Industrievertreter fordern mehr Tempo bei Industriestrategie
OÖ/LINZ. Bei einem Kooperationstreffen in Innsbruck haben die Industrie-Spartenobleute der Wirtschaftskammern OÖ, Tirol, Vorarlberg, Steiermark, Salzburg und Kärnten eine schnellere Umsetzung der Industriestrategie Österreich 2035 gefordert. Nach ihren Angaben waren mit Stand 31. Juli 2026 erst 14 von 117 geplanten Maßnahmen umgesetzt. Vorrang sollen Energiekosten, Forschung und Fachkräfte haben.

Die Bundesregierung hat die Strategie Anfang 2026 im Regierungsprogramm verankert. Die Industrievertreter bewerten das als wichtiges Signal zur Stärkung des Standorts, sehen aber Handlungsbedarf bei der Umsetzung. Nach ihren Angaben gehen in der österreichischen Industrie derzeit rund 10.000 Arbeitsplätze pro Jahr verloren.
„Verlorene Arbeitsplätze kommen meist nicht wieder und Firmen verlagern ins Ausland, wenn Österreich zu teuer ist“, sagt Erich Frommwald, Obmann der Sparte Industrie in der Wirtschaftskammer OÖ.
Energiekosten und Genehmigungsverfahren im Fokus
Am dringendsten sind aus Sicht der Spartenobleute Maßnahmen bei den Energiekosten und eine Beschleunigung der Genehmigungsverfahren im Energiesektor. Bei der geplanten Anpassung der Forschungsprämie sprechen sie sich gegen weitere Einschränkungen aus. Der niederschwellige Zugang zur Förderung soll erhalten bleiben.
Um den Fachkräftebedarf zu decken, fordern die Industrievertreter außerdem eine Stärkung der Lehre und eine bessere Nutzung der Rot-Weiß-Rot-Karte.
Spartenobleute erwarten höhere Steuereinnahmen
Nach Einschätzung der Spartenvertreter könnte sich das Maßnahmenpaket trotz knapper öffentlicher Mittel finanzieren, wenn damit der wirtschaftliche Abwärtstrend gestoppt wird. Eine wettbewerbsfähigere Industrie würde über Steuern und Abgaben mehr einbringen, als die Umsetzung kostet.
„Die Industriestrategie ist der richtige Weg, aber das Tempo, mit dem er gegangen wird, muss massiv gesteigert werden“, so Frommwald.








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