Asylquartiere: Bezirk Perg schafft als erster 1,5-Prozent-Quote
BEZIRK PERG. Sehr gute Fortschritte macht Oberösterreich in diesen Wochen bei der Quartiersuche für Asylwerber. Für 16,8 Prozent der Asylantragssteller in Österreich muss Oberösterreich Quartiere schaffen. Als erster Bezirk hat Perg nun den Richtwert von 1,5 Prozent überschritten.

„Ich bin sehr zufrieden mit den Fortschritten und bedanke mich ganz herzlich bei allen, die einen Beitrag leisten und solidarisch handeln. Viel Arbeit und Engagement lohnt sich. Hilfsorganisationen, NGOs, Gemeinden und Freiwillige, Bezirkshauptleute und viele Private − wir sind in den vergangenen Wochen zu einem starken Team geworden“, so der zuständige Landesrat Rudi Anschober.
Oberösterreich hält inzwischen bei 13.550 Plätzen und damit im Landesschnitt bei 0,94 Prozent Quartiersplätzen, gemessen an der Bevölkerung. Bereits 80 Prozent der Gemeinden haben Quartiere geschaffen oder in Vorbereitung. Die Zahl der Gemeinden ohne Quartiere hat sich seit Anfang November von 220 auf mittlerweile 91 verringert. Aber noch fehlen gut 800 Plätze zum Erreichen der Quote, das ist jedoch der geringste Wert seit Monaten.
Bund hat im Bezirk nun kein Durchgriffsrecht mehr
Als erster Bezirk hat nun Perg den Richtwert von 1,5 Prozent überschritten und liegt aktuell bei 1,54 Prozent. In Kürze werden alle Gemeinden des Bezirks ein Quartier haben. Nun geht es um das Überschreiten von 1,5 Prozent in möglichst allen Gemeinden. „Damit wird es im Bezirk Perg kein Durchgriffsrecht des Bundes mehr geben können. Denn in allen Bezirken mit Überschreitung des Richtwertes entfällt dies“, so Anschober. Einige weitere Bezirke sind bereits am Weg in Richtung 1,5 Prozent − etwa Vöcklabruck und Schärding oder auch Rohrbach und Urfahr-Umgebung. Wird hier konsequent weiter gearbeitet im bisherigen Engagement, dann kann das Ziel in den nächsten zwei bis drei Monaten erreicht werden. Einige Bezirke wiederum sind deutlich unter einem Prozent, sie müssen verstärkt zulegen.
„In den nächsten Monaten bis Sommer wollen wir uns besonders anstrengen. Meine Sorge gilt nun den Entwicklungen der nächsten Wochen. Würde es − wie kürzlich angedeutet − von Deutschland Gegenmaßnahmen in Reaktion auf die österreichische Tagesquote geben, dann könnte dies zuerst Oberösterreich treffen − zum Beispiel durch mehr Rückschiebungen. Wir wollen auf alle Eventualitäten vorbereitet sein, daher müssen wir uns in den nächsten Monaten bei der Quartiersuche verstärkt anstrengen“, so Integrationslandesrat Anschober.


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