Wein aus dem Machland: Greindls setzen auf Geheimtipp bei Rebsorten
NAARN. Im Herbst 2019 hat sich Stephan Greindl erstmals mit dem Gedanken getragen, auf den landwirtschaftlichen Flächen am Hof der Familie seiner Frau Wein anzubauen. Im Frühling 2020 haben die Quereinsteiger dann Nägel mit Köpfen gemacht. Die ersten Flaschen wurden heuer im Frühling abgefüllt.

„Als Stephan damals zu mir gesagt hat, er möchte Winzer werden, habe ich nur den Kopf geschüttelt“, lacht Andrea Greindl beim Tips-Besuch. Wie sollte das gehen in Naarn, einer Region, wo es noch keinen Weinbau gibt, ohne das nötige Know-how und das Equipment? Wenig später hat sie auf einem beruflichen Termin Florian Eschlböck, einen namhaften oberösterreichischen Winzer aus dem Bezirk Linz-Land, kennengelernt und wenig später wurde mit ihm der Grundstein für eine zukünftige Zusammenarbeit gelegt.
Der Weingarten sollte also das Startprojekt werden, ab der Lese würde man mit Eschlböck kooperieren. Fest stand aber sehr bald: Das neue Standbein sollte kein Nebenbei-Geschäft werden, sondern im größeren Stil aufgezogen werden. „Wir haben schon eine Weile überlegt, was man auf dem Hof noch machen könnte“, erzählt Stephan Greindl, der zuvor als IT-Fachmann in einem Perger Unternehmen tätig war. „Wir trinken beide gerne Wein, damit hat das für uns gepasst.“
Mit PIWI-Rebsortenzum Erfolg
Im Mai 2020 wurden dann die ersten Rebstöcke gesetzt. „Wir haben uns schlau gemacht und setzen auf PIWI-Rebsorten, das sind spezielle neue Züchtungen, die pilz-widerstandsfähig sind und zu unserer Region gut passen. Der einzige Nachteil bei uns ist die Frostlage in der Ebene, diese Trauben halten das gut aus, weil sie später austreiben“, erklären die Neo-Winzer.
Neben Bronner, der heuer schon abgefüllt werden konnte, werden das auch noch Hibernal, Donauriesling und Muscaris sein. Inzwischen hat Stephan auch die Weinbauschule in Krems besucht und sich das nötige Wissen angeeignet. Überraschend war dann auch die Entwicklung der Rebstöcke. „Da waren Vertreter der Rebschule da, die ganz verwundert waren, dass sich die Rebstöcke bei uns so gut entwickeln“, erinnert sich der 33-Jährige zurück.
Nach der ersten Ernte konnten bereits 2.000 Flaschen abgefüllt werden, das soll auch in Zukunft im Frühling passieren. „Wir wollen keinen Jungwein, sondern einen, der auch gut lagerfähig bleibt“, sind Stephan und Andrea Greindl überzeugt.
Stephan ist inzwischen auch aus dem Beruf ausgestiegen und konzentriert sich hauptberuflich auf das Weingut, Andrea ist derzeit noch in Karenz, kann sich das später aber auch gut vorstellen.
Voll im Trend:Gin aus Holzleiten
„Wir stehen bei unserer Reise noch ganz am Anfang, aber wir haben viele Ideen, wie wir das noch ausbauen können und wachsen können“, lacht Stephan, will aber noch nicht mehr verraten. „Unser landwirtschaftlicher Betrieb war immer eher konservativ ausgerichtet, was nichts Schlechtes ist. Meinen Eltern und mir gefällt es aber, dass Stephan frischen Wind reinbringt und mit seinen innovativen Ideen was Neues entstehen lassen will“, freut sich die junge Mutter. Zusätzlich zum Wein gibt es am Weingut Greindl auch noch Gin, der gemeinsam mit einem Freund gebrannt wird. Man kann die drei verschiedenen Sorten mit dem ersten Wein auch bei einer Verkostung am Weingut probieren, dazu gibt es auch eine Jause von Partnern der Umgebung. „Momentan erleben wir einen großen Hype, weil alle neugierig sind und unseren Betrieb kennenlernen wollen, aber darauf wollen wir uns nicht ausrasten“, betont Stephan Greindl voller Tatendrang. Mehr Infos auf: www.weingutgreindl.at


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