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Neue Maßnahme gegen den Ärztemangel: Zehn gewidmete Medizinstudienplätze an der JKU

Tips Logo Anna Fessler, 27.02.2024 14:16

LINZ. Für das kommende Wintersemester sind in Österreich 85 Medizinstudienplätze für die öffentliche Gesundheitsversorgung gewidmet, zehn davon in Oberösterreich. Landeshauptmann Thomas Stelzer, LH-Stellvertreterin Christine Haberlander (beide ÖVP) und JKU-Rektor Stefan Koch präsentierten in Linz die Details.

V.l.n.r.: JKU-Rektor Stefan Koch, LH-Stv.in Christine Haberlander und Landeshauptmann Thomas Stelzer präsentierten die Details zum neuen Modell der gewidmeten Medizinstudienplätze. (Foto: LAND OÖ / ANTONIO BAYER)
V.l.n.r.: JKU-Rektor Stefan Koch, LH-Stv.in Christine Haberlander und Landeshauptmann Thomas Stelzer präsentierten die Details zum neuen Modell der gewidmeten Medizinstudienplätze. (Foto: LAND OÖ / ANTONIO BAYER)

In Oberösterreich sind zehn Ausbildungsplätze an der Medizinischen Fakultät der Johannes Kepler Universität (JKU) reserviert – für Studierende, die sich verpflichten, nach Abschluss ihrer Ausbildung zehn Jahre lang in Oberösterreich zu arbeiten. Zusätzlich erhalten die ausgewählten Bewerber während ihres Studiums 1000 Euro pro Monat.

Laut Stelzer sei dieser „neue und ungewohnte Schritt“ notwendig, um genügend Fachkräfte für den medizinischen und den Gesundheitsbereich zu bekommen.

Anstellung beim Land OÖ oder der OÖ Gesundheitsholding

GesundheitsholdingIn Oberösterreich können sich Interessierte entweder beim Land Oberösterreich oder der OÖ Gesundheitsholding bewerben, die zehn erfolgreichen Bewerber werden dann auch dort angestellt sein, erhalten 14 mal pro Jahr 1000 Euro und sind während ihrer Ausbildung pensions-, kranken-, und unfallversichert.

So läuft die Bewerbung ab

Über den Ablauf der Bewerbung informierte die für Gesundheit zuständige LH-Stv. Christine Haberlander. Man müsse in einem ersten Schritt entscheiden, ob man sich beim Land Oberösterreich für eine künftige Tätigkeit im öffentlichen Gesundheitsdienst (Amtsarzt) bewerbe, oder bei der OÖ Gesundheitsholding für Spitalsarztstellen im Bereich der Psychiatrie, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Pathologie oder Nuklearmedizin. Für einen der Studienplätze muss man in diesem Jahr beim Medizinischen Aufnahmetest MedAT mindestens 75 Prozent der Punkte erreicht haben. Ein Gremium reiht die Bewerber in weiterer Folge.

Bei Erfolg soll das Modell weiter ausgedehnt werden

„Wir werden beim Bewerbungsprozess darauf achten, wie geeignet die studierenden sind, was die soziale Kompetenz betrifft, das soziale Engagement.“, so Haberlander über die weiteren Kriterien. Das beste Testergebnis beim MedAT sei nicht alleine ausschlaggebend. In den kommenden Jahren wolle man auch Ordenskrankenhäuser einbinden und die Widmungen ausdehnen, allerdings wolle man das Modell zuerst erproben.

JKU informiert bei der Anmeldung über die neue Möglichkeit

JKU-Rektor Stefan Koch meinte, man habe innerhalb eines Jahrzehnts die Zahl der Medizinstudienplätze für Anfänger von 60 auf 320 ausbauen können, ohne diese „würde es heute wohl anders um die medizinische Versorgung in Oberösterreich stehen“. Die JKU informiere bereits bei der Anmeldung über die neue Möglichkeit der gewidmeten Studienplätze. Für jene, die sich für die genannten Fachbereiche interessieren, sei der Zugang zum Studium erleichtert.

FPÖ Linz: „Vielversprechender Beitrag“ im Kampf gegen Ärztemangel

Der Linzer Gesundheitsstadtrat Michael Raml (FPÖ) teilte via Aussendung mit, dass er das vom Land Oberösterreich präsentierte Modell „für einen vielversprechenden Beitrag halte, um den Mangel an Medizinern in den Griff zu bekommen.“ Der Ärztemangel sei insbesondere in Linz längst angekommen, unzählige Linzer würden keinen Hausarzt mehr finden und Monate lang auf Facharzttermine warten.

FPOOE sieht „Heimatstipendium“ verwirklicht und fordert weitere Maßnahmen

Auf Landesebene meinte FPÖ-Klubobmann Herwig Mahr, das nun das von der FPÖ geforderte „Heimatstipendium“ endlich Realität werde. „Das ist eine sinnvolle Maßnahme, denn jeder dritte Arzt verlässt nach dem Studium in Österreich unser Land. Bei entsprechendem Erfolg gilt es, die Stipendien auszubauen.“ Darüber hinaus brauche es eine neue Quotenregelung: „Derzeit sind 20 Prozent für EU-Bürger und fünf Prozent für Drittstaatsangehörige vorgesehen. In Anbetracht des drohenden Versorgungsengpasses muss hier eine Österreich-Quote von mindestens 90 Prozent angestrebt werden.“, erneuert Mahr die Forderung der FPÖ. Und: Heimatstipendien sollen aus seiner Sicht auch im niedergelassenen Bereich umgesetzt werden, da Gemeinden aufgrund von Pensionierungswellen fürchten, Kassenarztstellen nicht nachbesetzen zu können.

SPOOE-Gesundheitssprecher sieht Luft nach oben

Peter Binder, SPOOE-Gesundheitssprecher und 3. Landtagspräsident begrüßt die Maßnahme, sieht auf Bundesebene jedoch noch Handlungsbedarf: „So gilt es, endlich wegzukommen vom Aufnahmetest, der vielmehr die Tagesverfassung als die Kompetenz und das Talent junger Menschen widerspiegelt. Außerdem braucht es Maßnahmen, um die wachsende Zahl von Wahlärzten auch für die Versorgung von Kassenpatienten zu gewinnen. Immerhin waren laut der Homepage der Ärztekammer im vergangenen Jahr doppelt so viele Vertragsarztstellen ausgeschrieben, wie es Bewerber gab.“


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