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OÖ/LINZ. Betriebsratsvorsitzende berichten, dass Homeoffice zurückgehe und nur wenige Beschäftigte Angst hätten, nach Kurzarbeit gekündigt zu werden. Das sind zentrale Ergebnisse einer Befragung von 492 Betriebsratsvorsitzenden oberösterreichischer Unternehmen, die das Institut für Sozial- und Wirtschaftswissenschaft (ISW) in Linz durchführte. Die Arbeiterkammer (AK) OÖ präsentierte am Montag, 1. März Details und zog Schlussfolgerungen aus der Befragung.

Nur ein Drittel der Betriebe hat bisher eine Vereinbarung zu Homeoffice (Symbolbild). (Foto: epixproductions/Shutterstock.com)

Das ISW hat 492 Betriebsratsvorsitzende zu ihren Erfahrungen mit Kurzarbeit und Homeoffice in der Corona-Pandemie befragt. Teilgenommen haben Betriebsratsvorsitzende aus Branchen wie Metall, Elektro, Fahrzeug- und Maschinenbau, aber auch aus dem Sozial- und Gesundheitsbereich, dem Handel oder Banken- und Versicherungsbereich. Sie sind sowohl in kleinen als auch in mittleren oder großen Betrieben mit mehr als 250 Mitarbeitern tätig.

Mehrheit nutzte Kurzarbeit, unterschiedliche Erfahrungen

Ein zentrales Ergebnis ist, dass 61 Prozent angaben, dass ihr Betrieb Kurzarbeit nutzte. Diese gab den Beschäftigten eine gewisse Sicherheit. So sagten zwei Drittel der Befragten, dass der Großteil der Beschäftigten keine Angst hätte, nach dem Ende der Kurzarbeit gekündigt zu werden. Gleichzeitig berichtete ein Fünftel jedoch von Kündigungen bei Betrieben, die Kurzarbeit in Anspruch nahmen. Darüber hinaus meinen 38 Prozent, dass das Arbeitsvolumen gar nicht an die reduzierte Arbeitszeit angepasst wird. Eine weitere Herausforderung sehen mehr als zwei Drittel der befragten Betriebsratsvorsitzenden in den finanziellen Einbußen aufgrund der Kurzarbeit.

Ähnlich zwiespältig ist die Meinung zu Homeoffice. 75 Prozent der Befragten stellen fest, dass vielen Beschäftigten Kontakte zu ihren Kollegen fehlen. Grenzen zwischen Arbeits- und Privatleben würden - etwa durch häufigere Arbeitsunterbrechungen als im Betrieb - verschwimmen, immer wieder mangle es auch an geeigneten Arbeitsräumen oder der passenden technischen Ausstattung wie einem Drucker und leistungsfähiger Internetverbindung. Eine Vereinbarung zum Homeoffice ist noch eher die Ausnahme als der Regelfall. So gibt etwa jeder dritte Betriebsratsvorsitzende an, dass sein Unternehmen eine Vereinbarung zu Homeoffice hat oder diese gerade verhandelt wird. Mehr als die Hälfte sieht dauerhaftes Homeoffice kritisch.

Homeoffice: Wegfall des Arbeitsweges wird als Erleichterung empfunden

Auf der anderen Seite werden auch Chancen durch Homeoffice gesehen. So stimmen 87 Prozent der Befragten der Aussage zu, dass viele Beschäftigte den Wegfall des täglichen Arbeitsweges als erleichternd empfinden. Zwei Drittel meinen auch, dass Homeoffice für viele Beschäftigten zu einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf beitrage.

Mittlerweile ist eine Rückkehr aus dem Homeoffice bemerkbar. In fast der Hälfte der Betriebe waren zum Jahresende keine Beschäftigten oder höchstens ein Zehntel der Belegschaft im Homeoffice. Nur mehr bei etwa jedem achten Betrieb wird überwiegend zu Hause gearbeitet. Zu Beginn der Corona-Pandemie im März 2020 war das noch anders. Zu diesem Zeitpunkt arbeitete fast ein Viertel der Betriebe im Homeoffice.

AK fordert Betriebsvereinbarung und verbesserte Bedingungen für Betriebsräte

„Betriebsratsvorsitzende sehen beim Home-Office Chancen und Gefahren. Umso dringlicher ist ein gemeinsames Festlegen durch eine Betriebsvereinbarung“, sagt AK OÖ Präsident Johann Kalliauer. Laut ihm müssen aus den Erfahrungen die richtigen Lehren gezogen werden. So brauche es frühzeitige, klare und nachvollziehbare Kurzarbeitsbestimmungen, aber auch wirksamen Schutz für Beschäftigte, die einen Betriebsrat gründen möchten und Recht auf Freistellungen in Höhe von zehn bis 50 Prozent des Arbeitszeitausmaßes für Betriebsratsvorsitzende, sofern das Unternehmen weniger als 150 Beschäftigte hat. Bezüglich Homeoffice soll es laut AK OÖ Maßnahmen zur Grenzziehung zwischen Arbeits- und Privatleben, einen weiteren Ausbau von Kinderbetreuungsangeboten und ein gesundes Verhältnis zwischen Homeoffice und Büroarbeitsplatz geben. Kurzarbeitserfahrungen sollten zukünftig für eine kürzere Vollzeit für alle dienen.

Der gesamte Forschungsbericht kann auf der Webseite des ISW gelesen werden.


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