Neue Flurordnung bringt Vorteile für Landwirtschaft und Artenvielfalt
NAARN. Ein Vorzeigeprojekt in der Neuausrichtung von landwirtschaftlichen Nutzflächen konnte vor Kurzem in Wimm abgeschlossen werden. Ziel war es, die Bewirtschaftung für die Bauern zu erleichtern, aber auch die Ökologie zu stärken.

Im Rahmen eines Flurneuordnungsverfahrens der Abteilung Ländliche Neuordnung (Agrarbehörde) wurden in der Ortschaft Wimm insgesamt 127 Hektar an landwirtschaftlichen Nutzflächen neu geordnet. Ziel eines solchen Verfahrens ist es, die Grundstücke so zu situieren, dass die Flächen einfacher und schneller bewirtschaftet und auch besser erschlossen werden. Dabei werden aber auch die naturräumlichen Gegebenheiten nicht außer Acht gelassen und begleitend ökologische Maßnahmen wie beispielsweise Gehölzpflanzungen, Gerinneaufweitungen, Rainverlegungen oder die Anlage von extensiven Wiesenflächen umgesetzt. Das langfristige Ziel all dieser Maßnahmen ist die Schaffung und Erhaltung einer leistungsfähigen und umweltverträglichen Landwirtschaft.
Wege neu errichtet und alte Wege revitalisiert
Anlass für die Durchführung einer solchen Flurneuordnung in Wimm waren einerseits die Besitzzersplitterung und ungünstige Ausformung der Agrarflächen und andererseits die nicht mehr zeitgemäßen Wirtschaftswege. „Freilich ist so ein Eingriff in den Grundbesitz heikel, aber wir standen alle von Anfang an dahinter“, weiß Andreas Kastner, der federführend am Projekt beteiligt war. Die 16 Betriebe brachten insgesamt 44 Besitzkomplexe in das Verfahren ein, welche nun auf 30 reduziert werden konnten. Darüber hinaus konnten 1.350 Laufmeter Wege verbessert werden, zudem auch fast 1.000 Laufmeter Altwege rekultiviert werden. „Es gab Wege, die wurden sicher schon von Pferden genutzt, es war auch wirklich nötig, etwas zu tun.“
Win-Win-Situation für Bauern und Tierwelt
Begleitet wurde das Projekt von der Abteilung Ländliche Neuordnung beim Amt der Oö. Landesregierung, die hier als „Flächenmediator“ mit Nutzern sinnvolle Lösungen für die Zukunft ausarbeitet. Miteingebunden war auch die Gemeinde Naarn. „So eine Neuordnung ist an sich keine einfache Sache, aber die Dorfgemeinschaft in Wimm ist so gut, dass das alles vorbildlich über die Bühne ging“, so Bürgermeister Martin Gaisberger begeistert. „Vor allem konnte auch für die Ökologie des Gebietes viel getan werden, dieses Projekt ist sicher beispielgebend auch für andere.“
Viele Naarner haben sich schon gewundert, weil sich die Landschaft doch auch verändert hat und viele Eingriffe vorgenommen wurden. „Es wurden Rodungen durchgeführt, aber viele extensive Bäume gepflanzt, vor allem wurden viele Stauden gesetzt, wodurch z.B. Vögel wieder mehr Nahrung und auch Nistplätze finden“, weiß Andreas Kastner. Gesamt konnten auf 9.400 Quadratmetern wichtige Ökomaßnahmen durchgeführt werden. Diese und auch die Wegeerrichtung wurden von der Gemeinde Naarn, dem Land Oberösterreich und der EU finanziell unterstützt. Insgesamt ein Projekt, das für eine Win-Win-Situation im Sinne der Landwirtschaft und der Artenvielfalt beispielgebend ist.


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