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SCHWERTBERG. Zerstörte Natur durch Mountainbikefahrer, gestresstes Wild und achtlos weggeworfener Müll: Diese Probleme verursachen bei Jägern wie Landwirten großen Ärger. Tips hat sich das Problem bei der „Weltstoarunde“ in Schwertberg näher angeschaut.

Sogar Motocrossfahrer sind im Wald in Schwertberg unterwegs. (Foto: privat)
Sogar Motocrossfahrer sind im Wald in Schwertberg unterwegs. (Foto: privat)

„Wanderwege sind nicht gleichzeitig Radfahrstrecken!“, so der einheitliche Konsens aller Betroffenen zu diesem Thema. „Die Leute sind mittlerweile soweit, dass sie alles als ihr Eigentum ansehen. Und die Hemmschwelle ist mit dem Elektrorad noch mehr gefallen. Jung und Alt, mit oder ohne Kraft, kommt heute mit dem E-Bike überall hin und respektiert dabei oftmals die Natur nicht“, sagt ein betroffener Jäger, Revier Windegg (Name der Redaktion bekannt). Da er Angriffe auf seine Person vermeiden will, möchte er nicht genannt werden. Die Verantwortlichen in Jagd und Forst ärgern sich oft über die Respektlosigkeit vieler Menschen. „Wir sind als Jäger der Natur verpflichtet und für den Schutz des Wildes auch behördlich verantwortlich. Doch wenn man die Menschen auf das Radfahrverbot durch den Wald anspricht, dann wird man nicht selten beschimpft. Mir wurde auch schon der Hochstand angeschnitten, die Futterstelle ausgeleert oder ein Autoreifen aufgestochen. Es gibt einsichtige Leute und andere, die glauben, der Wald gehört ihnen allein. Ganz Schlaue fahren in der Nacht mit der Kopflampe und Spraydose, um ihre eigens kreierten Wege zu markieren – und das ist einfach fürchterlich.“

Auch Bäuerin Daniela Chwatal kann von den Problemen mit den Mountainbikern ein Lied singen: „Es ist ein Irrsinn und richtig heftig. Ich habe lange gewartet, etwas zu sagen. Doch nun trauen sich die Kinder nicht mehr im Freien spielen. Und auch Spaziergeher beschweren sich bei mir. Die Mountainbiker rasen durch den Wald und die Wiese und die einzige Rettung für Spaziergeher ist oft ein Sprung ins Gras.“ Früher, sagt sie, sind Rehe und Hasen noch nah zu ihrem Hof gekommen: „Das war ein Highlight für die Kinder, doch heute sind die Tiere scheu und ängstlich.“

Ebenso möchte Schwertbergs Bürgermeister auf das Thema aufmerksam machen, aber auch betonen, dass es nicht nur in seinem Ort, sondern in vielen Gemeinden dieses Problem gibt: „Als Bürgermeister steht man mittendrin. Zum einen freue ich mich, dass die Menschen die Natur entdecken und dafür halten wir auch gerne die Wanderwege in Ordnung, doch gleichzeitig wird das Eigentum überzogen und nicht respektiert. Damit haben wir ein großes Problem, dass dringend ein Umdenken benötigt.“

Problem für das Wild

Alle Gesprächspartner haben Verständnis dafür, dass die Menschen gerade in dieser, durch Corona erschwerten, Situation raus in die Natur wollen. „Das Problem wird vor allem am fehlenden Respekt und der fehlenden Rücksicht gegenüber dem Grundbesitzer sowie den tierischen Waldbewohnern gesehen“, sagt der Jagdleiter von Winden-Windegg Johann Holzer. Außerdem sagt er: „Ich glaube nicht, dass so mancher Naturnutzer das am eigenen Eigentum tolerieren würde, was sich jetzt teilweise abspielt. Versucht man ein klärendes Gespräch, wird man nicht selten angepöbelt. Jagdlich gesehen haben wir mit dem Abschussplan einen Auftrag der Behörde zu erfüllen, was viele nicht wissen. Mit dem stark steigenden Waldtourismus herrscht ständige Unruhe. Besondere Gefährdung des Wildes erfolgt durch Biker, welche querfeldein ihren Spaß suchen. Dieser Umstand und auch die Tatsache, dass viele Hundeführer ihren Gefährten nicht an der Leine haben, stressen das Wild. Das wiederum führt zu erhöhtem Verbiss der Jungpflanzen im bäuerlichen Wald. Höherer Verbiss bedeutet aber höhere Abschusszahlen, welche für die Jagd dann oft unerfüllbar werden. Ebenso dramatisch ist es, wenn verängstigte Tiere auf der Flucht, im Wasser (Aist) oder auf der Straße ein qualvolles Ende finden.“

Alle Betroffenen möchten noch einmal betonen: „Eigentlich ist Radfahren nur auf öffentlichen Wegen erlaubt. Wer sich dessen bewusst ist, wird auch mit dem nötigen Respekt unterwegs sein, und mehr auf die Hinweise der Naturbetreuer hören.“


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