Bundeskanzler zu Gast in OÖ: Österreich soll attraktivster Wirtschaftsstandort Europas werden
OÖ/MARCHTRENK. Bundeskanzler Karl Nehammer hat heute (Di, 20.08) gemeinsam mit dem OÖ. Landeshauptmann Thomas Stelzer (beide ÖVP) das Industrieunternehmen TGW Logistics besucht. Man wolle den Standort Österreich zum attraktivsten Standort Europas machen, so der Bundeskanzler ambitioniert.

Die Nationalratswahl rückt näher, was sich auch durch die vermehrten Wahlkampfauftritte bemerkbar macht: in Oberösterreich waren am heutigen Dienstag der Österreichische Bundeskanzler, SPÖ-Frauenchefin Eva-Maria Holzleitner und für morgen ist die Grüne Ministerin Leonore Gewessler angekündigt.
TGW Logistics investiert in Standort
TGW Logistics in Marchtrenk bietet derzeit eine gute Bühne für derartige Besuche: das Unternehmen investiert ab September bis zu 100 Millionen Euro in die Errichtung eines 20.000 Quadratmeter großen Produktionsgebäudes und eines hochautomatisierten Lagersystems. Und wird damit zum hellen Stern am dunklen Firmament des Wirtschaftsstandortes Oberösterreich: während die Voestalpine ihre Produktionskapazitäten in den USA erweitert und Betriebe wie Fronius oder Steyr-Automotive Stellen abbauen, investiert das Industrieunternehmen in sein Headquarter im Bundesland.
CTO TGW Logistics: Entscheidung trotz sinkender Attraktivität der Region
Die Entscheidung soll laut CTO Christoph Wolkerstorfer auch als klares Bekenntnis zum Standort verstanden werden: „Wir investieren trotz eines wirtschaftlich herausfordernden Umfelds, weil wir überzeugt sind, dass die Intralogistik eine Zukunftsbranche mit großem Potenzial ist. Von unseren weltweit 4.400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern arbeitet mehr als die Hälfte in Oberösterreich, 97 Prozent unserer Produktion aus Marchtrenk und Wels wird exportiert. Der Entscheidung, hier in Oberösterreich zu erweitern, sind intensive Analysen vorausgegangen, denn die Region muss sich natürlich im internationalen Wettbewerb behaupten – und hat in den vergangenen Jahren bei zentralen Indizes an Attraktivität eingebüßt.“
Bundeskanzler Nehammer: Wir wollen Österreich zum attraktivsten Standort Europas machen
Nehammer will das ändern: „Ein wettbewerbsfähiger und leistungsfähiger Standort ist die Basis für unseren Wohlstand und Sozialstaat. Denn soziale Gerechtigkeit kann es nur geben, wenn es auch Leistungsgerechtigkeit gibt. Deshalb müssen wir handeln und Rahmenbedingungen für Wachstum, Leistung und Wohlstand schaffen. Dafür braucht es vor allem mehr qualifizierte Fachkräfte, ein Steuersystem, das Leistung wieder belohnt und einen konsequenten Bürokratie-Abbau. Es muss im gemeinsamen Interesse aller sein, die unser Land voranbringen wollen und damit die Arbeitsplätze und den Standort der Zukunft sichern. Wir wollen gemeinsam den Standort Österreich zum attraktivsten Standort Europas machen“, so der Bundeskanzler bei seinem OÖ-Besuch.
Landeshauptmann Stelzer: Standortsicherung als größte Herausforderung
Landeshauptmann Thomas Stelzer nutzte dabei die Gelegenheit und sprach seine Erwartungen an: „Die größte Herausforderung für die nächste Legislaturperiode ist es, unseren Industrie- und Produktionsstandort zu sichern und gleichzeitig die Transformation in der Energieversorgung zu schaffen. Die steigenden Auflagen, Personalkosten und Energiepreise bringen den Standort immer mehr unter Druck. In den nächsten Jahren wird sich entscheiden, ob Europa und Österreich weiter an der technologischen Spitze steht oder im internationalen Wettbewerb zurückfällt (...) Wir können es uns nicht länger leisten, dass überbordende Melde- und Dokumentationspflichten sowie lange Verfahrensdauern Wirtschaft und Selbstständige belasten. Unsere Wirtschaft muss sich auf das Wirtschaften konzentrieren können und nicht auf das Ausfüllen von Formularen.“


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