Leserbrief aus der Steiermark zum Umbau des Greiner Stadttheaters

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Lesermeinung zum Umbau des Greiner Stadttheaters. (Foto: tomertu/shutterstock.com)
Lesermeinung zum Umbau des Greiner Stadttheaters. (Foto: tomertu/shutterstock.com)
Markus Hochgatterer Online Redaktion, 23.07.2021 12:27 Uhr

GREIN. „Da ich als Schauspieler selbst schon etliche Male im Greiner Stadttheater aufgetreten bin, nehme ich über die e-Paper Anteil an den Geschehnissen, die in diesem Zusammenhang immer wieder zur Sprache kommen. Ich lebe nicht in Oberösterreich und möchte mich aus einer gewissen räumlichen und sachlichen Distanz zu dieser Renovierung äußern, die mich emotional berührt hat“, sagt Alexander Marton und hat sich mit folgenden Zeilen an die Tips-Redaktion gewandt.

 „Ich war vor wenigen Tagen nach längerer Zeit wieder auf Besuch in Grein. Hierbei musste ich mit Entsetzten die negative Veränderung des mit Abstand wertvollsten Gebäudes der Stadt feststellen. Abgesehen davon, dass schon der Zubau dem historischen Charakter des Bauwerks in keiner Weise entspricht, wurde dessen Eingang im Stile der 60er / 70er-Jahre gestaltet, was mich an diverse aufgelassene Geschäfte erinnert. Noch mehr überraschte mich allerdings die „Erneuerung“ des Bodens im Innenbereich, welche das „neue“ Eingangstor noch übertrifft. Dies entspricht in meinen Augen ebenfalls nicht dem historischen Charakter des Gebäudes und erinnert mich an die Böden unserer Fleischerei in meiner Kindheit. Alles in allem bin ich äußerst verwundert, dass mit Unterstützung des Denkmalamtes derartige Entscheidungen getroffen wurden. Bezüglich des äußeren Erscheinungsbildes empfinde ich ein völliges Unverständnis, dass man eine historische Fassade – zur Gänze mit einfacher weißer Farbe übertüncht – als „renoviert“ bezeichnet. In mir persönlich erweckt dies den Eindruck, dass man ein Verfahren wählte, welches man in der Zwischenkriegsszeit praktizierte, als außer Kalk kaum Farbe zur Hand war. Die wertvollen barocken Malereien, die vor Jahren teilweise freigelegt worden waren, hat man wieder unter weißer Farbe verschwinden lassen.  Was ist die Ursache einer solchen Vorgehensweise? - Geldmangel? - Schlechte Beratung? Oder ist es einfach die Unkenntnis der kulturellen Werte, die man besitzt, weil einem dieser Besitz bereits so selbsrtverständlich geworden ist?“

Leserbrief von Alexander Marton aus der Steiermark

 

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Kommentare

  1. Andrea
    Andrea23.07.2021 21:05 Uhr

    Hauptsache neu - "Neu" ist leider Gottes in vielen Führungsebenen der Gemeinden besser als etwas trotz seines Alters gut Funktionierendes. Kulturell wertvolle Gebäude werden dem neuen "Schachtelhaus-Edelstahl-Glas-Steingarten-Standards" angepasst, abenteuerliche "durch-Strauch-und-Stein-Schulwege müssen mit Betonstiegen und Edelstahlgeländern sowie Laternen versehen werden, sodass man den Schülern das einzige Highlight des Schulwegs nimmt und die Gemeinde sich mit dem Faktor "Sicherheit auf Schulwegen" rühmen kann. Etc., etc.... Nicht nur für das Auge muss viel dem neuen "schön" weichen auch leidet unter dem Faktor der Verbauung die Natur sowie die Menschheit unter zahlreichen Naturkatastrophen weil der Mensch denkt, er kann zB den Flüssen welche durch Starkregen steigen Herr werden. Hier ebenso gilt etc. etc.... Doch zurück zum Thema. Auch ich war in diesem Theater bereits auf und vor der Bühne und kann sagen, dass das Ambiente immer eine sehr eindrucksvolle Atmosphäre vermittelt hat. Wie bereits gesagt wurde, es ist sehr schade dass man hier glaubt etwas so Prachtvolles erneuern/verbessern zu müssen. Sehr, sehr schade

  2. film-1
    film-123.07.2021 17:21 Uhr

    alt und neu, wie es einfach n i c h t zusammenpasst - Das Denkmalamt war für die Würst. Hier haben mehrere Ebenen versagt. Wie rs niemals sein sollte. Negatives Beispiel eines Versuchs. WEISS passt, als Farbe der Phantasielosigkeit. Das alte Theater, wie es war, restaurieren, mehr nicht- das wärs gewesen.



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