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Nachhaltige Betriebsansiedlung über Gemeindegrenzen hinaus als Vorbild

Tips Logo David Ramaseder, 20.01.2026 14:41

OÖ/KRONSTORF. Oberösterreich hat sich mit der „Interkommunalen Betriebsansiedlung“ (INKOBA) als Vorreiter einer nachhaltigen und gemeindeübergreifenden Standortentwicklung etabliert. Was vor über 20 Jahren begann, gilt heute als Erfolgsmodell mit Signalwirkung über die Landesgrenzen hinaus. Ein besonders anschauliches Beispiel für diese Zusammenarbeit findet sich im Zentralraum mit der INKOBA Kronstorf-Hargelsberg und der Powerregion Enns-Steyr.

  1 / 4   Christian Kolarik, Bürgermeister von Kronstorf, Obmann INKOBA Kronstorf-Hargelsberg & Sprecher Powerregion Enns-Steyr, Wirtschafts-Landesrat Markus Achleitner und Martin Gruber, Landeshauptmann-Stellvertreter von Kärnten (v.l.) auf dem Gelände der INKOBA Kronstorf-Hargelsberg – auf dem Baugelände rechts errichtet dm sein neues Logistikzentrum, die Flächen links hat sich Google für die Errichtung eines Rechenzentrums gesichert. (Foto: Land OÖ/Daniel Kauder)

Aktuell bestehen in Oberösterreich 29 interkommunale Kooperationsgemeinschaften – 24 INKOBAs und fünf Wirtschaftsparks. Insgesamt sind 290 der 438 Gemeinden des Landes beteiligt, viele davon sogar in mehreren Kooperationen. Zwei Drittel der oberösterreichischen Gemeinden entwickeln damit gemeinsam Betriebsbaugebiete, teilen sich Infrastrukturkosten und profitieren von einer fairen Aufteilung der Kommunalsteuer-Erträge. Ziel ist es, Boden sparsam zu nutzen und Betriebsansiedlungen dort zu ermöglichen, wo sie wirtschaftlich und räumlich am sinnvollsten sind.

Kooperation schafft Wachstum und schont Ressourcen

Die Vorteile des Modells liegen laut Landesrat Achleitner auf der Hand: Gemeindekooperationen nutzen Synergien, stärken die regionale Wirtschaft, schaffen Arbeitsplätze und verhindern einen Wettlauf um Betriebsansiedlungen. „Die Aufteilung der Erträge verhindert Konkurrenzdenken und sorgt dafür, dass unsere wertvollen Bodenressourcen nachhaltig genutzt werden“, so Achleitner. Begleitet werden die Gemeinden dabei von der Standortagentur Business Upper Austria, die von der Gründung bis zur Vermarktung der Flächen unterstützt und regelmäßige Erfahrungsaustausche organisiert.

Das Erfolgsmodell stößt mittlerweile auch in anderen Bundesländern auf großes Interesse. Kärnten arbeitet bereits intensiv an einer Umsetzung nach oberösterreichischem Vorbild, mit Salzburg gibt es seit dem vergangenen Herbst entsprechende Gespräche. Zwei INKOBAs – Lengau und Inneres Salzkammergut – agieren bereits länderübergreifend mit Salzburger Gemeinden.

Best Practice im Zentralraum

Ein besonders anschauliches Beispiel für funktionierende interkommunale Zusammenarbeit findet sich im oberösterreichischen Zentralraum mit der INKOBA Kronstorf-Hargelsberg und der Powerregion Enns-Steyr. Hier arbeiten Gemeinden und Städte wie Asten, Enns, Steyr, St. Florian oder Wolfern und eben Kronstorf sowie Hargelsberg erfolgreich zusammen. Dass das Modell auch für große Ansiedlungen geeignet ist, zeigen das neue Verteilzentrum der Drogeriemarktkette dm in Kronstorf sowie die geplante Errichtung eines Rechenzentrums durch den US-Konzern Google.

Kronstorfs Bürgermeister Christian Kolarik sieht darin einen klaren Wegweiser für die Zukunft: „Der Erfolg der gemeindeübergreifenden Regionalentwicklung liegt nicht im ‚Ich‘, sondern im ‚Wir‘.“ Gerade entlang der Zukunftsachse B309 zwischen Enns und Steyr zeige sich, wie abgestimmte Raumordnung, gemeinsame Standortpolitik und regelmäßiger Austausch nicht nur Arbeitsplätze sichern, sondern auch Lebensqualität und nachhaltige Entwicklung fördern.


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