Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

MAUTHAUSEN/WERFEN. Der Flug des Adlers, die Wendigkeit des Sperbers oder die Schnelligkeit des Falkens: Greifvögel begeistern mit ihren Fähigkeiten die Menschen schon immer. Berufsfalknerin Martina Grässle aus Mauthausen kümmert sich im Salzburger Landesfalkenhof in Werfen um die sensiblen Tiere.

Martina Grässle mit einem ihrer Schützlinge. (Foto: Jeffrey Schuster)
Martina Grässle mit einem ihrer Schützlinge. (Foto: Jeffrey Schuster)

„Bei der Arbeit mit Falken oder Adlern muss man die Ruhe ausstrahlen, die man selbst von den Tieren erwartet“, erklärt die gebürtige Tirolerin Grässle, die seit etwa drei Jahren in Werfen ihrer Tätigkeit nachgeht. Und um die Tiere an den Menschen zu gewöhnen, beginnt das Training der Adler, Falken und Geier bereits, wenn die Jungvögel bei ihren Eltern sind. So sind sie artgeprägt, kennen den Menschen aber schon von klein auf. Obwohl Training nicht ganz der richtige Terminus ist: „Ein Greifvogel muss immer freiwillig arbeiten, er lässt sich zu nichts zwingen. Wir können nur sein natürliches Verhalten abverlangen, um den Besuchern die Faszination Greifvögel nahezubringen“, erklärt Grässle, die weiter ausführt: „Die Tiere stammen alle aus Nachzuchten, die Entnahme von Vögeln aus der Wildnis ist verboten.“

Weißkopfseeadler im Sturzflug

Wie lange es dauert, bis die Jäger der Lüfte ihr Können hoch über der Salzach zeigen dürfen, lässt sich nicht eindeutig beantworten. Grässle: „Jedes Tier hat seinen eigenen Charakter. Daher ist der eine Falke schneller so weit als der andere.“ Und dass die sensiblen Flugkünstler auch in einem anderen Bereich einzigartig sind, zeigt sich bei einer weiteren Eigenschaft, wie die Falknerin berichtet: „Zwischen dem Falkner und seinem Schützling entwickelt sich eine Art Beziehung, man vertraut sich gegenseitig.“ Um sich länger über die Faszination Greifvogel zu unterhalten, bleibt leider keine Zeit mehr. Schließlich beginnt in wenigen Augenblicken die heutige Flugvorführung. Und so beziehen Grässle und ihre Kollegen im historischen Falkneroutfit im Burghof Aufstellung und schon startet der erste Star der Vorstellung seine Runden. Ein mächtiger Kaiser­adler gleitet lautlos über die Köpfe, schenkt den Besuchern aber keine große Aufmerksamkeit. Lieber nimmt er auf einer Zinne der Burg Platz, um sich einen Überblick zu verschaffen. Wenige Augenblicke später sitzt er schon wieder am Arm seines Falkners. Genug geflogen, schließlich wollen noch Sakerfalken und Bussarde zeigen, welche Fähigkeiten sie zu den erfolgreichsten Jägern im Tierreich machen. Nur die Gänsegeier wollen heute nicht so richtig in Fahrt kommen. Schuld daran ist die fehlende Thermik, die das Fliegen für die mächtigen Vögel zu einer anstrengenden Sache macht. Daher ist nach zwei, drei Minuten und einer kleinen Belohnung für ihre Mühe wieder Schluss mit dem heutigen Ausflug. Einen Höhepunkt bieten die Falkner den Besuchern jedoch noch. Ein Weißkopfseeadler – das Wappentier der USA – setzt zum Sturzflug an, um vor den erstaunten Besuchern seine „Beute“ im Wasserbecken zu ergreifen und die Gäste – vor ihrem Abschied – für wenige Minuten in die Wildnis Nordamerikas zu entführen.

Informationen zum Landesfalkenhof gibt es unter: www.salzburg-burgen.at/de/burg-hohenwerfen/falknerei-ausstellungen-geschichte/falknerei/

Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden