Oberösterreichs KMU bleiben zuversichtlich und wollen investieren
OÖ/LINZ. Trotz hoher Kosten, Bürokratie und geopolitischer Unsicherheiten blickt Oberösterreichs Mittelstand mehrheitlich zuversichtlich nach vorne. 64 Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) sind optimistisch für die kommenden Jahre, die Hälfte plant Investitionen. Große Chancen sehen die Betriebe vor allem in Digitalisierung und Automatisierung. Das zeigt die aktuelle KMU-Studie von IMAS International im Auftrag von Erste Bank und Sparkassen.

Der Optimismus ist laut Studie gegenüber 2024 stabil und liegt knapp unter dem österreichweiten Wert von 65 Prozent. Gleichzeitig hat sich die Einschätzung des wirtschaftlichen Umfelds etwas verbessert. 54 Prozent der oberösterreichischen Unternehmen geben an, dass ihre Marktbedingungen in den vergangenen zwei bis drei Jahren schwieriger geworden sind. 2024 waren es noch 68 Prozent. Für 41 Prozent blieb die Situation vergleichbar, fünf Prozent sehen eine Verbesserung.
Für die Studie befragte IMAS International von 24. Februar bis 27. März 2026 insgesamt 900 österreichische Unternehmen mit einem Jahresumsatz zwischen zwei und 50 Millionen Euro, davon 100 in Oberösterreich.
„Große Widerstandskraft“
„Oberösterreichs Unternehmerinnen und Unternehmer zeigen auch in einem anspruchsvollen Umfeld große Widerstandskraft. Zwei Drittel der heimischen KMU bleiben weiterhin optimistisch. Sie vertrauen auf ihre Innovationskraft, ihre Anpassungsfähigkeit und die Stärke ihrer Betriebe“, analysiert Manuel Molnar, Vorstandsdirektor der Sparkasse OÖ.
Kosten und Bürokratie als Herausforderungen
Die Belastungen bleiben hoch. Mehr als 80 Prozent der Betriebe rechnen in den kommenden Jahren mit zusätzlichen regulatorischen Anforderungen, steigenden Lohn- und Energiekosten sowie wirtschaftlicher und politischer Unsicherheit.
Auch geopolitische Entwicklungen beschäftigen die Unternehmen. 89 Prozent sehen heimische Betriebe von geopolitischen Spannungen betroffen. 74 Prozent rechnen mit steigenden Kosten durch handelspolitische Unsicherheiten, 60 Prozent mit Veränderungen bei globalen Lieferketten.
Kritischer Blick auf den Wirtschaftsstandort
Kritisch sehen viele KMU auch die Rahmenbedingungen in Österreich. Mehr als die Hälfte bewertet diese schlechter als in anderen EU-Ländern. 74 Prozent empfinden das Ausmaß staatlicher Regulierungen und Vorschriften als zu stark. Als wichtigste Maßnahmen zur Stärkung des Wirtschaftsstandortes nennen die Befragten weniger Bürokratie und Regulierungen, niedrigere Steuern und eine Senkung der Lohnnebenkosten.
„Unsere Unternehmen brauchen vor allem verlässliche Rahmenbedingungen. Investitionen in Innovation, Energieeffizienz oder neue Technologien werden leichter möglich, wenn Bürokratie reduziert, Förderungen transparent gestaltet und Finanzierungslösungen langfristig abgesichert sind“, so Molnar.
KI hält Einzug in die Betriebe
Künstliche Intelligenz spielt im Arbeitsalltag der KMU eine wachsende Rolle. 48 Prozent setzen KI bereits in Marketing und Werbung ein, 39 Prozent in der Administration und bei internen Prozessen. 34 Prozent nutzen sie in der Kommunikation mit Kunden, Lieferanten oder Partnern.
Besonders große Zukunftschancen sehen 62 Prozent der Befragten in Digitalisierung und Automatisierung, 61 Prozent in Forschung und technologischer Weiterentwicklung. Nachhaltigkeit, Energieeffizienz und grüne Innovationen werden von 55 Prozent genannt.
Jedes zweite KMU plant Investitionen
50 Prozent der oberösterreichischen KMU wollen in den kommenden zwei bis drei Jahren investieren. Um Unternehmen zu unterstützen, stellen Erste Bank und Sparkassen mit einer „Wachstumsmilliarde“ insgesamt eine Milliarde Euro an Finanzierungen bereit.








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