5.000 Menschen bei Befreiungsfeier
MAUTHAUSEN. Gemeinsam mit den Überlebenden des ehemaligen Konzentrationslagers haben am Sonntag über 5.000 Menschen an der internationalen Befreiungsfeier der KZ-Gedenkstätte Mauthausen teilgenommen.

Anlässlich der 77. Wiederkehr der Befreiung des KZ-Mauthausen lud das Mauthausen Komitee Österreich in Zusammenarbeit mit dem Comité International de Mauthausen (CIM) und der Österreichischen Lagergemeinschaft (ÖLM) wieder zur internationalen Befreiungsfeier in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen.
Die Gedenk- und Befreiungsfeiern widmeten sich im Jahr 2022 dem thematischen Schwerpunkt „Politischer Widerstand“. Willi Mernyi, Vorsitzender des MKÖ, forderte angesichts der Aktualität des diesjährigen Schwerpunktthemas zu Zivilcourage auf: „Wir wollen an die Personen erinnern, die politischen Widerstand geleistet haben und damit ihr Leben riskierten. Zivilcourage ist auch in der heutigen Zeit ein wichtiges Thema – ob digital oder analog. Denn wer stillschweigt, akzeptiert den Hass, der uns umgibt.“
Landeshauptmann Stelzer bedankte sich für das Aufgreifen des Themas: „Geschichte ist nie vergangen, sie wirkt immer auch in die Gegenwart und die Zukunft herein. Wie bedeutend das Erinnern für das Heute und Morgen ist, wird bei den Themen ‚Widerstand und Zivilcourage’ besonders deutlich. Ich bin daher dankbar, dass das Mauthausen Komitee in diesem Jahr diesen Aspekt in den Mittelpunkt des Gedenkens stellt.“
Wichtige Rolle der Gedenkstätten
Bundeskanzler Karl Nehammer betonte: „Mehr als vier Jahrzehnte hat es gedauert, bis das offizielle Österreich anerkannt hat, in der Zeit des Nationalsozialismus nicht nur Opfer, sondern auch Täter gewesen zu sein. Was wir heute als selbstverständlich betrachten, war ein langer und mühsamer Prozess für unser Land. Die ehemaligen Konzentrationslager Mauthausen und Gusen spielten bei der Aufarbeitung der NS-Zeit eine wichtige Rolle.“
Im Rahmen der Befreiungsfeier erfolgte wie jedes Jahr die Kranzniederlegung durch rund 130 Delegationen. Musikalisch begleitete das Ensemble „Widerstand“ den gesamten Gedenkzug. Mehrsprachig moderiert wurde die Gedenkfeier, wie auch in den vergangenen Jahren, durch Konstanze Breitebner und Mercedes Echerer. Der Weg des Gedenkzugs endete schließlich mit dem Auszug aus dem ehemaligen Schutzhaftlager, mit dem die Befreiung der KZ-Inhaftierten im Jahr 1945 symbolisiert wurde. Anschließend gab es die Möglichkeit für individuelles, stilles Gedenken.


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