AK-Wissenschaftspreis geht an zwei Frauen und einen Mann

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Karin Seyringer Tips Redaktion Karin Seyringer, 04.12.2021 16:57 Uhr

OÖ/LINZ. Der 38. Wissenschaftspreis, den die Arbeiterkammer OÖ in Kooperation mit der Johannes Kepler Universität Linz vergab, beschäftigte sich mit dem Thema „Digitaler Wandel muss aktiv gestaltet werden!“. Aus 27 eingereichten Arbeiten wurden drei Preisträger ausgezeichnet: Laura Thäter, Anna Pillinger und Markus Meschik. Die drei Wissenschafter erhielten jeweils 3.000 Euro Preisgeld.

Digitalisierung verändert die Arbeitswelt und die Gesellschaft. „Als Interessenvertretung der Arbeitnehmer in Oberösterreich haben wir den Anspruch, die Zukunft der Arbeitswelt aktiv mitzugestalten. Dafür braucht es starke Mitspracherechte in den Betrieben, eine aktive Arbeitsmarktpolitik, die Menschen Chancen und Perspektiven eröffnet. Eine Bildungspolitik, die auf die neuen Herausforderungen vorbereitet und Mut macht. Eine Wirtschaftspolitik, die das Wohl der Menschen im Fokus hat und diese aktiv einbindet“, so AK-Präsident Andreas Stangl.

Die AK OÖ vergibt den Wissenschaftspreis, dieses Jahr zum 28. Mal.

Die Preisträger und ihre Arbeiten

 Laura Thäter, aktuell wissenschaftliche Mitarbeiterin an der JKU Linz, wurde für ihre Masterarbeit an der Leuphana Universität Lüneburg mit dem Titel „Auf dem Weg zu einem demokratischeren digitalen Arbeitsmarkt: Die Rolle von Gewerkschaften bei der kollektiven Organisierung von Plattformarbeitern“ ausgezeichnet. In ihrer Arbeit beleuchtet sie das einzigartige Beispiel der deutschen „Code of Conduct“-Initiative der Industriegesellschaft Metall und behandelt die Frage, wie Gewerkschaften die Arbeitsbedingungen in der Plattformökonomie zu beeinflussen versuchen und wie sich dies auf die Machtposition der Plattformarbeiter und der Gewerkschaft auswirkt. Die Ergebnisse zeigen, dass erprobte Formate von Gewerkschaften auch in digitalen Arbeitsmärkten sinnvoll sein können und Arbeitnehmerorganisationen auch in diesem Kontext Interessen von Arbeitern/-innen erfolgreich vertreten können.

Anna Pillinger wurde für ihre Masterarbeit an der Universität Wien mit dem Titel „Imagining Care Robots at a Dementia Station – Or: Wishing for a Unicorn“ ausgezeichnet. Sie beschäftigt sich mit der Frage, wie sich Pfleger auf Basis ihrer Erfahrungen potenzielle Einsatzbereiche und Anwendungen von Robotern in einem Pflegewohnheim zukünftig vorstellen. Die Ergebnisse liefern nicht nur einen Einblick in die Arbeit mit Technologien in der Pflege, sondern zeigen auch Chancen und Wünsche sowie Implikationen in Bezug auf Arbeitsbedingungen auf. Dabei wird deutlich, dass Technologien dann als hilfreich bewertet werden, wenn sie eine Entlastung des Personals sowie eine gute Pflege ermöglichen.

Markus Meschik erhielt den Wissenschaftspreis für seine Dissertation an der Karl-Franzens-Universität Graz mit dem Titel „GAME OVER – Digitale Spiele in Familien und der stationären Kinder- und Jugendhilfe“. Ziel der Dissertation war eine Untersuchung des Umgangs von Kindern und Jugendlichen mit digitalen Spielen. Beleuchtet wurde dabei auch der Umgang in den Familien sowie im Rahmen der stationären Kinder- und Jugendhilfe. Die Ergebnisse weisen zum einen auf eine hohe lebensweltliche Relevanz digitaler Spiele für Kinder und Jugendliche, zum anderen auf einen heterogenen Umgang mit diesen in Familien hin – teils ist dieser von Sorge und Restriktionen geprägt, teils werden die Spiele stark in den Familienalltag integriert. Sichtbar werden aber auch bedenkliche Finanzierungsmodelle digitaler Spiele. Der Autor ortet daher Handlungsbedarf im Sinne des Konsumenten- und Jugendschutzes.

Jetzt einreichen für 2022 – Thema: „Die sozialen Folgen der Corona-Pandemie“

Der AK-Wissenschaftspreis 2022 zeichnet wissenschaftliche Arbeiten aus, die 2021 und 2022 fertiggestellt wurden bzw. werden sowie der Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen von Arbeitnehmern dienen. Das Thema des Wissenschaftspreises 2022 lautet „Die sozialen Folgen der Corona-Pandemie“. Das Preisgeld beträgt insgesamt 9.000 Euro. Details zur Ausschreibung und zum Thema auf ooe.arbeiterkammer.at/wissenschaftspreis

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