Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

LINZ/OÖ. Rund 600 Gäste aus Kunst, Wissenschaft, Wirtschaft und dem Zivilleben folgten der Einladung von Landeshauptmann Thomas Stelzer und der OÖVP „Land der Möglichkeiten“ im Musiktheater Linz. „Mein Anspruch ist, dass wir aus dem Umbruch einen Aufbruch machen“, so der Landeshauptmann. Er fordert zudem vom Bund Hilfe für Unternehmen. Mit vier Impulsvorträgen wurden auch Ideen und Visionen für OÖ eingeholt.

Landeshauptmann Thomas Stelzer (Foto: OÖVP)
  1 / 4   Landeshauptmann Thomas Stelzer (Foto: OÖVP)

In seiner Eröffnungsrede unterstrich Stelzer, dass er aus vielen Gesprächen und Kontakten mit Bürgern klar sehe, wie es den Landsleuten im Alltag derzeit gehe: „Vieles worauf wir uns stützten, ist ins Wanken gekommen, unklar und unsicher. Ein unbeschwertes ‚Weiter-so‘ ist denkunmöglich geworden.“ Aber gerade da gehe es um den Blick und Schritt voraus, um auch wieder Tritt zu fassen. „Mein Anspruch ist, dass wir aus dem Umbruch einen Aufbruch machen. Dafür müssen wir heute unseren Blick dorthin richten, wo morgen und übermorgen die Chancen liegen werden.“

„Sicherstellung von Notwendigen hat Vorrang“

Zukunft steht für den Landeshauptmann im derzeitigen globalen Umfeld zunächst einmal für die Sicherstellung von Dingen, die gerade in Oberösterreich über Jahre als selbstverständlich galten: Frieden, Stabilität, Auskommen mit dem Einkommen, Gesundheit, leistbaren Strom und eine warme Wohnung. „Wir leben aktuell in Zeiten der Notwendigkeiten, aus denen dann wieder neue Möglichkeiten der Zukunft erwachsen werden. Jetzt heißt es für uns alle vorrangig: Frieden erreichen für Europa und helfen, unterstützen und da sein. Vor allem auch dort, wo Menschen existenzielle Sorgen rund um ihren Betrieb oder Arbeitsplatz haben“, so Stelzer.

Stelzer fordert vom Bund rasche und wirksame Hilfe für heimische Betriebe

Es gebe bereits zahlreiche Unterstützungsleistungen der Bundes- und Landesregierung. „Aber wir werden mehr tun müssen, damit Oberösterreich das bleiben kann, was es ist, was uns ausmacht: ein Land der Arbeit und Wirtschaft. Wer jetzt nicht auch rasch unseren Betrieben hilft, damit sie sich weiter auch international auf den Weltmärkten durchsetzen können und damit ihre Arbeitsplätze hier sichern, der riskiert den Verlust vieler Arbeitsplätze, der riskiert auch den sozialen Zusammenhalt hier bei uns“, fordert er Hilfe der Bundesregierung für die heimischen Betriebe.

„Russland wird in keiner Frage mehr ein verlässlicher Partner sein.“

Zu Russland meint er: „Auch wenn hoffentlich bald wieder Frieden herrscht, wird Russland wohl in keiner Frage mehr ein verlässlicher Partner sein – schon gar nicht in der Energielieferung.“ Umso wichtiger sei jetzt die Sicherstellung der nötigen Energie, der Vollausbau der erneuerbaren Energien und das Erreichen der Klimaneutralität Oberösterreichs bis 2040.

„Tun wir jetzt das Notwendige, um bald neue Möglichkeiten zu haben.“

„Wir sind eine starke, demokratische Gemeinschaft, die leistungsfähig ist, aber auch darauf aufbaut, dass jede und jeder, in der Demokratie nicht nur ihre und seine Rechte in Anspruch nimmt, sondern auch ihren und seinen Teil der Verantwortung einbringt“, fordert Stelzer ein. Und weiter: „Wir brauchen das gemeinsame Eintreten für Werte und Demokratie, das Bekenntnis zu unseren Sicherheitskräften, den Zusammenhalt und die Bereitschaft zu Hilfe in schwierigen Zeiten. Wir brauchen auch gemeinsame Anstrengungen in Zivilschutz, Krisenvorsorge und Energiesparen. Tun wir also jetzt gemeinsam das Notwendige, um dann bald gemeinsam auch wieder die Frischluft neuer Möglichkeiten genießen zu können.“

Impulsvorträge für Ideen und Visionen für ein Land der Möglichkeiten

Mit vier Impulsvorträgen wurden auch Ideen und Visionen für OÖ eingeholt.

Die Kunstprofessorin der Katholischen Privatuniversität Linz Ilaria Hoppe sprach darüber, wie Kunst die Arbeitswelt beflügeln kann. Am Beispiel von Graffiti plädierte sie für Kreativität, mehr Offenheit und für mehr Durchlässigkeit zwischen Kunst und Wirtschaft. Dabei sind „Geisteswissenschaftler die Brückenbauer zwischen Kunst und Wirtschaft und Impulsgeber für Betriebe“, so Hoppe, die die Wirtschaft und Gesellschaft ermutigt und auffordert, aktiver mit der Kunstszene zu kooperieren, denn Kreativität sei der Motor der Innovation.

Martin Kern, Direktor des European Institute of Innovation & Technology, appellierte live aus Budapest für verstärkte europäische Forschungszusammenarbeit und Offenheit gegenüber Digitalisierung. „Mein volles Verständnis für alle, die sich vom technologischen Fortschritt bedroht fühlen. Wir müssen bereits in der Frühphase in Schulen, aber auch in Betrieben in allen Teilen der Gesellschaft den Menschen Berührungsängste mit Digitalisierung nehmen. Denn ohne Digitalisierung ist die Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen überhaupt nicht möglich“, so Kern.

Medizinphysiker am KUK, Raimund Kleiser, machte live auf der Bühne die Entstehung von Wissen und Gefühlen in einem menschlichen Hirn am Bildschirm ersichtlich: „Ich verfolge mit Ihnen den Weg der Gedanken durch die Weiten des menschlichen Gehirns“, so Kleiser, der mit den Gästen in einem Live-Experiment zeigte, wie schnell es Menschen gelingt, Emotionen wahrzunehmen.

Claudia Kessler, Initiatorin der „Ersten deutschen Astronautin“ und Luft- und Raumfahrttechnikerin, will nach zwölf deutschen Männern im All schon bald mit der ersten deutschen Frau im Weltall Geschichte schreiben. „Wer nur in den Vorgarten blickt, schneidet sich von Blickwechseln und neuen Perspektiven ab. Der Blick von ganz weit oben hilft uns, das große Ganze besser zu verstehen“, so Kessler. Ein Blick vom All zurück auf die Erde mache etwa sichtbar, wie klein und verletzlich die Erde ist und schärft das Bewusstsein dafür, was wirklich wichtig sei. Erkenntnisse auf Weltraummissionen weiten den Blick, treiben Innovationen voran und ermögliche Einblicke in die Tiefen des Universum.

Zahlreiche Gäste

Unter den Gästen im Musiktheater fanden sich auch Ministerin Susanne Raab, Staatssekretärin Claudia Plakolm, LH-Stellvertreterin Christine Haberlander, Landesrätin Michaela Langer-Weninger, Landesrat Markus Achleitner und Landesrat Wolfgang Hattmannsdorfer, Landtagspräsident Max Hiegelsberger sowie ÖVP-Klubombann August Wöginger und OÖVP-Klubobmann Christian Dörfel.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden