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OÖ. Im August lag die Arbeitslosenquote bei 4,5%, damit 1,7%-Punkte unter dem Vorjahresniveau. Auch im Vergleich zum August 2019 – vor der Corona-Krise – ist die Arbeitslosenquote um 0,1%-Punkte geringer. Die Langzeitarbeitslosenzahlen sind weiterhin hoch, jedoch rücklaufend. Die Arbeitskräftenachfrage zeigt einen positiven Trend.

Symbolfoto (Foto: Volker Weihbold)
Symbolfoto (Foto: Volker Weihbold)

„So wie die Auftragsbücher der meisten Firmen voll sind, sind auch die Auftragsbücher des AMS gut gefüllt. Rund 31.000 offene Stellen sind derzeit in OÖ gemeldet.“, sagt AMS-Landesgeschäftsführer Gerhard Strasser. Als Risikofaktoren am Arbeitsmarkt nennt er die Entwicklung der Pandemie und die Schwierigkeiten bei den Zulieferern für die oberösterreichische Industrie und das Gewerbe. „Kurzarbeit wird deswegen wieder an Bedeutung gewinnen“, folgert Strasser.

Die Arbeitslosenquote betrug in Oberösterreich im August 4,5% (Österreichschnitt: 6,9%) und lag damit um 1,7%-Punkte unter dem Niveau des Vorjahres. Die Zahl der Beschäftigten lag bei 687.000 Personen (+13.000 bzw. +1,9% mehr als im Vorjahr). Die Zahl der Arbeitslosen lag massiv niedriger als vor einem Jahr (-11.928; -26,9% auf 32.350 Personen). In Schulungen befinden sich 8.293 Personen (+13,5% gegenüber dem Vorjahr).

Vergleich mit August 2019

Aufgrund der Corona-Krise ist der Vergleich mit August 2020 nur bedingt aussagekräftig. Verglichen mit August 2019 liegt die Beschäftigung um rund 6.000 (+0,9%) höher. Der Bestand an Arbeitslosen weist ein Minus von -1,6% (-524) auf. Die Arbeitslosenquote liegt mit 4,5% (-0,1%) unter dem August 2019. Die Arbeitslosigkeit ist bei den Frauen mit -1,6% (-273) im gleichen Ausmaß rückläufig wie auch bei den Männern (-1,6%; -251). Bei Personen unter 25 Jahren liegt die Arbeitslosigkeit unter dem Niveau von 2019 (-11,6%; -520), während sie bei den über 55-Jährigen anstieg (+7,9%; +524). Auch Personen mit gesundheitlichen Einschränkungen sind vom Anstieg der Arbeitslosigkeit stärker betroffen (+4,6%; +453).

Langzeitarbeitslosigkeit

Weiterhin dramatisch stellt sich die Situation für langzeitbeschäftigungslose Personen dar. Im Vergleich zum August 2020 befinden sich die Zahlen nur geringfügig über dem Vorjahresniveau (+254; +2,3%), aber im Vergleich zum August 2019 sind die Zahlen um 41,4% (+3.318) höher. Jedoch ist seit dem Höchststand im Monat März 2021 (13.504) bereits ein Abbau der Langezeitarbeitslosigkeit um 2.100 Personen gelungen. Die entsprechenden Fördermittel werden hier sehr aktiv eingesetzt und von den Betrieben angenommen. Verglichen mit dem Vormonat Juli 2021 hat sich die Langzeitarbeitslosigkeit reduziert (-334; -2,9%).

Stellenmarkt

Ende August standen beim AMS OÖ 31.218 offene Stellen zur Verfügung (+13.238 bzw. +73,6% mehr als im Vorjahr). Zudem waren 2.055 sofort verfügbare Lehrstellen (+273 bzw. +15,3%) und 961 sofort verfügbare Lehrstellensuchende (-317; -24,8% gegenüber dem Vorjahr) gemeldet. Im Vergleich zum Jahr 2019 liegt die Zahl der der beim AMS gemeldeten offenen Stellen liegt mit +36,8% (+8.390) wesentlich über dem Niveau von August 2019.

ÖVP: „Aus- und Weiterbildungsgarantie ist Gebot der Stunde“

Landeshauptmann Thomas Stelzer und Wirtschafts-Landesrat Markus Achleitner stellen zu den Arbeitsmarktdaten für August fest, dass aufgrund der steigenden Anzahl der offenen Stellen in Oberösterreich Qualifizierung das Gebot der Stunde sei. „Wir bieten deshalb jedem Oberösterreicher eine Aus- und Weiterbildungsgarantie“. Die beiden ÖVP-Politiker betonen: „Zahlen und Statistiken sind die eine Seite, menschliche Schicksale, die hier dahinter stehen, die andere, viel wichtigere Seite. Auch wenn sich die Arbeitsmarktsituation in OÖ erfreulicherweise deutlich gebessert hat, ist nach wie vor jede und jeder Arbeitslose noch eine und einer zu viel. Zugleich geht es auch darum, der Wirtschaft die dringend benötigten Arbeits- und Fachkräfte zu verschaffen – die Zahl der offenen Stellen, 31.218, untermauern den Bedarf.“

Job-Restart: Grüne fordern Unterstützung der Gemeinden

Die Grüne Arbeitsmarktsprecherin Ulrike Schwarz kommentiert die Arbeitsmarktdaten wie folgt: „Der Arbeitsmarkt floriert, die Firmen suchen Leute und die offenen Stellen werden immer mehr. Es ist aber nicht alles gut. Die Langzeitarbeitslosigkeit sinkt zwar leicht aber das auf enorm hohem Niveau – zu hoch, um sich damit abzufinden. Denn es geht um jedes persönliche Schicksal. Wir müssen dafür sorgen, dass die Maßnahmen endlich wirklich greifen.“ Damit spricht Schwarz das Job-Restart Programm an. Dafür sollen, laut Schwarz, nicht nur die finanziellen Mittel zur Verfügung gestellt werden, sondern „das Land muss es kontinuierlich begleiten und die Gemeinden bei der Umsetzung unterstützen“.


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