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Achleitner: „Beim Windkraftausbau brauchen wir Fakten und konkrete Projekte“

Tips Logo Online Redaktion, 05.10.2023 16:08

OÖ/LINZ. Wirtschafts- und Energie-Landesrat Markus Achleitner (ÖVP) bekannte sich am Donnerstag in im Oö. Landtag zum Ausbau der Windkraft in Oberösterreich. Zugleich mahnte er aber mehr Sachlichkeit in der Debatte ein. Die Grünen sehen Selbstzufriedenheit und Wankelmütigkeit.

Symbolfoto (Foto: engel.ac/stock.adobe.com)
Symbolfoto (Foto: engel.ac/stock.adobe.com)

„Oberösterreich ist schon jetzt bei erneuerbaren Energien aus Wasserkraft, aus Biomasse, aus Geothermie und Photovoltaik die Nr. 1 aller Bundesländer. Auch die Windkraft spielt eine wichtige Rolle, daher sollen auch alle möglichen Potenziale ausgeschöpft werden. Wir brauchen hier aber keine auf Ideologie oder Lobbying basierende Zahlenspiele, sondern Fakten und konkrete Projekte, die auch realistisch und umsetzbar sind“, so Landesrat Achleitner.

Nicht die Politik errichte Windräder, sondern die Wirtschaft. „Bitte Projekte einreichen, damit diese geprüft werden können. Wenn sie genehmigungsfähig sind, dann werden sie auch bewilligt“, so Achleitner.

Ausbau geplant

Die Österreichische Energieagentur hat für Oberösterreich ein Ausbauziel von 800 GWh bei Windkraft errechnet. Zum Vergleich: Für Niederösterreich seien es 6.000 GWh. „Aktuell werden in Oberösterreich rund 86 GWh Windkraftstrom erzeugt. Durch die bereits angekündigte Erweiterung des Windpark Munderfing und die Repowering- und Erweiterungsmaßnahmen in Vorderweissenbach/Sternwind wird dieser Ertrag bis 2030 auf ca. 355 GWh erhöht. Aktuell wird geprüft, ob in Munderfing bis zu 19 anstatt wie bisher geplant zwölf Anlagen dazu gebaut werden können. Damit würde sich der Ertrag auf rund 464 GWh erhöhen. Dazu kommen weitere Windkraftprojekte, die mir von verschiedensten Betreibern vorgestellt worden sind“, so Achleitner.

Grüne: „Für Energiewende viel zu wenig“

„Mit Selbstzufriedenheit und Wankelmütigkeit ist eine erfolgreiche Energiewende in Oberösterreich nur sehr schwer möglich. Einmal dafür, einmal ein wenig, dann wieder Relativierung und so wie heute ein Anschmiegen an den Windkraft-Blockadekurs der FPÖ. Das ist wirtschaftspolitisch ein schlechtes Signal für das Land, eine entmutigende Botschaft an potenzielle Projektwerber“, so der Grüne Landessprecher Landesrat Stefan Kaineder nach der Grünen Anfrage an Achleitner zu den unterschiedlichen Signalen der Landeskoalition bei der Windkraft.

Das „angebliche Bekenntnis“ der ÖVP zur Windkraft und deren Ausbau sei für eine echte Energiewende viel zu wenig. „Da stehen nur Repowering und neue Windränder an bestehenden Standorten. Das steht aber nichts von neuen Standorten und neuen Windparks.“

Auch die Grüne Energiesprecherin Ulrike Schwarz unterstreicht: „Was sollen Projektwerber von solchen Auftritten halten, von Botschaften zwischen Relativierung, Ablehnung und Abwertung der Windkraft. Sie brauchen kraftvolle, positive Signale. Sie brauchen Ermunterung, Rückhalt und reelle Chance für ihre Projekte. Dann werden sie einreichen.“


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