Equal Pay Day: Frauen in Vollzeit verdienen um 22,9 Prozent weniger als Männer

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Wurzer Katharina, Leserartikel, 11.10.2021 15:58 Uhr

LINZ/OÖ. Am Samstag, 9. Oktober, war der Equal Pay Day in Oberösterreich. Ab diesem Tag arbeiten Frauen statistisch gesehen gratis. Sie verdienen für die gleiche Arbeit durchschnittlich 22,9 Prozent weniger als Männer. Woran das liegt und welche Gegenmaßnahmen es bräuchte, berichten die SPÖ Frauen sowie der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) OÖ.

„Der Druck auf Arbeitnehmerinnen wird von Jahr zu Jahr größer. Mehr leisten, jeden Tag funktionieren – und trotzdem ist die Summe am Gehaltszettel kleiner als beim männlichen Kollegen. Für Österreichs Frauen ist diese ungerechtfertigte Unterbezahlung bittere Realität. Offen darüber reden ist dennoch ein Tabu“, kritisiert SPÖ-Landesgeschäftsführerin Laura Wiednig. Frauen, die Vollzeit arbeiten und ganzjährig beschäftigt sind, verdienen laut Statistik Austria österreichweit durchschnittlich etwa 2.809 Euro brutto monatlich. Bei Männer liegt dieser Wert bei rund 3.279 Euro (letzte Zahlen von 2019).

Regionale Unterschiede

In Oberösterreich ist dieser Unterschied größer. Frauen erhalten hierzulande fast 23 Prozent weniger Einkommen als Männer. Damit liegt das Bundesland auf dem vorletzten Platz vor Vorarlberg, wo der Einkommensunterschied 26,2 Prozent beträgt. Am geringsten ist die Lohnschere in Wien mit 12,8 Prozent. Die SPÖ Frauen führen das unter anderem auf wirksame Frauenförderprogramme und ganztägige Kinderbetreuungseinrichtungen zurück. Bundesweit macht der Unterschied zwischen den Geschlechtern 18,5 Prozent aus. Der österreichweite Equal Pay Day ist daher erst am 25. Oktober.

Mindestlohn von 1.700 Euro gefordert

Als wesentlichen Grund für die Einkommensunterschiede nehmen die SPÖ Frauen sowie der ÖGB OÖ die schlechtere Bezahlung in frauendominierten Branchen wie dem Handel, Tourismus und der Pflege wahr. „Es ist genauso viel wert, Haare zu schneiden, Menschen zu pflegen oder Kinder zu unterrichten wie Mauern zu bauen, Computer zu programmieren oder Autos zu reparieren. Wir wollen, dass Frauen endlich fair bezahlt werden. Dazu braucht es ein gesellschaftliches Umdenken, was den Wert von Arbeit betrifft, die häufig von Frauen verrichtet wird. Ein wesentlicher Schritt in die richtige Richtung wäre zudem ein Mindestlohn von 1.700 Euro“, hält ÖGB Frauenvorsitzende Elfriede Schober fest. Der Gewerkschaftsbund führte in den vergangenen Tagen Straßen- und Plakataktionen durch, um „ein Zeichen gegen diese Ungerechtigkeit zu setzen und die Arbeitnehmerinnen aufzurütteln“.

Beschäftigungs- und Ausbildungsinitiativen

„Es ist höchste Zeit für eine feministische Trendwende in unserem Land. Wir können nicht länger warten. Frauen stemmen die Krise und sind die Systemerhalterinnen. Wo bleibt ihr fairer Lohn? Es müssen regionale Angebote und neue Perspektiven für Frauen vor Ort geschaffen werden. Darum geht es jetzt“, sagt SPÖ-Landesfrauenvorsitzende Renate Heitz. Dazu zählen für sie beispielsweise Beschäftigungs- und Ausbildungsinitiativen wie Umschulungen, wenn in bestimmten Berufen Arbeitsplätze verloren gehen, und Weiterbildungsmaßnahmen, genauso wie höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen in frauendominierten Branchen. Zudem brauche es gleiche Löhne für gleichwertige Arbeit, Lohntransparenz durch Einkommensberichte sowie eine kostenlose, ganztägige und ganzjährige Kinderbetreuung.

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