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OÖ. Eltern mit Kindern zwischen zwei und fünf Jahren fanden die Betreuungssituation vor allem von Mitte März bis Anfang Mai 2020 schwierig. Für 64 Prozent war die Betreuung ihrer Kinder in diesem Zeitraum nur schlecht zu organisieren. Insgesamt wünschen sich viele Eltern Kinderbetreuungsangebote, die sich mit einem Vollzeitjob vereinbaren lassen. Das sind Ergebnisse einer kürzlich durchgeführten Umfrage der Arbeiterkammer (AK) OÖ unter 1.368 Eltern.

Eltern mit kleinen Kindern fanden die Betreuungssituation vor allem von Mitte März bis Anfang Mai 2020 schwierig (Symbolbild). (Foto: Oksana Kuzmina/Shutterstock.com)

Nach fast einem Jahr verursacht die Corona-Pandemie immer noch große Unsicherheit bei jungen Eltern. So waren Kinderbetreuungseinrichtungen zu Beginn der Pandemie nicht für alle Kinder geöffnet. Hinzu kamen und kommen Aufrufe, Kontakte zu Großeltern, Verwandten oder Freunden zu meiden, aber auch weniger Gehalt durch Arbeitslosigkeit oder Kurzarbeit sowie der verpflichtende Abbau von Urlaubs- und Zeitguthaben. Die AK OÖ führte nun eine Online-Umfrage unter 1.368 Eltern durch, die mindestens ein Kind zwischen zwei und fünf Jahren haben. „Die Antworten der Eltern bestätigen unsere jahrelangen Forderungen für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie“, sagt AK OÖ Präsident Johann Kalliauer.

Herausforderungen beim Besuch von Betreuungseinrichtungen

Im Mittelpunkt der Umfrage standen die Herausforderungen beim Besuch von Krabbelstuben, Kindergärten und Horten während der Corona-Pandemie. Darüber hinaus wurden Fragen zur Sommerbetreuung 2020 und zur Zufriedenheit mit Kinderbetreuungseinrichtungen, beispielsweise in puncto Öffnungszeiten und Information, gestellt.

Ein zentrales Ergebnis ist etwa, dass Eltern die Betreuungssituation von Mitte März bis Anfang Mai 2020 am schwierigsten empfanden. Für 64 Prozent war die Betreuung ihrer Kinder in diesem Zeitraum schlecht zu organisieren. Ab Mai entspannte sich die Situation wieder, ehe sie im Sommer noch einmal schlechter wurde. 38 Prozent der Umfrageteilnehmer gaben an, dass für die Sommerferien kein Betreuungsangebot geschaffen worden sei. Für 42 Prozent war das Angebot nicht bedarfsgerecht. Hier zeigten sich große regionale Unterschiede. Am schlechtesten bewertet wurde etwa das Sommerangebot im Innviertel.

Besonders schwierige Situation für arbeitende Eltern

Als besonders schwierig erwies sich die Kinderbetreuungssituation in der Pandemie für jene Eltern, die trotz Lockdowns am Arbeitsort weiterarbeiteten, aber auch für jene, die teilweise ins Homeoffice ausweichen konnten. Die Mehrheit der Befragten (knapp 61 Prozent), die im Regelfall von Familienmitgliedern unterstützt wird, musste im Lockdown ohne Unterstützung auskommen. Bei etwa der Hälfte der Befragten halfen der Partner und bei 36 Prozent trotz des gegenteiligen Aufrufs die Großeltern.

Hinsichtlich der Zufriedenheit mit den Betreuungseinrichtungen lässt sich zusammenfassen, dass Eltern vor allem der Arbeit des Betreuungspersonals und den inhaltlichen Schwerpunkten zustimmen. Unzufriedenheit liegt hingegen bei der Ferienbetreuung und bei Elternbeiträgen vor. Eltern zahlen derzeit für die Betreuung in der Krabbelstube bis zum 30. Lebensmonat des Kindes und für die Nachmittagsbetreuung in Kindergärten ab 13 Uhr. Die Zufriedenheit mit den Öffnungszeiten und der Nachmittagsbetreuung hängt laut AK-Umfrage unter anderem mit der Zahl der geöffneten Nachmittage zusammen. Je mehr Nachmittagsangebot verfügbar ist, desto zufriedener sind die Befragten. Die größte Unzufriedenheit mit der Nachmittagsbetreuung wurde im Innviertel (39 Prozent) und in der Region Steyr-Kirchdorf (38 Prozent) verzeichnet.

AK fordert Rechtsanspruch auf Betreuungsplatz

„Die Erfahrungen in den Lockdowns verdeutlichen, warum eine moderne Gesellschaft flächendeckende, qualitätsvolle und vor allem vollzeittaugliche Kinderbetreuungsangebote braucht“, resümiert Kalliauer. Die AK OÖ fordert unter anderem eine nachhaltige, finanzielle Sicherstellung für Kinderbetreuungseinrichtungen sowie eine verpflichtende Bedarfserhebung in allen oberösterreichischen Gemeinden und Bezirken. Darüber hinaus sollten etwa Elternbeiträge für die Nachmittagsbetreuung zurückgenommen werden - eine Forderung, die auch die SPOÖ stellt. Es brauche einen Rechtsanspruch auf einen qualitätsvollen Betreuungsplatz ab dem zweiten Lebensjahr bis zum Ende der Sekundarstufe I (Mittelschule, AHS-Unterstufe).


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