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Wie ein Agrarprojekt aus Schwertberg das Leben im Süden Nigerias verändert

Jennifer Wiesmüller, 20.01.2026 11:06

SCHWERTBERG. Eine Delegation des Schwertberger Vereins „Help-Trans-Fair“ überzeugte sich Anfang des Jahres vor Ort vom Erfolg der „Mary Agro Farm“ im Süden Nigerias. Der durch oberösterreichische Hilfe realisierte landwirtschaftliche Großbetrieb samt Agrar-Ausbildungszentrum gilt als leuchtendes Beispiel für nachhaltige Hilfe zur Selbsthilfe und als Motor für eine ganze Region.

  1 / 10   Landeshauptmann-Stellvertreter außer Dienst Franz Hiesl (l.) beim Händeschütteln in Nigeria. (Foto: Help-Trans-Fair)

Die Geschichte von „Help-Trans-Fair“ begann im Jahr 2019 auf Initiative des aus Nigeria stammenden Schwertberger Pfarrers Leonard Ozougwu. Seine Vision: Den Menschen in seiner Heimat nicht mit einmaligen Spendenaktionen zu begegnen, sondern sie zu befähigen, ihr Schicksal durch eigene Arbeit in die Hand zu nehmen. Unter der Leitung von Obmann Alfred Hrusca wurde der gemeinnützige Verein aufgebaut, der sich konsequent diesem Leitgedanken verschrieb. Sechs Jahre später ist auf der „Mary Agro Farm“ in Udi/Enugu unter der Schirmherrschaft von Weihbischof Ernest Obodo ein landwirtschaftliches Vorzeigeprojekt entstanden.

Ein Projekt mit Wirkung

Dank der Hilfe aus Oberösterreich wurden große Stallungen für die Schweine- und Hühnerhaltung sowie eine Fischzucht errichtet. Riesige Flächen werden mit Feldfrüchten, Obst und Gemüse bepflanzt. Der landwirtschaftliche Großbetrieb bietet vielen Menschen aus der Region einen sicheren Arbeitsplatz. Für afrikanische Verhältnisse geradezu revolutionär ist das System der Zero-Waste-Kreislaufwirtschaft, das auf der Farm angewendet wird. Auch die Futtermittel werden großteils selbst in Mühlen produziert, sodass die Farm unabhängig von Zulieferern ist. Herzstück des Projekts ist zudem ein landwirtschaftliches Ausbildungszentrum, in dem junge Menschen eine Ausbildung erhalten – das Fundament für eine nachhaltige Existenzsicherung.

Lokalaugenschein vor Ort

Um die Fortschritte vor Ort persönlich zu begutachten und neue Gebäude feierlich ihrer Bestimmung zu übergeben, flog eine fünfköpfige Delegation des Schwertberger Vereins auf eigene Kosten nach Afrika. Wichtige fachliche Unterstützung erhielt die Gruppe durch den ehemaligen Landeshauptmann-Stellvertreter Franz Hiesl. Da auch das Land Oberösterreich das Projekt durch zweckgebundene Entwicklungshilfe-Förderungen unterstützt, brachte Hiesl seine langjährige Erfahrung als Landesregierungsmitglied und als Infrastrukturexperte ein. Als Fachmann für Landwirtschaft und Netzwerker im Agrarbereich bereicherte der ehemalige Rieder Bezirksbauernbund-Obmann Johann Peterseil die Abordnung.

Ein Höhepunkt der Reise war die feierliche Eröffnung eines neuen Schlachthauses samt moderner solarbetriebener Kühlanlage sowie eines Wohnheims für die Auszubildenden. Die Einweihung stieß auf großes Interesse der lokalen Bevölkerung und der regionalen Presse. In Nigeria gälte die „Mary Agro Farm“ als Blick in die Zukunft der Landwirtschaft.

Politische Anerkennung in Enugu

Die Bedeutung des oberösterreichischen Engagements wurde auch auf politischer Ebene gewürdigt: Der Gouverneur der Provinz Enugu empfing die Gruppe zu einer Audienz. Er dankte den Gästen für ihren Einsatz und kündigte als Zeichen der Anerkennung wichtige Infrastrukturmaßnahmen im Straßenbau rund um die Farm an.

Begegnungen, die unter die Haut gehen

Neben den fachlichen Terminen auf der Farm war die Reise von bewegenden Momenten voller menschlicher Wärme geprägt. Die Delegation begleitete Weihbischof Ernest Obodo als dessen persönliche Gäste zu zahlreichen Festen und Eröffnungen. „Überall, wo wir hinkamen, wurden wir mit offenen Armen und Freundlichkeit empfangen“, blicken die Reiseteilnehmer auf viele berührende Begegnungen zurück.

Auch ein Krankenhaus- und ein Waisenhausbesuch, bei dem viele mitgebrachte Sachspenden übergeben wurden, hinterließen tiefe emotionale Eindrücke.

Mehr Infos online unter www.help-trans-fair.at sowie auf Facebook.


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