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Integrativer Gastronomiebetrieb in Gedenkstätte feiert fünfjähriges Bestehen

Michaela Primessnig, 14.12.2022 08:09

MAUTHAUSEN/GALLNEUKIRCHEN. Mit der Eröffnung des integrativen Gastronomiebetriebs „Bistro Mauthausen Memorial“ setzten die KZ-Gedenkstätte Mauthausen und das Diakoniewerk vor fünf Jahren ein klares Zeichen für mehr Toleranz, Inklusion und Chancengleichheit an diesem geschichtsträchtigen Ort.

Vorbereitungen in der Küche für das Bistro Mauthausen Memorial (Foto: Ness Rubey)
  1 / 2   Vorbereitungen in der Küche für das Bistro Mauthausen Memorial (Foto: Ness Rubey)

Begleitet von professionellen Gastronomiefachkräften und Sozialbetreuern verrichten vier Menschen mit Behinderung im Bistro zahlreiche Tätigkeiten – sie bereiten Speisen in der Küche zu, sind im Service tätig und befüllen die Getränkeautomaten in der gesamten Gedenkstätte. Zu Spitzenzeiten versorgen sie bis zu 500 Gäste am Tag, davon sehr viele internationale Gäste mit fremden Sprachen und fremder Kultur. „Für unsere Mitarbeiter ist das kein großes Problem, sie haben gelernt, sich notfalls mit Handzeichen und einem Lächeln zu verständigen“, erzählt Betriebsleiterin Anna Reisner stolz über ihr siebenköpfiges Team.

Das Angebot im Bistro reicht von kleinen süßen und sauren Snacks bis hin zu Mittagsmenüs, die von Reisegruppen vorbestellt werden können. Die Speise- und Getränkekarten liegen ob der Sprachenvielfalt der Gäste auf Deutsch, Englisch und Italienisch auf. „Wir sind sehr dankbar, mit dem Diakoniewerk einen zuverlässigen Partner für unser Bistro zu haben, der an diesem historisch belasteten Ort Inklusion und Wertschätzung zu den zentralen Werten seiner Arbeit macht“, betont Barbara Glück, Direktorin der KZ-Gedenkstätte Mauthausen. „Und wir erleben Tag für Tag, wie motiviert und perfekt eingespielt sich die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen engagieren und wichtiger Bestandteil unseres gesamten Teams geworden sind.“

Das integrative Beschäftigungsmodell ermöglicht es Menschen mit Behinderung, durch eine Kooperationsvereinbarung zwischen Diakoniewerk und Betrieb Teil dieses Betriebes zu sein und bedeutet einen wichtigen Schritt in Richtung Inklusion. Seit 2011 ermöglicht das Diakoniewerk in Kooperation mit Wirtschaftsbetrieben Menschen mit Behinderung dort zu arbeiten, wo alle anderen auch arbeiten. Mehr als 170 begleitete Mitarbeiter haben bereits auf diesem Weg einen integrativen Beschäftigungsplatz gefunden.

„Für uns ist die integrative Beschäftigung ein wichtiger Baustein in der Vielfalt der Beschäftigungsangebote für Menschen mit Behinderung“, erklärt Gerhard Breitenberger, Geschäftsführer des Diakoniewerks Oberösterreich. „Dabei sind wir fortwährend auf der Suche nach Unternehmen, die an einer Kooperation interessiert sind und mit von uns begleiteten Menschen zusammenarbeiten möchten.“

 


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