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OÖ/LINZ/KEFERMARKT. Am Montag tagte der Landesparteivorstand der SPÖ Oberösterreich in Linz. Dabei wurde Michael Lindner einstimmig zum geschäftsführenden Landesparteivorsitzenden gewählt. Die bisherige Parteichefin Birgit Gerstorfer musste nach heftiger Kritik an einer Impfkampagne wie berichtet früher als geplant gehen, bleibt aber bis Herbst Landesrätin.

Landesparteivorstand der SPÖ OÖ (Foto: TEAM FOTOKERSCHI.AT / KERSCHBAUMMAYR)
  1 / 4   Landesparteivorstand der SPÖ OÖ (Foto: TEAM FOTOKERSCHI.AT / KERSCHBAUMMAYR)

„Es ist mir eine große Ehre und ich gehe mit einer guten Portion Demut an diese Aufgabe“, so der Kefermarkter im Pressestatement nach der Sitzung. „Ich bedanke mich bei allen Mitgliedern des Vorstandes, die sich aktiv eingebracht haben und insbesondere für das einstimmige große Vertrauen. Das ist ein flüchtiges Gut und es braucht viel Zeit und Einsatz, um Vertrauen aufzubauen und zu pflegen. Ich freue mich auf die kommende Arbeit, die Sozialdemokratie in Oberösterreich für die Zukunft aufzustellen, ins neue Zeitalter zu übersetzen.“

Offizielle Wahl im September, Personalpaket bis Ende Februar

Der Landesparteivorstand hat also beschlossen, offiziell zum ordentlichen Vorsitzenden gewählt wird er aber erst im Herbst, beim höchsten SPÖ-Gremium, dem Landesparteitag. Dieser tritt, wie ebenfalls am Montag endgültig fixiert, im September statt. „Bis dorthin gilt es einiges zu tun“, bezieht sich Lindner auf weitere personelle Entscheidungen, die es zu treffen gibt. Der Klubvorsitz und die Landesgeschäftsführung müssen neu besetzt werden. Für Ende Februar hat Lindner die Entscheidung angekündigt. „Es braucht noch viele Gespräche, es ist noch nichts spruchreif, es gibt noch keinen engeren Kreis.“

Stärkere Mitglieder-Einbindung

Auch wurde am Montag beschlossen, eine Arbeitsgruppe zu implementieren, die eine starke Beteiligung der Parteimitglieder bereits im Herbst vorbereitet. Die Mitglieder sollen bei wesentlichen Fragen mitentscheiden dürfen. „Es geht um eine stärkere Einbindung in die Parteiarbeit, auch jener, die sich fragen, welchen Mehrwert eine Parteimitgliedschaft hat. Meine Antwort: Die Sozialdemokratie ist eine starke Wertegemeinschaft mit der Aufgabe, die Welt gerechter zu machen. Wer mithelfen will, ist bei mir willkommen, ich bin an den Ideen unserer tausenden Mitglieder und Aktivisten immer interessiert.“

Dank an Gerstorfer mit Seitenhieb auf ÖVP

Auch nutzte der neue Parteichef die Gelegenheit, sich bei seiner Vorgängerin Birgit Gerstorfer zu bedanken. „Sie hat die Partei in einer schwierigen Situation übernommen und mit viel persönlichem Einsatz den Ausbau der Pflegeangebote vorangetrieben, hat hohe fachliche Kompetenz beweisen.“ Lindner übte in diesem Zug erneut Kritik an der ÖVP, die das Sozialressort nach der Landtagswahl übernommen hat. „Wer sich 90 Prozent der Macht nimmt, muss jetzt auch liefern.“

Er freue sich jedenfalls auf die spannende neue Aufgabe und ein konstruktives Miteinander innerhalb der Partei.


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