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ST. GEORGEN AN DER GUSEN/SCHWERTBERG. Diözesanbischof Manfred Scheuer und die Missionsstelle der Diözese Linz haben am Freitag zum achten Mal den Missionspreis verliehen. Zwei Preise gingen in den Bezirk Perg.

  1 / 2   Die Selbstbesteuerungsgruppe der Pfarre St. Georgen an der Gusen erhielt den Missionspreis. (Foto: Missionsstelle der Diözese Linz)

Der Missionspreis der Missionsstelle der Diözese Linz ist eine bischöfliche Anerkennung für die aus Oberösterreich ausgehenden Unterstützungen der missionarischen Tätigkeiten. Ein Preis, dotiert mit 1.500 Euro, der wieder in ein Projekt einfließen soll, ging an die Selbstbesteuerungsgruppe der Pfarre St. Georgen an der Gusen.

Mission selbst angehendurch Selbstbesteuerung

Weil sich 15 Jugendliche aus St. Georgen an der Gusen aktiv für eine gerechtere Welt einsetzen wollten, gründeten sie am 10. Juli 1981 den Arbeitskreis Entwicklungshilfe. Die erste Aktion für mehr Gerechtigkeit war die Selbstbesteuerung. Die im Erwerbsleben stehenden jungen Leute verpflichteten sich, von ihrem lohnsteuerpflichtigen Einkommen ein Prozent für Entwicklungshilfeprojekte in der Dritten Welt zur Förderung der Grundbedürfnisse zu geben. Einmal jährlich werden seitdem drei Projekte zur Auswahl vorgestellt, die zuvor vom Entwicklungspolitischen Arbeitskreis ausgewählt wurden. Die Selbstbesteuerer haben nun die Möglichkeit, den aliquoten Anteil ihres Geldes einem Projekt zukommen zu lassen. Insgesamt wurden bisher 60 verschiedene Projekte in Lateinamerika, Afrika und Asien unterstützt, manche davon auch über Jahre. Es geht vor allem um Hilfe zur Selbsthilfe in den Bereichen Bildung, Wasser, Landwirtschaft, Rechtsbeistand, Gesundheit und Frauen. Aktuell umfasst der Kreis 25 Personen. Im Durchschnitt kann jährlich ein Betrag von etwa 6.000 Euro Entwicklungsprojekten zur Verfügung gestellt werden.

Einer der Anerkennungspreise ging an Anna Mascherbauer aus der Pfarre Schwertberg für ihr Schulpatenschaftsprojekt in Ecuador. Im Jahr 1996 wurde Schwester Klara Maria Falzberger (gebürtig aus Schwertberg) von ihrer Ordensgemeinschaft nach Ecuador entsandt. Der Orden der Oblatinnen des Heiligen Franz von Sales, dem sie angehört, betreut Schulen in den Städten Quito, Manta, San Placido, Rocafuerte und Alausi, an denen Kinder bis zur Maturareife unterrichtet werden.

Mehr als 150 Patenschaften

Im November 2001 initiierte Anna Mascherbauer, inzwischen pensionierte Religionslehrerin an der Volksschule Schwertberg, ein Schulpatenschaftsprogramm für Kinder aus armen Familien in Ecuador. Ziel der Patenschaft ist eine kontinuierliche finanzielle Unterstützung, damit dem Patenkind eine adäquate Schulausbildung ermöglicht werden kann. Die Kinder werden nach ihrer Bedürftigkeit und dem Eifer im Unterricht von den jeweiligen Schulleitern ausgewählt. Heute, mehr als 20 Jahre später, kann eine erfreuliche Bilanz gezogen werden:

Mehr als 150 Schulpatenschaften konnten geschlossen werden und viel Unterstützung geleistet werden, unter anderem auch nach dem schweren Erdbeben 2016.


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