Feuerwehr fordert nach Dauer-Waldbrand-Jahr mehr Mittel vom Bund
Ö/OÖ. Rund 55.000 Feuerwehrmitglieder standen laut Bundesfeuerwehrverband heuer bei etwa 3.500 Wald- und Vegetationsbränden im Einsatz. Nach mehreren größeren Bränden in allen Bundesländern fordert der Verband bei einer Pressekonferenz am Mittwoch vom Bund eine langfristig abgesicherte Finanzierung für die nötige Spezialausrüstung und Ausbildung sowie zur Absicherung der Hubschrauber-Verfügbarkeit.

Die Landesfeuerwehr-Kommandanten aller neun Bundesländer kamen in Wien zusammen, um angesichts des herausfordernden Trockenheits- und Wald- wie Vegetationsbrandjahres 2026 Resümee zu ziehen.
Zu rund 3.500 Wald- und Vegetationsbränden mussten die ehrenamtlichen Einsatzkräften österreichweit ausrücken, um ein Drittel mehr als in den vergangenen Jahren.
Komplexer und intensiver
Die Einsätze werden dabei immer intensiver und fordernder für die Kräfte. „Waldbrände – und das kann man anhand von heuer gut zusammenfassen – haben an Komplexität, Umfang, Dimension und Gefahren zugenommen“, so Feuerwehrpräsident und Oberösterreichs Landesfeuerwehr-Kommandant Robert Mayer.
Die Rahmenbedingungen würden dem aber nicht mehr gerecht werden.
Mehr als 20 Millionen Euro selbst investiert
Nach Angaben des Bundesfeuerwehrverbandes wurden seit 2020 rund 20 Millionen Euro aus Feuerwehrbudgets und mit Unterstützung des Waldfonds in die Waldbrandbekämpfung investiert. Finanziert wurden unter anderem geländegängige Fahrzeuge, Container, Löschrucksäcke, Faltbehälter, Schanzwerkzeug, Schutzbekleidung, Helme und Löschwasserbehälter für Hubschrauber. Auch der Ausbau von Stützpunktfeuerwehren, des Feuerwehr-Flugdienstes und von Übungsmöglichkeiten an Landesfeuerwehrschulen verursache Kosten.
Nicht durch Gemeinden und noch mehr Feste zu finanzieren
Auch wenn das Feuerwehrwesen Ländersache sei, das Thema Waldbrand liege laut Sicht des Verbandes in Bundeszuständigkeit, so Mayer. Daher sieht der Verband auch den Bund bei der Finanzierung in der Pflicht.
Niederösterreichs Landesfeuerwehr-Kommandant Dietmar Fahrafellner stellt dazu klar: „Was erspart man sich an Personalkosten durch die Freiwilligkeit in Österreich? Unser System ist einzigartig, aber wenn man sich an den Freiwilligen bedient, hat man die Verpflichtung, zumindest das Werkzeug zur Verfügung zu stellen.“
Denn die Kosten für die Gerätschaften und Ausrüstung für solche Sondereinsätze könne man nicht den Gemeinden umhängen, „nicht durch noch mehr Feste und Spendenaktionen finanzieren.“
Die Herausforderung Wald- und Vegetationsbrand müsse jedenfalls gesamtstaatlich betrachtet werden, so Mayer, und mit ausreichend finanziellen Mitteln sowie Infrastruktur abgesichert werden.
Konkrete Forderung an den Bund
Gefordert werden daher Budgets für die benötigte Spezialausrüstung wie spezielle Geländefahrzeuge, Waldbrandtanklöschfahrzeuge, bis hin zur persönlichen Schutzausrüstung für die Einsatzkräfte – die Spezial-Garnitur pro Mann koste schon 6.000 Euro - wie auch Mittel für die zusätzlich nötige Ausbildung.
Zudem wird die Valorisierung der seit 2022 jährlich vorgesehenen 20 Millionen Euro für Sonderinvestitionen, eine Überprüfung der Kostensätze sowie eine Entgeltfortzahlung auch für selbständige Feuerwehrmitglieder und Landwirte während längerer Einsätze.
Auch die dauerhafte Verfügbarkeit von Hubschraubern des Innenministeriums, des Bundesheeres und privater Betreiber müsse geklärt und finanziell abgesichert werden.
Der Bundesfeuerwehrverband sucht aktuell das Gespräch mit den zuständigen Ministerien, um auf die nötige Unterstützung aufmerksam zu machen.
Größeren Waldbrandereignissen des Jahres 2026
Zu den größeren Waldbränden heuer in Österreich zählten:
- Lesachtal in Kärnten: 24 Einsatztage, rund 2.000 Feuerwehrmitglieder und etwa 110 Hektar betroffene Fläche.
- Eisbach-Rein in der Steiermark: 17 Einsatztage, rund 2.500 Feuerwehrmitglieder und etwa 70 Hektar betroffene Fläche.
- Föhrenwald in St. Egyden in Niederösterreich: zwei Großbrände an 18 Einsatztagen, zeitweise rund 800 Feuerwehrmitglieder gleichzeitig im Einsatz und etwa 159 Hektar betroffene Fläche.
- Wildermieming und Virgen in Tirol: mehrtägige Einsätze mit rund 900 Feuerwehrmitgliedern und etwa zehn Hektar betroffener Fläche.
- Lobau in Wien: rund 100 Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr Wien sowie Kräfte aus Wien und Niederösterreich, etwa 18 Hektar betroffene Fläche.








Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden