Zwischenstand der Oö. Fachkräftestrategie Pflege: mehr verfügbare Betten
OÖ. Die Zahl der Pflegebedürftigen steigt bis 2040 in Oberösterreich um 45 Prozent auf 107.000 Menschen, so die aktuelle Prognose. Um auf diese Herausforderung zu reagieren wurde die Oö. Fachkräftestrategie Pflege ins Leben gerufen, ein erster Zwischenbericht dazu liegt nun vor.

Gemeinsam erarbeiteten das Sozialressort des Landes Oberösterreich, der oberösterreichische Gemeindebund und der oberösterreichischen Städtebund eine Strategie mit 50 Maßnahmen. Diese hat zum Ziel, bestehende Pflege-Mitarbeiter zu entlasten, neue Pflegekräfte zu gewinnen und attraktive Ausbildungsmöglichkeiten zu bieten.
Flexibler Personaleinsatz durch neue Heimnovelle als Schlüsselmaßnahme
Mit dem Monitoringbericht 2023 liegt nun die erste Bestandsaufnahme vor. 15 der Maßnahmen wurden bereits umgesetzt, 20 weitere befinden sich in Umsetzung und 15 sind noch offen. Beispielsweise wurde durch die Novelle der Heimverordnung der Personaleinsatz in den Alten- und Pflegeheimen flexibler. Mit dem Oö. Pflegestipendium von monatlich 600 Euro wurden Anreize für Berufsumsteiger geschaffen.
Anstieg wegen Personalmangel leerstehender Betten eingebremst
Die bislang umgesetzten Schritte zeigen Wirkung: so konnte der Anstieg an leerstehenden Betten in Alten- und Pflegeheimen aufgrund von Personalmangel erstmals gebremst werden. Gleichzeitig konnte die Zahl der verfügbaren Betten um 148 gesteigert werden.
Dabei fallen die Ergebnisse regional sehr unterschiedlich aus: in manchen Bezirken wird die neue Möglichkeit des Stützpersonals noch gar nicht in Anspruch genommen, in anderen sehr stark. In Linz-Land sind es etwa 26 Stützkräfte.
Mehr Beschäftigte, weniger Stunden
Die Anzahl der stationären Langzeitpfleger ist im ersten Halbjahr 2023 von 7.648 auf 7.730 gestiegen. Als Gründe dafür werden die Novelle der Oö. Alten- und Pflegeheimverordnung, die Erhöhung des Mindestpersonalschlüssels sowie die landesweite Initiative zur Rekrutierung von Personal in Drittstaaten angeführt. Allerdings: umgelegt auf Vollzeitäquivalente ist die Zahl der Beschäftigten rückläufig. Dafür konnten mehr Personen für eine Pflegeausbildung gewonnen werden, die Anzahl der Teilnehmer hat um 58 Personen zugenommen.
Nächste Schritte
Auch die nächsten Schritte kündigten Soziallandesrat Wolfgang Hattmannsdorfer, Oö. Städtebund-Präsident Bürgermeister Klaus Luger und Oö. Gemeindebund-Präsident Bürgermeister Christian Mader bei der Präsentation der Zwischenergebnisse an:
- Die Ausbildung soll weiter attraktiviert werden, etwa durch die Schaffung einer eigenen Ausbildungsberatungsstelle.
- Weil der Engpass im gehobenen Dienst in der Langzeitpflege ein Flaschenhals sei, soll der Personaleinsatz noch optimiert werden.
- Es sollen weitere Ansätze entwickelt werden, um das Beschäftigungsausmaß zu erhöhen
- Die Maßnahmen sollen auf die mobile Pflege und Betreuung ausgeweitet werden
- Die Initiative zur Gewinnung philippinischer Fachkräfte wird weiter ausgebaut, vom Bund wird ein Fast-Lane Verfahren für die Anerkennung ausländischer Qualifikationen im Pflegebereich gefordert
- Auf die regionalen Unterschiede in den Bezirken und Ausbildungsstätten will man verstärkt reagieren und dazu mit den Trägern gemeinsame Ziele definieren
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