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LINZ/OÖ. Trockene Luft und beheizte Räume setzen den Augen im Herbst immer wieder zu. Seit dem vergangenen Jahr kommen auch Masken und vermehrtes Homeoffice hinzu. Wie Abhilfe geschaffen werden kann und welche Gegenmaßnahmen sich fürs Büro eignen, weiß Philipp Orso. Er ist Landesinnungsmeister der Augen- und Kontaktlinsenoptiker in der Wirtschaftskammer Oberösterreich.

  1 / 2   Menschen, die am Computer arbeiten, haben öfters als andere mit trockenen Augen und Kurzsichtigkeit zu kämpfen (Symbolbild). (Foto: Volker Weihbold)

Sind die Innenräume beheizt und die Luft trocken, haben viele Menschen ein trockenes Gefühl auf ihren Augen, sagt der Linzer Optikermeister Philipp Orso. Das könne sich etwa durch rote Augen oder mehr Blinzeln zeigen. Besonders gefordert sind Kontaktlinsenträger und Menschen, die am Computer arbeiten. „Der Linsenträger, der vor dem Bildschirm sitzt, leidet durch die trockene Luft im Herbst in der Regel mehr als der Brillenträger am Computer. Manche steigen im Büro auf eine Brille um, weil sie das angenehmer finden. Ansonsten haben Kontaktlinsen aber den Vorteil, dass sie nicht beschlagen“, führt der Optikermeister aus.

Tipps gegen beschlagene Brillen

Gegen beschlagene Brillen können Antibeschlagmittel und eng anliegende Masken helfen. „Von kalt nach warm, das Thema haben wir jedes Jahr witterungsbedingt. Da gibt es gute Mittel zum Auftragen, teilweise als Tropfen, teilweise als Tuch. Dadurch ist der Temperaturunterschied dann weniger extrem und die Brille läuft weniger schnell an. Bei der Maske kommt es darauf an, dass diese gut im Nasenbereich abschließt“, sagt Orso. Zudem können Masken trockene Augen begünstigen. Selbiges gilt für die Bildschirmarbeit.

Folgen von Bildschirmarbeit

Hier müsse zwischen der Bildschirmarbeit im Büro und Kindern, die viel Zeit vor dem Bildschirm verbringen, unterschieden werden. Während Erwachsene oft mit trockenen Augen zu kämpfen hätten, würden Kinder immer kurzsichtiger werden, weil das Auge im Nahbereich aktiver sei. Orso empfiehlt daher, dass Kinder regelmäßig im Freien sind, um das Sehen in der Ferne zu üben. Generell könne Bildschirmarbeit bei entsprechender genetischer Veranlagung eine gewisse Kurzsichtigkeit begünstigen. Zu beachten sei jedoch, dass Sehschwächen häufig bereits zuvor bestehen und erst durch die Arbeit am Computer sichtbar werden würden. Wenn die Kurzsichtigkeit stärker wird, so hat das laut Orso damit zu tun, dass Brillen auf den Fernwert eingestellt sind beziehungsweise dass das Auge darauf bedacht ist, möglichst wenig Energie zu investieren und sich an die geringe Entfernung zum Bildschirm adaptiert.

Maßnahmen gegen trockene Augen und Co

Augen sollten idealerweise angeschaut werden lassen, bevor Probleme bestehen. Eine bloße Kontrolle der Sehstärke können zusätzlich zu Augenärzten auch Optiker vornehmen. Präventiv lasse sich noch vieles abfangen. Philipp Orso empfiehlt daher eine jährliche Kontrolle, nicht nur Brillen-, sondern auch Kontaktlinsenträgern. Bei Kontaktlinsenträgern gebe es eine hohe „Drop-out-Quote“, da viele gänzlich darauf verzichten, wenn sie nicht auf Anhieb das richtige Modell entdecken. In Österreich tragen nur etwa acht Prozent der Bevölkerung Kontaktlinsen, vier Prozent regelmäßig. Etwa die Hälfte trägt hingegen eine Brille. Für den Teil, der vor einem Bildschirm arbeitet, sind Bildschirmbrillen (eine Brille, deren Stärke an die Entfernung zum Bildschirm angepasst ist, Anm.) und insbesondere Brillen mit Blaulichtfilter ratsam. Dieser Filter, der derzeit aufgrund von Homeoffice verstärkt nachgefragt werde, reduziere Stress, schütze die Augen und störe den Tag-, Nachtrhythmus nicht. Bei Blaulicht befindet sich der Körper im Gegensatz dazu nicht im Schlafmodus.

Weitere Tipps für die Bildschirmarbeit sind regelmäßiges Blinzeln, kleine Pausen nach ungefähr zehn bis fünfzehn Minuten (z.B. woanders hinschauen wie auf den Daumen, nach außen, links und rechts, um dem Auge unterschiedliche Distanzen zu bieten), das Reiben der Handballen und als warmes auf die Augen legen. Hier gibt es auch eine kühle Variante, wobei beide einen Entspannungseffekt haben sollen. Abhilfe schaffen können auch Bewegung an der frischen Luft und viel trinken. Bei trockenen Augen sind in Akutsituationen Tropfen sinnvoll.

Aktuelle Entwicklungen

Abschließend hält Orso fest, dass immer mehr Menschen zu speziellen, der Situation angepassten Brillen greifen würden. Zusätzlich zu Bildschirmbrillen sind Sportbrillen (z.B. möglichst bruchsicher und leicht), die unter anderem beim Laufen und Rad fahren verwendet werden, ein solches Beispiel. Ein noch speziellerer Fall sind Modelle, die mit Kameras ausgestattet und sowohl der Handy-, als auch der Facebook-App verbunden sind. So können auf Wegen Bilder gemacht und direkt gepostet werden. Darüber hinaus lässt sich mit diesen Brillen Musik hören. Sie sollen demnächst auf dem Markt erhältlich sein.


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