NAARN. Seit 1499 gibt es den Schönauerhof in Naarn. Die derzeitigen Besitzer Franz und Ingrid Prinz bauen dort seit einigen Jahren Buchweizen und Safran an und schlugen somit ein ganz neues Kapitel in der langen Familiengeschichte auf.

Interessante Wendungen haben ihren Ausgangspunkt oft in Zufällen. Denn geplant hatte Landwirt Franz Prinz den Anbau von Buchweizen zu Erntezwecken eigentlich nie. Vielmehr waren die ersten Säcke dieser Saatgut-Sorte, die er vor über fünf Jahren kaufte, für die Grünlandbepflanzung bestimmt. Es war seine Frau Ingrid, die ihn auf die Idee brachte, den gesunden und geschmackvollen Buchweizen auf den Feldern des Schönauerhofes großflächig zu kultivieren, zu ernten und zu vermarkten.
Mittlerweile ist die große Anzahl der Buchweizen-Erzeugnisse zum Markenzeichen der Familie Prinz geworden. Die Palette an Produkten, die ab Hof, aber auch in zahlreichen Läden der Region angeboten wird, ist groß. Sie reicht vom Buchweizen-Mehl und -Korn in geschroteter und geschälter Form über Cracker, Müslis, Back- und Cookiemischungen bis zu Nudeln in den verschiedensten Variationen, Risottomischungen und Salattoppings. „Meine Frau ist bei uns für die Vielfalt zuständig. Ihre Kreativität ist grenzenlos und sie entwickelt mit großer Freude ständig neue Produkte“, so Franz Prinz. Tatsächlich ist das glutenfreie „Pseudogetreide“, das als besonders gut verträglich gilt, aus der Küche der Familie Prinz nicht mehr wegzudenken. „Buchweizen lässt sich wunderbar überall einbauen – sei es in Kuchenteige, für die Panade eines Schnitzels oder zum Eindicken von Suppen“, erzählt Ingrid Prinz. Auch Workshops mit Ernährungsexperten und Produktpräsentationen können am Schönauerhof gebucht werden (www.hof-schoenauer.at).
Safran nun im Herzen des Machlandes
Ebenfalls ganz neue Wege ging man beim Anbau von Safran. Wieder war es der Zufall, der Regie führte und dazu beitrug, dass das teuerste Gewürz der Welt nun auch im Machland angebaut wird. „Bei einem Ausflug 2018 in die Wachau kamen wir bei einem Safranfeld vorbei. Wir waren fasziniert davon und wollten das auch bei uns ausprobieren“, erzählt Franz Prinz. Nicht weniger als 10.000 Knollen pflanzte das Paar daraufhin auf den eigenen Feldern in Naarn.
Die Arbeit am Schönauerhof wurde seither freilich nicht weniger, sondern mehr, denn der Safran kann nur per Handarbeit geerntet werden. Ob das nicht auch sehr mühsam ist? „Durch die Industrialisierung haben wir uns in der Landwirtschaft von unseren Wurzeln entfernt. Ich mag das Experimentieren mit verschiedenen Pflanzen – man darf den direkten Kontakt zu seinem Grund und Boden nicht verlieren“, sagt Franz Prinz.
Die Liebe zur Landwirtschaft liegt dem 59-Jährigen wohl sicher auch in den Genen. Bis 1499 reichen die Wurzeln seiner Vorfahren, die am Schönauerhof die Felder bestellt haben, zurück. Safran und Buchweizen hat bisher noch keiner seiner Ahnen angebaut. Doch Mut und Innovationsgeist standen schon immer am Beginn von spannenden Erfolgsgeschichten, die neu geschrieben wurden.


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