Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

OÖ. Während Corona-Tests in Betrieben mittlerweile als Nachweis gelten, um körpernahe Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen, ist das bei Selbsttests nach wie vor nicht der Fall. Dass das geändert werden soll, meinen etwa Wirtschafts- und Tourismus-Landesrat Markus Achleitner sowie die Gewerkschaft younion. Sie sprechen von einer Erleichterung für Menschen auf dem Land, aber auch von einer Entlastung des medizinischen Personals.

Corona-Selbsttests sind bisher noch nicht als Nachweis bei körpernahen Dienstleistern zugelassen (Symbolbild). (Foto: CorinnaL/Shutterstock.com)

Der Corona-Gipfel der Bundesregierung am vergangenen Montag habe leider nicht die erhofften Perspektiven, insbesondere für Tourismus, gebracht, sagt Wirtschafts- und Tourismus-Landesrat Markus Achleitner (ÖVP). „Doch nun gilt es, nach vorne zu schauen und schon jetzt die Voraussetzungen für weitere Öffnungsschritte zu schaffen, die hoffentlich bald folgen werden. Hier ist vor allem das Gesundheitsministerium gefordert: Es müssen endlich die Selbsttests, die sogenannten Nasenbohrer-Tests, als Zutrittsmöglichkeit etwa in der Gastronomie, aber auch für Aktivitäten in Vereinen oder für die Teilnahme an Veranstaltungen offiziell anerkannt werden. Die Zuverlässigkeit dieser Selbsttests ist schon längst durch Expertenstudien bestätigt, beispielsweise von der AGES – Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit -, aber auch von der Charite – Universitätsmedizin Berlin“, hält Achleitner fest.

Studie: „Kein signifikanter Unterschied zwischen Antigen-Schnelltests“

Die Studie der AGES umfasste 158 Personen, bei denen ein freiwilliges Massenscreening durchgeführt wurde. Zuerst führte geschultes Personal Nasenabstriche durch, danach wurden selbst durchgeführte Abstriche und Gurgelproben gesammelt. Bei 38 Patienten im Krankenhaus wurden ebenfalls Corona-Selbsttests und Schnelltests von medizinischem Personal durchgeführt. Die Ergebnisse wurden miteinander verglichen. „Im Vergleich zur PCR aus NP-Abstrichen (Abstriche im Nasen-Rachen-Raum) gab es keinen signifikanten Unterschied zwischen der Gesamtsensitivität zum Nachweis von SARS-Cov-2 mit einem Antigen-Schnelltest aus AN-Abstrichen (anteriorer nasaler Abstrich = im vorderen Nasenraum) gegenüber dem Antigen-Schnelltest aus NP-Abstrichen“, heißt es in der Studie wortwörtlich. Das bedeutet, dass kein signifikanter Unterschied zwischen Corona-Selbsttests und Antigen-Schnelltests, die medizinisches Personal durchführte, festgestellt werden konnte. „Wenn der Staat über seine eigene Gesundheitsagentur derartige Studienergebnisse erheben lässt, dann sollten diese auch politisch und rechtlich anerkannt werden – vor allem auch vom Gesundheitsministerium, in dessen Zuständigkeit die AGES fällt. Das Gesundheitsministerium soll daher endlich die Grundlagen dafür schaffen, dass diese Selbsttests auch als Zutrittstests etwa für die Gastronomie Gültigkeit haben“, schließt Achleitner. Durchgeführt werden Corona-Selbsttests etwa in Schulen, sie sind auch in Apotheken erhältlich.

Mehr Testbereitschaft und Entlastung als Folgen

Die Anerkennung von Corona-Selbsttests habe einige Vorteile wie eine höhere Bereitschaft der Menschen zu Testungen und dass medizinisches Personal entlastet werde, das derzeit die professionellen Abstriche aus dem Nasen-Rachen-Raum durchführt. Von Erleichterung spricht die Gewerkschaft younion Oberösterreich. „Vor allem für die Kollegen und Kolleginnen in der Kinderbildung wäre das eine enorme Erleichterung. In ländlichen Gegenden bleibt oft viel Zeit liegen, um zur nächsten Teststraße zu gelangen“, sagt younion Landesvorsitzender Christian Jedinger. Er fordert Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) zum Dialog mit der Gewerkschaft auf. Man sei dazu bereit und habe viele konstruktive Vorschläge.

