Wie gute Begleitung von Menschen mit Demenz gelingen kann
LINZ. Wie können Menschen mit Demenz gut begleitet und gleichzeitig jene gestärkt werden, die täglich für sie da sind? Rund 100 Teilnehmer beschäftigten sich bei der fünften Fachtagung Demenz der Diakonie Akademie im Neuen Rathaus in Linz mit dieser Frage.

Mit der älter werdenden Bevölkerung steigt auch die Zahl der Menschen mit Demenz. Davon betroffen sind zunehmend auch Menschen mit Behinderungen. Für Fachkräfte in Einrichtungen und für Angehörige entstehen dadurch neue Herausforderungen.
Bei der Fachtagung standen deshalb konkrete Methoden für den Betreuungsalltag, Teamarbeit und die psychische Widerstandskraft der Mitarbeiter im Mittelpunkt.
Humor als Hilfe im Arbeitsalltag
Matthias Prehm, Fachkrankenpfleger für Intensivpflege und Anästhesie, eröffnete die Tagung mit der Keynote „Pflege deinen Humor“. Anhand von Beispielen aus seinem Berufsalltag zeigte er, wie Humor helfen kann, schwierige Situationen zu bewältigen und die eigene Resilienz zu stärken.
Pflegeexperte und Autor Christian Müller-Hergl rückte die Zusammenarbeit in Betreuungsteams in den Mittelpunkt. „Je besser es dem Team geht, desto höher ist die Lebensqualität der Bewohner“, betonte er.
Er stellte auch die von ihm entwickelte Methode „Feedback Demenz“ vor. Dabei werden Abläufe im Betreuungsalltag analysiert und gemeinsam reflektiert. Ziel ist es, sowohl das Wohlbefinden der Bewohner als auch die Arbeitszufriedenheit der Mitarbeiter zu verbessern.
Verhalten besser verstehen
Die Psychologin und Psychogerontologin Mariana Kranich präsentierte den sogenannten SEED-Ansatz. Dieser soll helfen, den emotionalen Entwicklungsstand von Menschen mit Demenz und kognitiven Beeinträchtigungen besser einzuschätzen. Werden Erwartungen an die jeweilige emotionale Entwicklung angepasst, können Überforderung und herausforderndes Verhalten besser vermieden werden.
Am Nachmittag vertieften Karla Kämmer und Mario Golser die Methode „Feedback Demenz“ anhand von Praxisbeispielen. Die Teilnehmer tauschten sich dabei über Erfahrungen aus ihrem Betreuungsalltag aus.
Zum Abschluss gab Sozialwissenschafterin und Coachin Pia Achilles Anregungen für mehr Resilienz und den Umgang mit Belastungen. „Je mehr man bei sich selbst ist, desto besser kann man sich auf sein Gegenüber einstellen“, sagte sie.
Austausch mit Angehörigen
Nach der Fachtagung fand außerdem ein Angehörigenabend statt. Fachkräfte, Referenten und eine Neurologin beantworteten Fragen rund um die Begleitung von Menschen mit Demenz.
Die nächste Fachtagung Demenz ist für 23. September 2027 geplant.








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