Wertekurse für unbegleitete, minderjährige Flüchtlinge starten wieder
LINZ. Immer wieder poppen Meldungen über straffällige minderjährige Flüchtlinge in den Medien auf. In Oberösterreich will man gegen dieses Phänomen aktiv entgegensteuern und startet ab Herbst mit eigenen Werte- und Orientierungskursen.

„Wir haben eine klare Erwartungshaltung an Menschen, die zu uns kommen und unsere Unterstützung in Anspruch nehmen. Dass sie Deutsch lernen, sich an unsere Regeln halten und Grenzen nicht überschreiten“, betont der zuständige Landesrat Christian Dörfel.
Konkret zielen die Kurse auf unbegleitete minderjährige Flüchtlinge ab. Derzeit befinden sich in Oberösterreich 90 Personen aus dieser Gruppe in Quartieren von SOS Menschenrechte und NOAH Sozialbetriebe.
Gewaltprävention
Bei dieser Gruppe will man intensiv ansetzen. „Es geht dabei um Wertevermittlung, Orientierung, aber auch Gewaltprävention. Es wird dabei klar vermittelt, dass wir in Oberösterreich Konflikte nicht mit Gewalt austragen. Die Ausrollung erfolgt auch als Konsequenz aus der Studie zur Jugendkriminalität in Oberösterreich, die Gewaltprävention und Wertevermittlung von Anfang an empfiehlt“, so Dörfel.
Jugendliche bei Kursen kooperativ
Die ersten Kurse, die vom Verein Neustart organisiert werden, haben in den vergangenen beiden Jahren bereits im Rahmen einer Testphase stattgefunden. 64 unbegleitete Minderjährige besuchten den Kurs in drei Modulen. Teilnehmende waren Jugendliche aus Syrien, Afghanistan, Somalia, Türkei und Ägypten. Neustart-Leiter Josef Landerl zieht dazu eine positive Bilanz: „Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer verhielten sich sehr kooperativ, auch die Rückmeldung der Wohneinrichtungen ist positiv. Das Konzept wird daher ab Herbst unter dem Titel Werte- und Orientierungskurs für alle jungen, unbegleiteten Flüchtlinge ausgerollt.“
Kurse nach erfolgter Gewalt
Wurden Jugendliche bereits durch Gewaltdelikte auffällig, weist das Integrationsressort Asylwerbende individuellen Antigewalt-Maßnahmen durch den Verein Neustart zu. In dieser individuellen sechsmonatigen Beratung werden die Gewalthandlungen analysiert, das gewalttätige Verhalten konfrontativ aufgearbeitet und daraus konkrete Handlungsschritte abgeleitet. Nach Abschluss der Beratung wird ein Bericht erstellt. Etwa 100 Asylwerbende mussten dieses Programm bereits durchlaufen.


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