17-jährige Autorin: "Schreibe gerne von Dingen, die ich nicht kenne"
OTTENSHEIM. Ida Leibetseder hat mit sechzehn Jahren ihr erstes Buch mit dem Titel „Lotosblüten“ veröffentlicht. Das Fantasy-Werk handelt von einem Mädchen, das in einer Parallelwelt auf ihre Vergangenheit trifft.

Bereits mit dreizehn Jahren hat sie begonnen, das Buch zu schreiben. Nachdem ihr Onkel das Buch gelesen hat, machte er sich im vergangenen Jahr auf die Suche nach einem Verlag. Obwohl es für junge Autoren oft nicht einfach ist, einen Verlag zu finden, hat gleich der erste angefragte Verlag zugesagt. „Ab diesem Zeitpunkt ging alles sehr schnell“, sagt Leibetseder.
Flucht in Fantasie-Welt
Der Roman handelt von einem jungen Mädchen, das in eine Parallelwelt katapultiert wird. In der realen Welt fühlt es sich nicht zugehörig. Durch einen Spiegel gelangt es in diese fantastische Welt, in der es seine Mutter retten will und von dem Bösen befreien muss.
„Ich schreibe gerne über Dinge, die ich selbst nicht kenne, die mich aber irgendwie beschäftigen.“ Durch viele Gespräche in der Familie, mit Freunden und Bekannten und durch aufmerksames Beobachten stößt Leibets-eder immer wieder auf Themen, über die sie sich dann genauer informiert und über die sie dann schreibt. „Das sind teilweise soziale Themen, meine Mutter arbeitet im Sozialbereich und hat mit Integration zu tun. Oder auch Themen, die Jugendliche allgemein beschäftigen. Die Inhalte haben nichts mit meinem Leben zu tun und sind keine eigenen Erfahrungen.“ Als Schauplatz für ihren Roman hat sie die Stadt Detroit (USA) gewählt. „Diese Stadt habe ich genommen, weil ich sie absolut nicht kenne. Sie steht einfach stellvertretend für Großstädte“, erklärt die junge Autorin.
Seelenleben in den Augen
Bei genauer Betrachtung kann man auch die ein oder andere Gesellschaftskritik aus der Geschichte lesen. Die Protagonistin im Buch trifft in der Fantasie-Welt auf Gefährten, mit denen sie gegen den machtgierigen Herrscher des Landes antritt. Anders als in der realen Welt, tragen diese Menschen ihr Seelenleben in den Augen. „Man sieht in den Augen sofort die wahre Persönlichkeit dieser Menschen. Sie verstellen sich nicht, tragen keine Masken.“ So stehen beispielsweise blaue Augen für Tiefgründigkeit oder grüne Augen für Abenteuerlust. Auch gibt es eine große Artenvielfalt in der naturbelassenen Parallelwelt.
Talent von Oma
Ida Leibetseder hat immer schon gerne geschrieben. „Ich glaube, das habe ich von meiner Oma. Die hat auch viel geschrieben und sogar einen Kurzgeschichten-Band herausgegeben.“ Nach ihrer Schulausbildung, sie besucht derzeit das Georg von Peuerbach-Gymnasium, will sie Psychotherapeutin werden. „Ich würde schon gerne hauptberuflich als Schriftstellerin arbeiten, aber ich finde es auch wichtig, eine Ausbildung zu haben.“ Überrascht war Ida Leibetseder von den vielen positiven Rückmeldungen von Erwachsenen. „Ich habe ein Buch für Jugendliche geschrieben aus der Sicht einer Jugendlichen. Ich finde es toll, dass es trotzdem viele Erwachsene erreicht hat.“ Momentan schreibt sie an einem Buch über ein Mädchen, das ein Flüchtlings-Trauma verarbeitet.Am 16. Juni (19.30 Uhr) wird Ida Leibetseder im Stifterhaus eine Lesung geben. Tips verlost drei Mal das Buch „Lotosblüte“ auf www.tips.at


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