Oberösterreichs Jungunternehmer blicken positiv in die Zukunft
OÖ/L. Junge Unternehmer blicken wieder optimistischer in die Zukunft. Zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle Konjunkturbarometer der Jungen Wirtschaft Oberösterreich (JWOÖ). Um Neugründer auch im Land zu halten, sollen laut Umfrage Lohnnebenkosten gesenkt und Bürokratie abgebaut werden.

WKOÖ-Präsidentin Doris Hummer spricht von einer „frohen Botschaft“: Die Stimmung der jungen Unternehmer hellt sich auf und die wirtschaftliche Zukunft wird optimistischer bewertet.
Mehr als ein Viertel der Jungunternehmer – genauer gesagt 29 Prozent – rechnet mit einem wirtschaftlichen Aufschwung, zeigt der aktuelle Konjunkturbarometer der Jungen Wirtschaft. Das sind elf Prozent mehr als im Herbst 2025.
Weniger Bürokratie, niedrigere Kosten
Doch der Optimismus allein ist den meisten Unternehmern zu wenig. Es braucht gezielte Entlastungen, zeigt der Konjunkturbarometer. Das erkennt auch Hummer: „Um auch in Zukunft erfolgreich wirtschaften zu können, sind aus Sicht der Jungen die Top-drei-Aufträge an die Bundesregierung klar: weniger Steuern, weniger Bürokratie und ein funktionierendes Gesundheitssystem.“
56 Millionen Arbeitsstunden
Landesvorsitzender der Jungen Wirtschaft Oberösterreich, Florian Baumgartner, untermauert die Forderung mit Zahlen: „Etwa 56 Millionen Arbeitsstunden und 3,7 Milliarden Euro werden jedes Jahr in Oberösterreich in Bürokratie gesteckt.“
Diese Zahlen sollen sich ändern, genauso wie die Wettbewerbsfähigkeit und die Lohnnebenkosten. „Die Junge Wirtschaft fordert Maßnahmen, um den Standort Oberösterreich langfristig wettbewerbsfähig zu halten“, so Baumgartner.
Standort unter Druck
Ein Blick auf internationale Vergleiche zeigt: Die Lohnnebenkosten in Österreich liegen über jenen in Deutschland und der Schweiz. Das könnte ein Grund dafür sein, warum nur 44 Prozent der Befragten Österreich derzeit für besonders jungunternehmerfreundlich halten.
Gleichzeitig ist der Zugang zu Finanzierung schwieriger geworden – das Investitionsvolumen bei Start-ups hat sich zuletzt deutlich reduziert.
Wettbewerbsfähigkeit steigern
Um die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und Abwanderung zu verhindern, fordert die Junge Wirtschaft konkrete Maßnahmen.
Hummer spricht sich klar gegen eine Vermögens- oder Erbschaftssteuer aus, die Jungunternehmen nur schaden würden. Zu den Möglichkeiten, die Lohnnebenkosten tatsächlich senken zu können, zählen laut Baumgartner die Erhöhung des Pensionsantritts oder die Auslagerung des Familienlastenausgleichsfonds aus den Lohnnebenkosten.
Letzterer liege nämlich im Zuständigkeitsbereich des Staates und soll deshalb nicht primär über Belastungen der Arbeit erfolgen. Trotz allem zeigt sich auch der Landesvorsitzende der Jungen Wirtschaft OÖ selbst optimistisch. „Wir sind sehr krisenerprobt, das stimmt uns positiv. Wir werden das schon stemmen.“
Lange Nacht der jungen Unternehmen am 29. April
Ein zentrales Zukunftsthema ist die Betriebsnachfolge: Bis 2029 stehen in Oberösterreich rund 7.800 Unternehmen zur Übergabe an. Die Junge Wirtschaft will hier gezielt unterstützen und junge Menschen für die Übernahme bestehender Betriebe gewinnen.
Mit Veranstaltungen, Netzwerken und Initiativen wie der „NextGen Tour“ – eine Tour durch alle Bezirke Oberösterreichs mit praxisnahen Einblicken – oder der „Langen Nacht der jungen Unternehmen“ am Mittwoch, 29. April, setzt die Wirtschaftskammer zusätzliche Impulse für Jungunternehmer. Auch den Jungunternehmerpreis wird es 2026 wieder geben – dieses Mal sogar mit einer neuen Kategorie für Kleinunternehmen.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden