„Verunsicherung der Bürger ist im Zivilschutzbüro deutlich spürbar“
BEZIRK PERG. Die Verunsicherung in der Bevölkerung ist groß. Corona-Pandemie, zwei Beinahe-Blackouts im letzten Jahr und Krieg in Europa: Die heile Welt bekommt Risse. Beim OÖ Zivilschutzverband gibt es daher aktuell einen Run auf Notfall-Ausrüstung und eine Welle an Anfragen. Die Experten stellen einmal mehr klar: „Keine Panik, aber Vorsorge ist wichtig.“

„Die Anfragen im Zivilschutzbüro sind massiv gestiegen und die Ängste und Verunsicherung der Bürger spürbar. Deswegen ist es von Vorteil, dass es in den Bezirken eine zusätzliche Ansprechperson gibt, an die sich Bürger und Gemeinden wenden können“, sagt OÖ Zivilschutz-Geschäftsführer Josef Lindner über den neuen ehrenamtlichen Bezirksleiter in Perg, Christian Zeindlhofer. Der 40-Jährige Mitterkirchner ist als Bezirksleiter Bindeglied zwischen den Behörden und Einsatzorganisationen mit dem Zivilschutz-Landesverband.
Ziel: zwei Wochen autark leben können
„Selbstschutz ist der beste Schutz. Die Quarantänen bei einer Corona-Infektion sind ein guter Maßstab, um sich zu überlegen, komme ich zehn Tage durch oder muss mir jemand was zu essen bringen?“, fragt sich Lindner. Der Naarner sagt weiter: „Unser Zugang ist es, zu informieren und zu beraten, aber keine Angst und Panik zu verbreiten.“ Er weist auch darauf hin, dass Vorsorge das Wichtigste ist: „Der Ansturm auf die Apotheken bezüglich Jodtabletten ist geschehen, als die Atomgefahr bereits im Raum stand, aber dann ist es im Ernstfall zu spät. Vorsorge schützt vor Sorgen.“
Ganz wichtig ist ein ausreichend großer Wasservorrat, da man bei einem Strahlenschutz-Alarm mehrere Tage im Keller bleiben sollte. Und den jährlichen Zivilschutztag Anfang Oktober könnte man als Anlass nehmen, um seine Vorräte auszutauschen und zu erneuern. Entsprechende Einkaufslisten sind beim Zivilschutzverband erhältlich. Auch Sicherheitsprodukte, wie Radios und Taschenlampe, deren Akkus sich über eine mechanische Kurbel aufladen lassen, sind sehr beliebt – auch als Geschenk, um für die Liebsten vorzusorgen.
Notfallpläne erarbeitet
Der OÖ Zivilschutzverband, das Land OÖ und die Katastrophenschutzbehörden haben landesweite Notfallpläne erarbeitet, sollte es etwa zu einem Blackout kommen. Diese Pläne werden aktuell finalisiert und in Folge den Gemeinden in OÖ – den wesentlichen Ansprechpartnern – zur Verfügung gestellt. Dabei geht es nicht nur um aktuelle mögliche Bedrohungen wie einen atomaren Zwischenfall oder technische Katastrophenfälle wie einen Blackout, auch für starke Unwetter und Naturkatastrophen muss man gerüstet sein. Mit den gemeinsamen Notfallplänen, die die Gemeinden auf ihre jeweilige Situation anpassen können, soll sichergestellt sein, dass im Ernstfall jeder weiß, was zu machen ist. Auch wird das Zivilschutz-SMS forciert. 17 von 26 Gemeinden im Bezirk Perg nutzen dieses Kommunikationsmittel bereits, um ihre Bürger zu informieren. Eine Anmeldung ist unter www.zivilschutz-ooe.at möglich.
Informieren, um richtig zu reagieren
Mit seinen Projekten informiert der Zivilschutz von klein bis groß. „Wichtig ist, dass man bei den Kleinsten ansetzt, die tragen die Infos nach Hause zu den Eltern“, sagt Zeindlhofer. Beliebt ist die Zivilschutz-Kindersicherheitsolympiade. Diese findet heuer am 2. Juni in Grein statt.
Weitere Schwerpunkte liegen auf Vorträgen zur Bewusstseinsbildung. Am 25. April gibt es den nächsten Blackout-Vortrag in Arbing.


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