37.256 Arbeitslose in OÖ, aber auch deutlich mehr offene Stellen in OÖ
OÖ. Die Arbeitslosigkeit in Oberösterreich ist im September gegenüber dem Vorjahr um 3,3 Prozent gestiegen. Dieser Anstieg lasse sich vorwiegend auf über 60-jährige Frauen zurückführen, heißt es vom AMS OÖ am Donnerstag. Gleichzeitig melden die Betriebe deutlich mehr offene Stellen.

Im September waren in Oberösterreich 37.256 Menschen beim AMS arbeitslos vorgemerkt. Das sind um 1.178 Personen oder 3,3 Prozent mehr als vor einem Jahr. Gleichzeitig waren rund 699.000 Menschen unselbstständig beschäftigt – etwa 1.074 mehr als im September 2025.
Über 20.000 offene Stellen
Auch die Nachfrage nach Arbeitskräften bleibt hoch. Beim AMS waren 20.441 offene Stellen gemeldet. Das entspricht einem Plus von 1.321 Stellen beziehungsweise 6,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Starker Anstieg ab 55 Jahren
Auffällig ist die Entwicklung bei älteren Arbeitsuchenden. Bei den über 55-Jährigen stieg die Arbeitslosigkeit laut AMS OÖ um 9,3 Prozent.
Besonders deutlich zeigt sich die Entwicklung bei langzeitbeschäftigungslosen Frauen ab 60 Jahren: Hier verzeichnet das AMS ein Plus von 34,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Arbeitslosigkeit junger Menschen und von Personen im Haupterwerbsalter habe sich dagegen weitgehend stabilisiert, AMS-OÖ-Landesgeschäftsführerin Iris Schmidt.
Sie verweist verweist auf die unterschiedlichen Entwicklungen am Arbeitsmarkt. Die erneute Nachfrage im Produktionsbereich trage nach Einschätzung des AMS zur Stabilität bei.
Bei den offenen Stellen zeigt sich etwa in der Arbeitskräfteüberlassung ein Plus von 21,1 Prozent, in der Herstellung von Waren ein Zuwachs von 13,1 Prozent.
Entwicklung bei Lehrstellen
Bei den Lehrstellen stehen 1.395 Lehrstellensuchenden standen Ende September, davon 1.161 sofort verfügbar, insgesamt 3.098 gemeldeten offene Lehrstellen gegenüber. Davon waren 1.707 sofort verfügbar.
Im Bundesländervergleich lag die Arbeitslosenquote in Oberösterreich im September bei 5,1 Prozent. Österreichweit betrug sie 7,1 Prozent. Im Vorjahresmonat hatte die Quote in Oberösterreich bei 4,9 Prozent gelegen.
Stelzer/LR Achleitner: „Herausfordernd, aber positive Signale“
„Oberösterreich hält sich auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten am Arbeitsmarkt vergleichsweise gut“, so Landeshauptmann Thomas Stelzer und Wirtschafts-Landesrat Markus Achleitner (beide ÖVP). Gegenüber August ist die Quote von 5,3 auf 5,1 Prozent zurückgegangen.
„Die Lage bleibt herausfordernd, aber es gibt positive Signale: Die Arbeitslosenquote ist gegenüber August auf 5,1 Prozent gesunken, Oberösterreich liegt bundesweit weiter auf Platz drei. Darauf wollen wir aufbauen. OÖ tut was: Mit unserem 100-Millionen-Euro-Impulsprogramm investieren wir in Infrastruktur, Standort und damit in Arbeitsplätze. So wollen wir dazu beitragen, dass aus ersten positiven Signalen wieder Wachstum wird“, so Stelzer.
„Die aktuellen Zahlen zeigen ein differenziertes Bild: Gegenüber August ist die Arbeitslosigkeit zurückgegangen, gegenüber dem Vorjahr liegt sie aber weiterhin höher. Deshalb gilt es, konsequent an der Wettbewerbsfähigkeit unserer Betriebe zu arbeiten und mit Qualifizierung und Vermittlung dort anzusetzen, wo Arbeitskräfte gesucht werden“, unterstreicht Achleitner.
SPÖ: „Ältere Frauen weiter unter Druck“
„Ein Arbeitsmarkt, der fast nur durch Leiharbeit wächst und gleichzeitig bei Qualifizierung spart, ist kein stabiler Arbeitsmarkt“, kommentiert SPÖ-Arbeitsmarktsprecher Hans Karl Schaller die Zahlen. „Stabil ist der Arbeitsmarkt nur im Durchschnitt. Bei den Frauen, bei den Älteren und bei der Qualifizierung läuft die Entwicklung klar in die falsche Richtung.“ Bei Frauen ab 60 sei auch die Langzeitbeschäftigungslosigkeit um mehr als ein Drittel gestiegen. Die SPÖ weist auf den dringenden Erhalt der AMS-Angebote für Frauen hin, wenn nötig mit Mitfinanzierung des Landes im Rahmen von upperWork.
Grüne: „Auf Gesamtquote schauen, reicht nicht“
Die Grüne Arbeitsmarktsprecherin Brigitte Huber-Reiter verweist auf 6,7 Prozent mehr arbeitslose Frauen, um 16,4 Prozent mehr Landzeitarbeitslose und um 34 Prozent mehr langzeitbeschäftigungslose Frauen ab 60. „Daran ist gar nichts gut, nicht einmal vergleichsweise. Es sind jene Gruppen, die besondere Unterstützung bräuchten, bei der zuletzt aber sogar gekürzt wurde.“
Mehr als 20.000 offene Stellen würden zeigen, dass Arbeit vorhanden sei. „Aber es muss besser gelingen, Menschen und Arbeitsplätze zusammenzubringen. Das geht nur mit Beratung, Qualifizierung und Beschäftigungsprojekten. Das geht nur mit den entsprechenden Stellen. Dazu gehören die Sozialorganisationen, denen der Bund AMS Gelder gekürzt hat und die das Land nicht ausgleichen will.“








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