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PERG. Zum Welttag des Buches hatten sich die Verantwortlichen von PERGliest einiges einfallen lassen. „Wolfgang und Wolfgang“ überraschten die Bevölkerung mit spontanen Lesungen am Hauptplatz und als Highlight fand vor zahlreichen Besuchern am Abend des 21. April eine Lesung von Anna Mitgutsch - einer der bedeutendsten deutschsprachigen Autorinnen der Gegenwart – statt.

Foto: Stadtamt Perg
Foto: Stadtamt Perg

Die in Linz geborene Schriftstellerin las im Perger Kulturzeughaus aus ihrem zehnten Roman „Die Annäherung“, in dem sie die Geschichte einer schwierigen Vater-Tochter-Beziehung beschreibt. Der Roman spielt über einen Zeitraum von etwas mehr als einem Jahr. Es ist das letzte Lebensjahr des sechsundneunzigjährigen Theo. Der Roman handelt von prägenden Kriegsereignissen, menschlichen Beziehungen und dem Altern.

Lesung von Anna Mitgutsch im KUZ

Mitgutsch wählte für die Lesung in Perg einen Erzählstrang, bei dem Theo, seine Tochter Frieda und die Pflegerin Ludmilla zu Wort kommen. Friedas Versuche nach Annäherung scheitern. Fragen nach den Erlebnissen im Krieg und der Schuld des Vaters tun ihrem Verhältnis nicht gut. Sie sitzen sich gegenüber, unfähig, sich zu begegnen. Ihre Stelle nimmt für einige Monate Ludmilla, eine ukrainische Pflegerin ein. „Unsere Generation ist mit der Pflegebedürftigkeit der Eltern konfrontiert und hat mit unbeantworteten Fragen zu kämpfen. Manche von uns erleben auch, wie enge Beziehungen zwischen Pflegerinnen und Eltern entsteht - Nähe, die eifersüchtig macht“, sagt eine 60jährige Zuhörerin am Abend der Lesung. Sie bestätigt damit die Aktualität des jüngsten Werkes von Anna Mitgutsch. „Die Annäherung“ ist ein sensibler Roman über die unerfüllte Sehnsucht nach Nähe, ein Roman über Schuld und Vergebung, Gehorsam und Stärke, Verantwortung und Gerechtigkeit. Es ist ein Roman, deren Figuren durch ihre Wahrhaftigkeit berühren.


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