreuten Milchviehbetriebe auf Melkroboter. Insgesamt werden dadurch 56.380 Kühe robotergestützt gemolken. Das entspricht rund 43 Prozent der Kühe, die in Oberösterreich von der Milchleistungsprüfung erfasst werden. „Heuer hat es in Oberösterreich eine extreme Steigerung bei der Zahl der Roboter gegeben“, weiß Hartl.
Agrar-Landesrätin Michaela Langer-Weninger sieht in der Technik eine Möglichkeit, bäuerliche Familienbetriebe zu entlasten und ihre Zukunft zu sichern. „Die Landwirtschaft der Zukunft wird nicht weniger bäuerlich, sondern moderner. Technik kann körperlich belastende Arbeit reduzieren, zeitliche Flexibilität schaffen und wertvolle Informationen über die Tiergesundheit liefern.“ Entscheidend sei, dass Innovationen den Betrieben einen konkreten Nutzen bringen. Das Land OÖ fördert Investitionen wie Melkroboter daher aus dem Zukunftsfonds.








Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden