20 Jahre perspektive Mauthausen: Ort des Gedenkens übernimmt Verantwortung
MAUTHAUSEN. Am 30. Juni vor 20 Jahren hat sich erstmals eine Gruppe von Mauthausenern zusammengesetzt, mit dem Ziel aus der Bevölkerung heraus aktiv zu werden, um den Ort zu einem aktiven Ort des Bedenkens zu machen.

Die perspektive Mauthausen sieht sich seit ihrer Gründung als eine überparteiliche, kultur- und geschichtsinteressierte, antifaschistische Mauthausener Aktivistengruppe, die sich gegen jegliche Form der Geringschätzung und Verachtung von Menschen positioniert. Ziel von Anfang an war, an einem Ort des Bedenkens mitzuarbeiten, einem Mauthausen, das im Bewusstsein seiner Geschichte seine Verantwortung und Aufgaben im Heute und Morgen aktiv wahrnimmt. Zwei Jahre später wurde dann ein Verein gegründet, seither ist die Initiative nicht mehr wegzudenken aus der Region.
Internationale Beziehungen
Sie arbeitet eng mit Organisationen wie dem Mauthausen Komitee und der Bewusstseinsregion Mauthausen-Langenstein-St. Georgen zusammen und unterhält internationale Beziehungen zu Städten wie Florenz, Bologna und zahlreichen Gedenkinitiativen im In- und Ausland. Jedes Jahr werden Studienreisen unternommen, um sich mit anderen Orten, die eine ähnliche Geschichte mit sich tragen, auszutauschen. Ein absoluter Höhepunkt im Jahr sind die Gedenkveranstaltungen zur Mühlviertler Menschenhatz, bei der jedes Jahr im Februar namhafte Künstler ihren Beitrag leisten, um ein „niemals Vergessen“ deutlich in die Welt hinaus zu schicken. Unter den Protagonisten waren Alfons Haider, Erwin Steinhauer, Cornelius Obonya und viele mehr. „Für die Veranstaltung zum Jubiläum im Februar haben bereits die Schauspieler Katharina Stemberger, Gregor Seberg und der Schriftsteller Michael Köhlmeier zugesagt.
„Was wir uns für die Zukunft noch wünschen, wäre ein Vereinslokal, wo sich Menschen treffen und austauschen können und wo wir eine Dauerausstellung einrichten können“, äußert der perspektive-Vorsitzende Walter Hofstätter seine Vision.
Die Ausstellung „Hinschauen-Hinhören-Handeln“ thematisierte im vergangenen Jahr, wie die Mauthausener Bevölkerung ihren Wohnort sieht und wie die perspektive Mauthausen durch aktives Handeln einen Beitrag leistet, um in der Gesellschaft die Aufmerksamkeit für gelebte Demokratie und Zivilcourage zu schärfen.


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