„Die Umsetzung von 'Test & Go' im Tourismus, aber auch in der Kultur, dem Sport, dem Ehrenamt oder etwa dem Messe- und Veranstaltungswesen wird nur dann möglich sein, wenn es dafür ausreichend Testkapazitäten gibt. Dies kann nur dann sichergestellt werden, wenn auch die sogenannten 'Nasenbohrer-Tests' offiziell anerkannt werden, deren Zuverlässigkeit eben auch durch Expertenstudien bestätigt worden ist“, bekräftigt Achleitner. Der Staat stellt seit Montag jeder Person ab 15 Jahren fünf kostenlose Selbsttests pro Monat zur Verfügung. Bisher (Stand 2. März 2021) gelten wie berichtet unter anderem Tests, die in Teststraßen, von niedergelassenen Ärzten oder von Personal in Apotheken durchgeführt wurden, als Nachweis, um körpernahe Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen.

 


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden

Antworten
Besserwisser
Besserwisser
17.04.2021 11:50

Selbsttest

Mir scheint mit dem Abgang vom Anschober ist das wieder in der Schublade verschwunden.


Weitere Beiträge

Was sich bei Notfällen und OP-Wartezeiten in den oö. Spitälern verbessert

Was sich bei Notfällen und OP-Wartezeiten in den oö. Spitälern verbessert

OÖ/LINZ/ROHRBACH. Das oö. Gesundheitssystem ist in einer angespannten Situation, vor einem Jahr war es besonders häufig in den Schlagzeilen ...

Tips - total regionalKarin Seyringer
Wer zahlt, kommt schneller dran? AK-Studie zu Wartezeiten bei OP-Terminen in OÖ

Wer zahlt, kommt schneller dran? AK-Studie zu Wartezeiten bei OP-Terminen in OÖ

OÖ/LINZ. Die Arbeiterkammer (AK) OÖ kritisiert lange Wartezeiten bei geplanten Operationen – und kritisiert zudem mögliche Wartelisten-Vorreihungen. ...

Tips - total regionalKarin Seyringer
Die Gewinner des Caesar Kommunikationspreises 2026 stehen fest

Die Gewinner des Caesar Kommunikationspreises 2026 stehen fest

OÖ/LINZ. Beim oö. Kommunikationspreis CAESAR sind am Mittwochabend im Posthof Linz 36 Arbeiten ausgezeichnet worden. Je zwölf erhielten Gold, ...

Tips - total regionalKarin Seyringer
SPÖ Oberösterreich will anschieben statt aufschieben

SPÖ Oberösterreich will "anschieben statt aufschieben"

OÖ/LINZ. Die SPÖ Oberösterreich hat am Mittwoch ihre Herbstkampagne für die Landtagswahl 2027 in Oberösterreich präsentiert. Sie will „#Anschieben ...

Tips - total regionalKarin Seyringer
Seiter folgt Gasselsberger als deutscher Honorarkonsul in OÖ

Seiter folgt Gasselsberger als deutscher Honorarkonsul in OÖ

LINZ. Martin Seiter ist neuer Honorarkonsul der Bundesrepublik Deutschland in Oberösterreich. Der designierte Generaldirektor der Oberbank wurde ...

Tips - total regionalKarin Seyringer
Verkürztes Lehramtsstudium startet mit höheren Anmeldezahlen

Verkürztes Lehramtsstudium startet mit höheren Anmeldezahlen

OÖ/LINZ/SALZBURG. Kurz nach dem Start des reformierten Lehramtsstudiums Sekundarstufe Allgemeinbildung wird in Oberösterreich und Salzburg ...

Tips - total regionalKarin Seyringer
Weitere Beiträge