Sparkasse OÖ: Zwei Drittel der Klein- und Mittelbetriebe in Oberösterreich laut Studie optimistisch
OÖ/LINZ. 62 Prozent der Klein- und Mittelbetriebe in Oberösterreich blicken optimistisch in die nächsten zwei bis drei Jahre, zeigt die KMU-Studie von Erste Bank und Sparkasse, durchgeführt von IMAS. Am Donnerstag wurden die Ergebnisse in Linz präsentiert.

99,8 Prozent der Unternehmen in Österreich fallen laut Bundesministerium für Arbeit und Wirtschaft in die Kategorie der Klein- und Mittelunternehmen. Sie beschäftigen 66 Prozent der Arbeitnehmer, tragen 57 Prozent zur heimischen Wertschöpfung bei. „KMU haben enorme Bedeutung“, unterstreicht Manuel Molnar, Vorstandsdirektor CSO der Sparkasse OÖ. „Geht es den KMU gut, geht es uns allen gut.“
Große Herausforderungen
Auch die KMU stehen im aktuellen Wirtschaftsumfeld vor vielen Herausforderungen. Befragt nach der Vergangenheit geben 68 Prozent laut repräsentativer IMAS-Studie im Auftrag von Erste Bank und Sparkasse an, dass das Marktumfeld immer schwieriger geworden sei. Als Hauptgründe werden schlechte Auftragslage (27 Prozent), Preissteigerungen (24 Prozent), erhöhte Online-Konkurrenz (17 Prozent) und damit einhergehender Preisdruck genannt.
„Wir merken auch in den Gesprächen mit unseren Unternehmenskunden, dass die Nachwirkungen der Krisen der letzten Jahre spürbar sind. In Kombination mit dem Arbeitskräftemangel stellt das viele vor Herausforderungen. Wir merken aber auch, dass die heimischen Unternehmen resilient sind, das haben sie in den letzten Jahren bewiesen“, so Manuel Molnar, Vorstandsdirektor CSO der Sparkasse OÖ. Mit 8.600 Unternehmenskunden seien alleine heuer schon direkte Gespräche geführt worden.
Erfreulich sei auch die gute Eigenkapital-Ausstattung, diese schaffe Unabhängigkeit, gerade in Krisenzeiten könnten Unternehmen dadurch besser agieren.
Dennoch optimistisch
Trotzdem großer Herausforderungen herrscht Optimismus vor. Laut IMAS-Studie blicken 62 Prozent der befragten KMU in Oberösterreich optimistisch in die nahe Zukunft. „Von 2020 bis 2024 nimmt das im Verlauf etwas ab, das ist aber nicht verwunderlich angesichts der herausfordernden letzten Zeit“, so Molnar.
Bürokratie und gestiegene Finanzierungskosten
Zu den künftigen Herausforderungen zählen die befragten KMU in Oberösterreich die regulatorischen Anforderungen bzw. Bürokratie (84 Prozent) gefolgt von gestiegenen Finanzierungskosten (72 Prozent). „Nach der ersten Zinssenkung Anfang Juni werden wir wahrscheinlich den ein oder anderen Schritt von der EZB noch sehen“, glaubt Molnar aber.
Weiters gehen 68 Prozent der oberösterreichischen KMU davon aus, von Arbeitskräftemangel betroffen zu sein. 66 Prozent geben die Digitalisierung als Herausforderung für die nächsten zwei bis drei Jahre an. Rund die Hälfte der befragten KMU sieht den Weg zur CO₂-Neutralität und die gesetzlichen Vorgaben dazu als komplexe Aufgabe.
Die Zeiten seien herausfordernd, „aber wir sehen ein Licht am Ende des Tunnels“, so seien bei Finanzierungskosten und Energiekosten Abwärtstrends zu erkennen.
Nachhaltigkeit im Fokus
Für sieben von zehn befragten KMU hat Nachhaltigkeit einen hohen Stellenwert, „das ist ein klarer Treiber bei der Kreditnachfrage“, so Molnar. „Nachhaltigkeit eröffnet riesige Chancen, wir sind alle gut beraten, uns damit auseinanderzusetzen.“
Den Umstieg auf alternative Energieformen haben 32 Prozent bereits abgeschlossen, bei 19 Prozent ist dieser im Gange und 18 Prozent planen die Umsetzung. Bei 24 Prozent der befragten Unternehmen ist aktuell kein Umstieg geplant, bei den restlichen 7 Prozent gibt es den Bereich im Unternehmen nicht.
„Die Preissteigerungen im Energiebereich waren ein Weckruf für viele Unternehmen“, so Molnar. „Die Tatsache, dass diese allerdings für lediglich rund ein Fünftel der unmittelbar ausschlaggebende Grund zum Umdenken war, zeigt, dass viele Unternehmen sich schon länger aktiv mit dem Thema beschäftigen und die Notwendigkeit sowie das Potenzial früh erkannt haben.“
Digitalisierung unverändert wichtig
Spätestens mit der Pandemie steht das Thema „Digitalisierung“ auf der Prioritätenliste der heimischen Unternehmen weit oben. Die gestiegene Bedeutung lässt sich auch am hohen Digitalisierungsgrad erkennen. Derzeit halten 77 Prozent der KMU in Oberösterreich die Digitalisierung für wichtig in ihrem Betrieb. Im Jahr 2017 lag der Wert noch bei 69 Prozent. „Die Pandemie war ein Treiber für diese Entwicklung, die positiven Effekte überdauern diese aber langfristig und mit Künstlicher Intelligenz sind wir schon mitten im nächsten Megatrend“, so Molnar. Ein Megatrend, den laut Umfrage schon knapp jedes fünfte heimische KMU im Einsatz hat.


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