Wo im Bezirk Perg 2022 überall „de Blasmusi spüd“: Bezirksobmann Georg Fichtinger gibt im Tips-Interview einen Überblick
BEZIRK PERG. Leere Probenräume, verwaiste Konzertsäle. Auf den Instrumentenkoffern des einen oder anderen Musikers hat sich bereits eine leichte Staubschicht gebildet. „Es ist gerade keine leichte Zeit für uns“, sagt Georg Fichtinger, bei dem seit Sommer 2021 die Fäden im Blasmusikgeschehen der Region zusammenlaufen. Im Tips-Gespräch gibt der Bezirksblasmusikobmann Einblick in die aktuelle Lage.

Tips: Wie schauen die Pläne für die Wiederaufnahme des Probenbetriebes aus beziehungsweise was ist derzeit für die Vereine möglich?
Georg Fichtinger: Die aktuell vorherrschende 2G-Regel für Proben ab elf Personen, macht einen Betrieb, wie wir ihn vor Corona kannten, nur erschwert möglich. Inwieweit der Probenalltag zurückkehren kann, hängt in den Vereinen von der Anzahl der Personen ab, die diesen Status erfüllen. Bei Registerproben oder jenen in kleineren Besetzungen wird es weniger Probleme geben, Proben in voller Besetzung sind für den Großteil der Vereine aktuell nicht möglich. Wie aus vielen Vereinen zu vernehmen ist, soll dort ab den Semesterferien wieder regelmäßig geprobt werden.
Tips:Ab wann dürfen sich die Blasmusikfans der Region wieder auf Auftritte ihrer Lieblingskapellen freuen?
Fichtinger: Noch heißt es ein wenig Geduld zu bewahren, aber erste Termine für 2022 haben wir im Bezirksvorstand bereits fixiert. Die Konzertwertung, eines der Jahreshighlights für die Musiker der Region, mussten wir aber leider absagen. Der Termin Mitte März wäre dafür einfach zu früh gekommen. Als erste Veranstaltung steht somit das am 2. April geplante Format „Musik in kleinen Gruppen“ am Programm. Die neue Verordnung ermöglicht das Spielen und Proben für bis zu zehn Personen ohne 2G. Bis zu diesem frühen Zeitpunkt, nach so langer Pause, eine ganze Kapelle für Auftritte wieder in Schwung zu bringen, würde ohnehin noch ein wenig Zeit benötigen – das Musizieren in kleineren Besetzungen ist aber ein guter Anlass für ein Comeback. Auch ein konkretes Probenziel ist damit wieder vorhanden. Die Veranstaltung wird für alle Mühviertler Vereine übrigens in Freistadt durchgeführt.
Tips:Wird es heuer ein Bezirksmusikfest mit der traditionellen Marschwertung geben?
Fichtinger: Ich gehe davon aus, dass dies – so wie bereits im letzten Jahr – auch heuer möglich ist. Nach der Absage im Jahr 2020 konnte der Musikverein Waldhausen dabei im vergangenen Jahr ein Plus1-Jubiläum feiern. Für den diesjährigen Veranstalterverein gilt dasselbe. Auch der Musikverein Pabneukirchen feiert bei der größten Veranstaltung für aktive Musiker im Bezirk das 170. Bestandsjubiläum mit einem Jahr Verspätung nach. Organisiert wird dieser Festtag in Kooperation mit der Sportunion im Zuge der Pabneukirchener Zeltnächte. Termin dafür ist Sonntag, der 24. Juli.
Tips:Welche Veranstaltungen sind sonst noch fixiert oder in Planung?
Fichtinger: Eine große Bühne für regionale Musikformationen wird wieder die Strudengauer Messe in Waldhausen bieten. Am Samstag, 27. August, ist geplant, dass bis zu sechs kleinere Formationen aus dem Bezirk für Unterhaltung sorgen. Ein Ziel, das ich mit meinen Vorstandskollegen intensiv verfolgen werde, ist es, die Gastgärten der Region zu bespielen. Das kann – sofern es ab Mai/Juni möglich ist, etwa in Vollbesetzung oder auch in kleineren Abordnungen der Vereine geschehen. Mit einer noch genau zu definierenden Veranstaltungsreihe würden sich einerseits für unsere Musiker interessante Auftrittsmöglichkeiten ergeben, andererseits profitieren die Wirte, die zuletzt ebenfalls eine schwere Zeit durchlaufen mussten, von vielen Besuchern und vollen Gastgärten.
Tips:Wenn es nach so langer Pause dann mit den regelmäßigen Zusammenkünften, Proben und Auftritten losgeht, glaubst du, sind dann in den Vereinen alle Musiker wieder an Bord?
Fichtinger: Auch wenn sich die Mitglieder in den Kapellen der Region wieder den normalen Musiker-Alltag herbeiwünschen, so genießen viele davon gleichzeitig auch ihre Freizeit, die durch das Wegfallen von regelmäßigen Proben und Ausrückungen entsteht. Da geht es mir persönlich nicht anders. Ich bin aber sehr optimistisch, dass fast alle Mitglieder wieder aktiv musizieren und in ihren Orten die schönen Seiten des Vereinslebens erleben wollen und auch werden.


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