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Kremsmünsterer Allgemeinmediziner informiert, was es beim Eisbaden zu beachten gilt

Tips LogoSophie Kepplinger, BA, 12.01.2024 10:51

KREMSMÜNSTER/OÖ. Eisbaden liegt klar im Trend. Welche Vorteile das kalte Bad bringt und warum vorab ein Check beim Arzt sinnvoll ist, das verrät Wolfgang Ziegler, Allgemeinmediziner in Kremsmünster und Kurienobmann-Stellvertreter der niedergelassenen Ärzte in der Ärztekammer für Oberösterreich.

Das Eisbad am besten in Begleitung genießen und niemals den Kopf unter Wasser tauchen. (Foto: Michele Ursi/stock.adobe.com)

Was passiert, wenn man einen rund 36 Grad warmen Körper in ein unter zehn Grad kühles Wasser taucht? Zuerst sträubt sich alles im Körper gegen die Kälte und führt zu einer schmerzhaften Gefäßkontraktion der Haut. Dieser Schmerz geht allmählich in eine Wärmephase über. Dafür verantwortlich: die Ausschüttung von Stress- und Glückshormonen.

Eisbaden als Jungbrunnen

So ein Eisbad härtet das Immunsystem ab. Beobachtet wurde, dass bei Eisbadenden die Infekte milder verlaufen, sich der psychische Allgemeinzustand hebt und auch nervöse Störungen und Überhitzungen des Körpers ausgeglichen werden. Ebenso könne sich das Eisbaden positiv auf rheumatische Schmerzen, Asthma und Entzündungen auswirken. Ein richtiger Jungbrunnen also.

Check beim Arzt

Bevor man ins kalte Wasser geht, sollte man einen Arzt zum medizinischen Check aufsuchen, denn das Eisbaden setzt eine robuste Verfassung voraus. „Ungeeignet sind Patienten mit Durchblutungsstörungen des Herzens, labilem Blutdruck, frischen Thrombosen, Nierenerkrankungen, Träger von Herzschrittmachern und Defibrillatoren, bei akuten Infekten sowie nach einem Herzinfarkt, herzchirurgischen Maßnahmen oder Schlaganfall innerhalb des letzten Jahres“, informiert Wolfgang Ziegler, Allgemeinmediziner in Kremsmünster und Kurienobmann-Stellvertreter der niedergelassenen Ärzte in der Ärztekammer für Oberösterreich.

Geplant vorgehen

Es empfiehlt sich, das Eisbaden langsam anzugehen und geplant vorzugehen: mit anfänglichen Wechselduschen (kalt und warm) und Saunarunden. Erst dann sollte man ins kalte Wasser steigen. Ideal wäre es, von Herbst bis in den Winter jede Woche ein- bis zwei Mal in einen See oder Bottich mit Wasser zu steigt. Dann ist man auf die Kühlschrank-ähnlichen Temperaturen sehr gut vorbereitet.

Dosierungstabelle für die Zeit im Eiswasser

Zudem gibt eine Dosierungstabelle, die angibt, wie lange man im kalten Wasser maximal verweilen sollte – als Anfänger, Fortgeschrittener und Trainierter. Zuerst sind es nur wenige Sekunden, mit der Zeit kann man das steigern. Bei fünf Grad sollte ein Anfänger jedenfalls nicht länger als zehn bis 25 Sekunden im Wasser bleiben. Ein Trainierter kann bei gleicher Temperatur schon fünf bis zehn Minuten verweilen.

Nie den Kopf unter Wasser setzen

Weitere Tipps von Allgemeinmediziner Wolfgang Ziegler: nicht alleine und nur im seichten Wasser bleiben, nur bis zur Brust untertauchen, den Kopf nie unter Wasser setzen und die Ohren durch eine Kopfbedeckung schützen sowie regelmäßige Wiederholungen – ein bis zwei Anwendungen pro Woche sind dazu ausreichend.


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