Gewaltschutz: 39 Betretungsverbote im Bezirk Perg
BEZIRK. Insgesamt 1.175 Betretungsverbote musste die Polizei 2018 aussprechen – 39 davon im Bezirk Perg. Damit liegt der Bezirk an zehnter Stelle.

Das Gewaltschutzzentrum OÖ berät und unterstützt Personen, die in der Familie oder im sozialen Umfeld von Gewalt betroffen sind, sowie Stalkingopfer. Im Jahr 2018 hatte das Gewaltschutzzentrum OÖ 2.464 Klienten. 84 Prozent der Opfer sind Frauen und diese sind wiederum zu 92 Prozent der Gewalt von Männern ausgesetzt.Von den 2.464 Klienten des Gewaltschutzzentrums wurden 1.175 durch die Exekutive aufgrund eines Betretungsverbotes an das Gewaltschutzzentrum überwiesen. 39 Betretungsverbote wurden dabei im Bezirk Perg ausgesprochen. In der Stadt Linz etwa sind es 323 Fälle. Eva Schuh, Geschäftsführerin des Gewaltschutzzentrums OÖ, erklärt das unter anderem auch mit einem Gefälle zwischen städtischen und ländlichen Gegenden: „Am Land rufen die Opfer nicht so schnell die Polizei“, erklärt Schuh. Oft sei der Gedanke „Was sagt dann der Nachbar“ am Land eine Hemmschwelle. „Wenn der Polizist mit dem Mann am Stammtisch sitzt, dann ist das für die Frau auch schwierig“, erörtert Sonja Ablinger, Vorstandsvorsitzende Gewaltschutzzentrum, zudem.
Trennung schwierig
„Die meisten Betroffenen erleben Gewalt durch ihre Partner – 40 Prozent – und durch ihre Ex-Partner zu 19 Prozent.“ Die Hürden, sich aus einer gewalttätigen Beziehung zu befreien, sind oft immens hoch: Neben der Traumatisierung durch Gewalt spielt hier vor allem die finanzielle Abhängigkeit eine große Rolle. Das Projekt „Perspektive:Arbeit“ unterstützt gewaltbetroffene Frauen beim (Wieder-)Einstieg in den Arbeitsmarkt oder beim Joberhalt.


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