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Pasching. Missionsschwester Lea Ackermann, Trägerin des Augsburger Friedenspreises und unermüdliche Kämpferin gegen Prostitution und Menschenhandel, war vergangene Woche zu Gast in Österreich. Im Paschingerhof sprach sie über ihre Beweggründe und Erfolge.

In ihrer Biografie „Um Gottes Willen, Lea!“ hat die 79-jährige Missionsschwester und Friedenspreis-Trägerin ihr bewegtes Leben niedergeschrieben.

Lea Ackermann ist seit 56 Jahren Missionsschwester und arbeitete viele Jahre in Ruanda und in Kenia. 1985 gründete sie den Verein SOLWODI (Solidarity with Women in Distress), wofür sie 2014 den Augsburger Friedenspreis erhielt. Die Organisation hatte ihren Ursprung in Kenia, mittlerweile gibt es aber auch in Deutschland 18 Beratungsstellen, auch nach Wien reichen die Netzwerke. Zahlreiche sogenannte Schutzhäuser sind entstanden, in denen Frauen und Kinder, die der Zwangsprostitution entfliehen konnten, anonym Schutz finden.

Ackermann erzählte beim Vortrag in Pasching vergangenen Donnerstag über ihre berührenden Erlebnisse in Mombasa (Anm.: mit 915.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt in Kenia). „Mombasa ist wunderschön, ein Ferienparadies, sauberes Meer, eine Korallenküste, hohe Berge, wilde Tiere. Also es gibt dort alles, was einen traumhaften Ort ausmacht. Und dann kommen die Europäer und andere, die sich eine Weltreise leisten können. Und die kommen nach Kenia, sehen das Elend von Frauen und Kindern und nutzen das für ihr billiges Vergnügen aus. Und das hat mich wirklich auf die Palme gebracht“, so die Missionsschwester über die Beweggründe, den Schutzverein SOLWODI zu gründen.

„Ich bin dann in Mombasa auf die Straße gegangen. Da ist ein Elendsviertel hinter dem Marktplatz, da sind die Frauen in der Prostitution, die von den Touristen nicht mehr gewollt werden, weil sie schon etwas älter sind, also so um die 25 Jahre. Die prostituieren sich um fünf Cent für fünf Minuten.“ Angesichts dieser Erfahrungen hat Lea Ackermann beschlossen, zu handeln.

Die Frauen bei SOLWODI machen auch Sozialarbeit, klären Frauen über ihre Rechte auf und über ihre Möglichkeiten, aus der Prostitution auszusteigen. Dass es dieses Problem auch in Österreich und Deutschland gibt, war dann schnell klar. „Als die Flüchtlingswelle anfing, haben wir in Deutschland sofort ein neues Schutzhaus für Flüchtlingsfrauen und Kinder errichtet. Da gibt es Fälle, wo die Männer in ihrer Mittellosigkeit ihre Frauen und Kinder bewusstlos machen und ihre Körper verkaufen“, so Ackermann. Die Betroffenen müssen dann auf der Flucht in die Schutzhäuser flüchten.

Für Lea Ackermann steht unbestritten fest: „Der Gesetzgeber muss Prostitution verbieten, genau wie Diebstahl und Mord. Ein Mensch darf nicht als Ware behandelt werden.“ 


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