„Dom des Machlandes“ bietet nun auch für Rollstuhlfahrer barrierefreien Zugang
BAUMGARTENBERG. Die Pfarrkirche in Baumgartenberg kann nun barrierefrei besucht werden. Längst war dieser Schritt überfällig. Gemeinsam mit der Abteilung Kirchliches Bauen der Diözese Linz und dem Bundesdenkmalamt wurden die nötigen Maßnahmen ausgearbeitet.

Die Errichtung des Senioriums im Jahr 2017 in unmittelbarer Nachbarschaft der Pfarrkirche und der Anspruch, dem Bundes-Behindertengleichstellungsgesetz gerecht zu werden, veranlassten die Verantwortlichen der Pfarre Baumgartenberg zu Überlegungen, wie das historische Gebäude behindertengerecht und barrierefrei umgestaltet werden könnte. Zuerst wurden mit den Zuständigen der Diözese und dem Bundesdenkmalamt mögliche Varianten diskutiert und ausgearbeitet. Schließlich wurden in die Vorhalle und in die Kirche Rampen aus Stahl eingebaut, die ein Begehen und Befahren allen Personen ohne fremde Hilfe ermöglichen – egal ob mit Rollstuhl, Rollator oder auch mit Kinderwägen. Gleichzeitig wurde auch die massive Eichentür am Eingang zur Kirche mit einem automatischen Türantrieb versehen. Das Kloster Baumgartenberg beherbergt Wohngruppen für Menschen mit besonderen Bedürfnissen. Immer mehr Bewohner sind auf Gehhilfen oder Rollstühle angewiesen.
Enorme Erleichterungfür Betroffene und Betreuer
Helga Huber ist Wohnheimleiterin und kann über ihre Erfahrungen berichten: „Wenn ich mit unseren Bewohnern unterwegs bin, merke ich immer wieder, wie schwierig der Alltag durch scheinbar kleine Barrieren und Hindernisse werden kann, sei es z.B. durch eine kleine Stufe oder einen zu schmalen Zugang. Für unsere Bewohner und uns Betreuer ist der barrierefreie Zugang sowohl eine große Bereicherung als auch Erleichterung. Unseren Bewohnern wird dadurch ein Stück Selbstständigkeit geschenkt. Der Zugang zur Kirche ist unseren Rollifahrern und unseren Bewohnern, welche auf Mobilitätshilfen angewiesen sind, so jederzeit selbstständig möglich. Für uns Betreuer ist die Begleitung unserer Bewohner um vieles einfacher und leichter geworden. Wo vorher die Unterstützung von mindestens zwei Personen notwendig war, damit ein Rollifahrer die Kirche besuchen konnte – kann dies jetzt weitgehend ohne Hilfe und selbstständig gemacht werden.“
Projektleiter Gerhard Schwandl erklärt ergänzend: „Die Pfarre und das Kloster vom Guten Hirten sind in vielen Bereichen eng verbunden, daher war es der Pfarrleitung ein besonderes Anliegen, auch die Interessen der Bewohner des Klosters in den Planungen zu berücksichtigen. So wurden auch innerhalb des Kirchenraums Hürden beseitigt. Die Pfarre hat für dieses Projekt – unterstützt von der Diözese – 59.000 Euro sinnvoll und nachhaltig investiert.“ Der regelmäßige Gottesdienstbesuch und das Miterleben des kirchlichen Jahreskreises sind wichtige Bestandteile des Wohngruppenlebens. „Wir sind sehr froh und dankbar für die schöne und bereichernde Zusammenarbeit. Sei es bei der Feier von Gottesdiensten, bei Pfarraktivitäten und Festen, durch den Besuchsdienst oder auch immer wieder bei den sehr persönlichen Verabschiedungen und Begräbnissen unserer Bewohner. Unsere BewohnerInnen fühlen sich in der Pfarre Baumgartenberg angenommen und wertgeschätzt“, bedankt sich Helga Huber. „Diese Wertschätzung spüren wir auch durch die Verwirklichung des barrierefreien Zugangs und dafür möchten wir uns von Herzen bedanken.“
Pfarre erhofft sich viele Nachahmer
Die Pfarre Baumgartenberg möchte aufgrund ihrer eigenen Erfahrungen auch andere Pfarren und öffentliche Einrichtungen ermutigen, ihrerseits Projekte zu entwickeln, die das tägliche Leben der Menschen mit Behinderungen oder Beeinträchtigungen erleichtern.


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