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Steigende Baukosten auch für Brückenbau und Sanierung große Herausforderung

Tips LogoKarin Seyringer, 24.03.2022 15:23

OÖ. Das Land OÖ hat in seinem Straßennetz über 3.000 Brücken und 29 Tunnel zu betreuen. Neben den stark gestiegenen Baupreisen macht auch der Personalmangel zu schaffen. Infrastruktur-Landesrat Günther Steinkellner (FPÖ) präsentierte gemeinsam mit Stefan Dobler, Leiter der Abteilung Brücken und Tunnelbau des Landes, die „Roadmap 27“ beim Brücken- und Tunnelbau in OÖ.

  1 / 2   Landesrat Günther Steinkellner und Abteilungsleiter Stefan Dobler präsentieren das Baustellenprogramm. (Foto: Land OÖ/Daniel Kauder)

In OÖ gibt es im Landesstraßennetz 3.045 Brückenbauwerke, 29 Landestunnel, 282 Ampelanlagen, 52 Pumpwerke, 115 Glättefrühwarnsysteme – diese müssen Instand gehalten und kontrolliert werden. Die Brücken- und Tunnelsysteme ziehen sich gesamt über 97 Kilometer – das entspricht der Luftlinie Linz-Salzburg.

Jährlich mehr als 1.000 Kontrollen und rund 350 Überprüfungen von Landesstraßenbrücken finden in OÖ statt. „Tragische Ereignisse wie in Genua zeigen, wie wichtig diese Kontrollen und Instandhaltung ist. Jeder Sanierung sorgt aber auch für große Verkehrsbeeinflussung – ein Stakeholder-Übereinkommen ist wichtig. Bei Großprojekten haben wir immer Gegnerschaften. Wir versuchen objektiv notwendige Maßnahmen zu setzen“, man könne es aber nicht jedem recht machen“, so Steinkellner.

Großprojekte bis 2027

Zu den wichtigsten Projekten im Brücken- und Tunnelbau in der aktuellen Legislaturperiode gehört die A26 Westring Hängebrücke am westlichen Ende von Linz. Rund 3,2 Kilometer Tunnelsystem und eine 306 Meter lange Hängebrücke entstehen in diesem ersten Bauabschnitt - hier ist man aktuell bei der Halbzeit. In rund zweieinhalb Jahren soll die Brücke dann für den Verkehr nutzbar sein – zur Entlastung der Nibelungenbrücke über die Donau in Linz. Sobald möglich sollen auf dieser die Radwegverbindungen verbreitert werden.

Als weiteres Großprojekt, das ansteht, nennt Steinkellner den Tunnel Weyer im Zuge der Umfahrung Weyer. „Die Bevölkerung wartet hier seit Jahrzehnten auf Entlastung. Es gibt hier keine Möglichkeit, den Straßenraum zu erweitern. Wir sind hier in der Endphase der Ausschreibung – im April gibt es weitergehende Infos dazu.“

Sorgenkind Mauthausener Brücke

Als eines der „größten Sorgenkinder der Zukunft“ bezeichnet Landesrat Steinkellner die in die Jahre gekommene Donaubrücke bei Mauthausen. Der Zustand der Brücke verschlechtert sich schneller als angenommen. Durch besondere Maßnahmen – etwa ein spezielles Salzstreugerät im Winter, wird versucht, die Brücke zu schonen, um sie noch so lange wie möglich nutzen zu können. Auch mit einem Spritzschutz sei die Unterseite versehen worden, um Korrosion zu vermindern, erläutert Stefan Dobler Leiter der Abteilung Brücken- und Tunnelbau.

Eine Totalsperre müssen verhindert werden, „sonst hätten wir für die Bevölkerung eine unzumutbare Situation“, so Steinkellner. Man sei hier gut abgestimmt mit Niederösterreich und forciert daher die möglichst rasche Umsetzung der neuen „Donauquerung Mauthausen“.

Die neue Donaubrücke ist 700 Meter flussabwärts geplant und reicht vom Knoten B3 in Oberösterreich über die Donau bis zum Knoten Pyburg in Niederösterreich. Nach dem Bau dieser Donauquerung soll die alte Donaubrücke – samt Vorlandtragwerk auf niederösterreichischer Seite – abgetragen und neu errichtet werden, um die aufgrund der Verkehrsbelastung erforderlichen vier Spuren über die Donau zu schaffen. Gehofft wird, dass die neue Donaubrücke Mauthausen ab 2027 für den Verkehr nutzbar ist.

Großprojekte 2022

Ein in Arbeit befindliches Großprojekt ist die Generalsanierung der 50 Jahre alten Westbahnbrücke in Vöcklabruck samt Stützmauern. Eine Totalsperre für sieben Monate ist nötig, „leider geht es nicht anders“, so Dobler. Am Montag starten wieder Arbeiten an der B126 Leonfeldner Straße zur Instandsetzung der Halbbrücken Türkengraben 1 und 2. In Fahrtrichtung Linz wird der Verkehr über die L1500 Kirchschlager Straße umgeleitet.  

Problematische Preissteigerungen

Auch beim Brücken- und Tunnelbau stellen die aktuellen Preissteigerungen im Baubereich vor Herausforderungen. „Momentan ist nicht vorhersehbar, wie es sich weiterentwickelt“, so Dobler. Der Baukostenindex im Brückenbau sei im Jahresvergleich Jänner 2021/2022 um 25 Prozent gestiegen, der Gesamtindex inklusive Lohnkosten um 14,5 Prozent. Und hier seien die Ukraine-Entwicklungen noch nicht mit dabei. Bei gleichen Geldmitteln werde nicht alles wie im Bauprogramm vorgesehen umsetzbar sein. „Je nachdem, wie sich die Preissituation entwickelt, werden wir die ein oder andere Maßnahme ins nächste Jahr schieben müssen“, so Dobler.

Personalmangel

Problematisch ist aber auch der Fachkräftemangel und fehlender Nachwuchs im technischen Bereich. In der Brückenmeisterei Kremsmünster sei etwa seit drei Jahren ein Facharbeiterposten unbesetzt, weitere seien dazugekommen. „Ich müsste alleine heuer fünf HTLer einstellen“, sieht Dobler auch den Trend, dass viele HTL-Absolventen weiter studieren gehen würden und nicht mehr direkt ins Berufsleben einsteigen.


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